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Veröffentlicht von Redaktion "Frankfurter Börsenbrief" am 06.05.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 06.05.2010:

Börsenbrief Frankfurter Börsenbrief
Frankfurter Börsenbrief

CURT L. SCHMITT Informationsdienste - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1954

Die Asienkrise von 1997 ist die Blaupause für die aktuellen Finanzturbulenzen um Griechenland

Das Beispiel weist auch den Weg, wie zu entkommen sein wird. Wir möchten Sie auf eine kurze Zeitreise mitnehmen und Ihnen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede präsen- tieren und vor allem die Möglichkeiten, die dar- aus für den Anleger resultieren.

Als im Frühjahr 2007 ausgehend vonThailand fast alleTigerstaa- teninTurbulenzengerieten,warderNährboden ein ähnlicher wie aktuell: Eine Kreditbubble, die platzte und in der Folge erheblicheTurbulenzen an den Finanzmärkten sowie mangelhafte Wäh- rungssicherungsgeschäfte. Auch damals waren es vor allem Immobilien, die immer höher be- liehen wurden. Wie bei der IKB scherten sich die Banken nicht um das wichtige Thema der Fristenkongruenz. Sie dachten, es sei ein gutes Geschäft, kurzfristig billiges Geld zu besorgen und dann höher verzinslich mit längeren Laufzeiten zu verleihen. Das geht natürlich nur bei stabil niedrigen Zinsen gut. Die Banken implodierten und stürzten die Staaten in die Rezession. Der Weg aus der Schuldenfalle funktioniert nur über eine Abwertung des Euro.1997 schossen in Asien die Arbeitslosenzahlen in die Höhe, die Realeinkommen fielen wegen der Inflation drastisch. Gewinner waren die Besitzer realer Vermögenswerte wie Immobilien, Gold oder auch Ak- tien. Und interessanterweise die Landbevölkerung. Wer in der aktuellen Krise nicht auf Landwirt umschulen will, ist also mit bedrucktem Papier wie Bonds, Sparbriefen oder Notenbankgeld am schlechtesten bedient. In der Asienkrise lag der Exit - wie bei so gut wie allen vergleichbaren Fi- nanzkrisen seit 1914 - in einer Inflation, die die Schulden zusammen- schmelzen lässt, sowie in der Abwertung des Euro. Als Griechenland Mitte der 90er Jahre in einer noch viel schwereren Verschuldungssituation steckte, konnte es noch die Drachme abwerten. Jetzt geht es nur über den gesamten Währungsraum. Aber dieser Prozess ist bereits im Gange. Kapital wird bereits aus dem Euro abgezogen. Das hilft der Exportindu- strie nicht nur in Deutschland. Über dieses Vehikel gelingt die ökonomische Stabilisierung, was auch wieder die Einnahmenseite des Staates stärken wird. Euro Short bleibt eines der Kerninvestments in diesem Jahr für den Frankfurter Börsenbrief. Für Griechenland wird Haushaltsdisziplin nicht reichen. Das eine Problem sind die Ausgaben. Kein anderes EU-Land leistet sich so viele Staatsbedienstete wie Griechenland. Die aktuellen Zeugnisse der Verschwendung konnten Sie in den Tageszeitungen nachlesen. Das Problem liegt gleichfalls auf der Einnahmenseite. Korruption, Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit gibt es in jedem Land der Welt, aber in Griechenland ist es extrem, weil die Delikte kaum verfolgt werden. In der Asienkrise stellte der IWF sein Kapital nicht nur unter der Bedingung der Haushaltsdisziplin, sondern auch einer wirksamen Bekämpfung der Korruption zur Verfügung.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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