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Veröffentlicht von Redaktion am 26.04.2011

Deutschland wird zum Niedriglohnland

Deutschland wird zum Niedriglohnland

Die rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder legte mit der Lockerung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für Arbeitsverhältnisse mit geringfügiger Entlohnung den Grundstein für die in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangene Arbeitslosigkeit. Im Niedriglohnsektor entstanden zahlreiche Stellen. Innerhalb von sieben Jahren stieg die Zahl der Mini-Jobber um 1,6 Mio. Beschäftigte.

 

Wie nicht anders zu erwarten hat auch diese Medaille eine Kehrseite. Zwar gibt es in Deutschland immer weniger Arbeitslose, gleichzeitig sinkt allerdings auch die Qualität der Beschäftigungsverhältnisse rapide. Jeder vierte Arbeitsplatz ist inzwischen mit einem geringfügig Beschäftigten besetzt, in Branchen wie der Gastronomie ist es bereits jede zweite Stelle. Pro forma gelten für diese Arbeitsverhältnisse zwar dieselben arbeitsrechtlichen Regelungen wie für vollwertige Beschäftigungsverhältnisse, die Realität sieht jedoch anders aus.

Mehr als 7,3 Mio. Arbeitnehmer sind inzwischen Mini-Jobber. Der erhoffte Effekt, wonach Unternehmen in Krisenzeiten auf Mini-Jobber zurückgreifen und diese dann mittelfristig in eine Vollbeschäftigung übernehmen, ist nicht eingetreten. Im Gegenteil: Das Verhältnis von Vollzeitstellen zu Mini-Jobs verschiebt sich zu Gunsten letzterer. Was sich zunächst nach einer erfreulichen Entwicklung für Unternehmen anhört, dürfte sich mittelfristig als Boomerang erweisen, wenn der private Konsum aufgrund rückläufiger Einkommen abflaut. 

 


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