Die Aktienmärkte nehmen nun etwas Gas weg

Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 18.05.2011
Dies ist eine exklusive Leseprobe von:

Aktionärsbrief

Die dynamische Rally der letzten Monate ist seit zwei Wochen einer Seitwärtskonsolidierung gewichen. Auslöser war das Ende der Überspekulation in Rohstoffe. Wir hatten bereits in der vergangenen Woche an dieser Stelle dargelegt, dass das gleich in zweifacher Hinsicht positiv auf die Aktienmärkte wirkt, denn zum einen fließt Geld, das bisher in Rohstoffinvestments gebunden war, zunehmend in Aktien, und zum anderen befeuern die sinkenden Rohstoffpreise die Gewinnmargen der Unternehmen.


 

Derzeit dominiert die Sorge die Märkte, dass das der Aktienrally zugrunde liegende Konjunkturszenario etwas zu optimistisch gewesen sein könnte. Das führte bei Rohstoffen zu kräftigen Kursabschlägen, während der Aktienmarkt nach dem Sprint der letzten Wochen nun erst einmal ausatmete.

Vorerst dürfte die Sorge anhalten, dass die Aktienkurse zu viel von der Konjunkturerholung vorweggenommen haben. Die Pause am Aktienmarkt wird sich also vorerst fortsetzen, was für die Gesamtentwicklung wünschenswert und gesund ist. Wir hatten in den vergangenen Wochen stets davor gewarnt, dass die Stimmung überschäumt und der Aktienmarkt in einer finalen Fahnenstange sein Pulver verschießt. Wünschenswerter ist es, dass es zwischendurch immer wieder Phasen gibt, in denen die Skeptiker wieder die Oberhand gewinnen. Es läuft also alles nach Plan.

Selbst die wiederaufflammende Euro-Krise wird dem Aktienmarkt nicht nachhaltig schaden können. Die Befindlichkeit der Euro-Delinquenten Griechenland, Irland und Portugal wird vor allen Dingen den Renten- und Devisenmarkt beeinflussen. Auswirkungen auf die Aktienmärkte werden dagegen nur von vorübergehender Natur sein und lediglich in den betroffenen Ländern einen über die Tagestendenz hinausgehenden Effekt haben.

Nutzen Sie also die kommenden Wochen, um Ihr Depot an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen! Vorerst dürfte die Musik vor allem bei nicht- oder nur gering zyklischen Werten spielen. Dazu gehören beispielsweise Konsumwerte, von denen wir erst in der vergangenen Woche einige Branchenvertreter aus Deutschland positiv herausgestellt hatten. Aber auch Aktien aus dem Gesundheitsbereich, wie beispielsweise Fresenius oder FMC, dürften sich jetzt besser entwickeln als der breite Markt.

Zykliker hingegen werden ihre Atempause vorerst fortsetzen. Größere Kursabschläge, die sogar einen zwischenzeitlichen Verkauf rechtfertigen würden, erwarten wir allerdings nicht. Für hektische Depotumschichtungen besteht also kein Anlass. Die Sache hat auch insofern etwas Positives, als dass Nachzügler die Rücksetzer zum Neueinstieg oder zum Nachkauf nutzen können.

Wie lange die Konsolidierungsphase dauern wird, steht noch in den Sternen.

Möglicherweise kann sich der Markt noch in dieser oder in der nächsten Woche dazu aufraffen, sich wieder etwas nach oben zu hangeln. Dass dabei wieder die bisherigen Jahreshöchstniveaus erreicht werden, erwarten wir aber nicht. Machen Sie sich also in den kommenden Wochen auf ein etwas unbeständigeres Börsenwetter gefasst! 

 

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