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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 01.12.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 01.12.2011:

Börsenbrief Actien-Börse
Actien-Börse

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1963

Die Banken stehen weiterhin im absoluten Mittelpunkt der Einschätzung

Sie werden ihr Eigenkapital verstärken, um allen Krisenszenarien, theoretisch oder faktisch, genügen zu können. Die Wege dahin führen zum gleichen Sachverhalt:

 

Der Börsenwert beider deutschen Banken liegt bei 0,2 bzw. 0,5 des Buchwertes des Eigenkapitals nach HGB. Siehe Tabelle in der letzten „Actien-Börse“. Die amerikanischen Banken kommen zu einem ähnlichen Faktor, und alle großen Europäer liegen zwischen 0,3 und 0,7. Ebenfalls jeweils zu den Eigenkapitalien, die sich nach den Vorschriften des Aktiengesetzes in den jeweiligen Ländern errechnen. Die angelsächsischen Bilanzvorschriften nach IFRS bzw. nach GAAP weichen davon erheblich ab.

Daran orientieren sich bekanntlich die viel diskutierten Lücken in der sogenannten Kernkapitalquote. Die Bezugsgröße für diese Berechnung enthält einen theoretischen Ansatz nach Modellen für den Begriff risikogewich

tete Aktiva. Dafür gibt es keinen objektiven, sondern einen errechneten Wert, über den demnächst viel zu streiten sein wird. Welche ist der richtige?

In einer Welt der Ratings ist anzunehmen, dass diese Kernkapitalquoten für alle in gleicher Form gelten sollen, um einen Vergleichsmaßstab zu haben. De facto sind sie als Bemessungsgrundlage für den Wert einer Bank schlicht falsch. In dieser differenzierten Betrachtung liegt mithin die künftige Einschätzung einer Bank als Ganzes.

Der Banken-DAX-Chart kann spannender kaum aussehen. Er hat eine technische und eine fundamentale Ausgangslage. Technisch ist der Boden perfekt, hängt aber von neuen fundamentalen Daten ab. Führen diese nicht zu einem neuen Druck auf alle Banken, so ergibt sich daraus eine doppelte Stütze für das aktuelle Niveau und alle weiteren Perspektiven aus der Lösung der Schuldenkrise.

E.ON und RWE sind als Energieversorger bisher die Verlierer der Energiewende geworden. Unsere Linie hatten wir so skizziert: Anfangspositionen sind richtig. Der Ausbau dieser Positionen kann nur im Einklang mit dem Nachrichtenstand zur Energiewende stattfinden.

Wir plädieren nunmehr für einen Ausbau dieser Positionen. Wohl wissend, dass die Dividendenrendite unklar ist. Die Dividendenpolitik beider hängt davon ab, wie die Relation für die Kosten des Rückbaus der AKWs und die Investitionsaufwendungen für den Ausbau in den erneuerbaren Energieträgern aussehen und wie viel schließlich als Entschädigungen vom Bund zu zahlen sein wird. Daran orientieren sich die fairen Werte der Tabelle als Saldo. Für E.ON und RWE errechnen sich durchschnittlich 100 % Aufschlag auf den aktuellen Börsenkurs. Das ist zweifellos eine Herausforderung.

Dennoch plädieren wir für diesen Ausbau in mehreren Schritten. Wer bis jetzt 25 % der geplanten Investitionen ausgebaut hat, erhöht diesen Anteil auf 50 %. Im Januar/

Februar erwarten wir die ersten halboffiziellen Erkenntnisse darüber, mit welchen Forderungen beide Konzerne in den begonnenen Prozessen auf den Bund zugehen oder aber in parallellaufenden Verhandlungen Lösungsvorschläge erarbeiten. Daran sind beide Parteien interessiert, wie wir zuverlässig avisieren können. Jedenfalls gilt dies für die aktuelle Koalition in Berlin.

Ergänzend zur Empfehlung für K+S vor acht Tagen: K+S bestätigt soeben die Inangriffnahme des großen Kali-Projektes in Kanada mit einem Investitionsvolumen von 2,4 Mrd. €. Es wird die größte jemals begonnene Erschließungsarbeit von K+S. Damit sind Übernahmevarianten kaum noch denkbar, weil sich kein Käufer mit der Finanzlast einer solchen Erschließung belasten möchte. Die Limitspanne für Käufe heben wir deshalb auf, operieren Sie billigst. 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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