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Veröffentlicht von Weimer Media Group GmbH am 08.04.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 08.04.2011:

Börsenbrief zertifikate kompakt
zertifikate kompakt

Weimer Media Group GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2000

Deutsche Telekom – Die Spannung steigt

Durch den Verkauf der US-Sparte verschafft sich die Deutsche Telekom finanziell wieder Spielraum. Auch die Anteilseigner wittern Morgenluft: Der Aktienkurs brach aus einem Seitwärtstrend nach oben aus. Aus fundamentaler Sicht sieht der DAX-Titel aber nicht wie ein Schnäppchen aus.Trotz stagnierender Erträge ist dieVerschuldung enorm und die Aktie hoch bewertet. Nur die Dividendenrendite lockt zum Einstieg. Dagegen bieten Zertifikate selbst bei einer schwächeren Aktienperformance beeindruckende Renditechancen.

 

Was für ein Deal: Für 39 Mrd. US-Dollar gibt die Deutsche Telekom ihre amerikanische Tochter T-Mobile USA an AT&T ab. Genehmigen die Aufsichtsbehörden das Geschäft, trägt die Telekom nicht nur einen ansehnlichen Teil ihres Schuldenbergs ab. Der Konzern wird mit einer Quote von rund 8% auch größter Anteilseigner des US-Telekomriesen. Aus Sicht des Managements war der Ausstieg aus dem nordamerikanischen Markt sinnvoll. „Wir haben die beste Lösung für unser Unternehmen, unsere Kunden und unsere Aktionäre gefunden“, sagte Vorstandschef René Obermann. „Wir können uns nun stärker auf den Aus- bau der schnellen Netze in Europa und die Entwicklung moderner Internetprodukte konzentrieren.“ Schließlich fließen der Telekom durch die Transaktion, mit deren Vollzug im ersten Halbjahr 2012 gerechnet wird, mindestens 25 Mrd. US-Dollar in bar zu. Davon sollen etwa 13 Mrd. Euro in die Kreditrückzahlung und 5 Mrd. Euro in den Rückkauf eigener Aktien investiert werden. Außerdem dürfte die Ausschüttung von 0,70 Euro längerfristig gesichert sein.

Deshalb legte der DAX-Titel deutlich zu: Mit Schwung knackte die Notiz den harten charttechnischen Widerstand bei 10,60 Euro und setzte sich um 11 Euro herum fest.

Hohe Dividendenrendite

Trotz des jüngsten Kursanstiegs ist die Dividendenrendite von 6,3% überdurchschnittlich, zumal die nächste Ausschüttung bereits am 13. Mai ansteht. Nach fundamentalen Kriterien ist die T-Aktie allerdings schwerlich ein Kauf. Das Kurs/Gewinn-Verhältnis für 2012 liegt mit fast 17 weit über dem DAX-Schnitt von gut zehn. Für einen Wachstumswert ginge das ja noch in Ordnung. Doch die kalkulierten Ertragssteigerungen basieren größtenteils auf Kostensenkungen und Einsparungen durch Kooperationen. Denn in den meisten Geschäftsbereichen stagniert der Umsatz. Nur bei mobilen Internetanwendungen geht es aufwärts. Die Sparte erfordert jedoch enorme Investitionen und bringt nur geringe Margen. Zudem verdient die Telekom bei Nutzung ihrer Netze durch Wettbewerber immer weniger. Erst vor ein paar Tagen senkte die Bundesnetzagentur das Entgelt für die Teilnehmeranschlussleitung auf 10,08 Euro im Monat. Beantragt hatte der Ex-Monopolist hingegen 12,90 Euro. In anderen Bereichen ist die Erlössituation kaum besser. Deshalb sucht der Konzern in 13 europäischen Staaten nach Partnern für erforderliche Netzinvestitionen. Davon erhofft sich die Telekom jährliche Einsparungen im dreistelligen Millionenbereich. Die kann der Konzern gut gebrauchen. Schließlich ächzt das Unternehmen unter einer gigantischen Schuldenlast: Selbst inklusive des Kaufpreises für

T-Mobile USA beträgt die Nettoverschuldung etwa 29 Mrd. Euro. Steigende Renditen am Kapitalmarkt können den Überschuss daher spürbar belasten.

Aus technischer Sicht interessant

Im Gegensatz zu den fundamentalen Kenn- zahlen hellen sich die charttechnischen Per- spektiven zusehends auf. Durch den Sprung auf 11 Euro eröffnet sich nach Ansicht von HSBC Trinkaus & Burkhardt ein kalkulatorisches Kursziel von 13 Euro, zumal der Ausbruch durch ein MACD-Kaufsignal und auseinander driftende Bollinger-Bänder bestätigt wurde. Andere Analysten sehen das ähnlich: Die NordLB beispielsweise hob ihr Kursziel von 11 auf 12 Euro an, die Société Générale von 11,80 auf 12,30 Euro. Merrill Lynch und UBS rechnen eher mit einem Seitwärtstrend: Die Amerikaner peilen 10,70 Euro an, die Schweizer zumindest 11,40 Euro. Da die Telekom schon in sechs Wochen 70 Cent je Aktie ausschüttet, rechnen die meisten Analysten ex Dividende mit Kurssteigerungen. Generell tendieren Dividendenhits wie die Telekom vor der Hauptversammlung stärker. Danach verlieren die Kurse oft wieder an Boden. Für Charttechniker scheint die Situation relativ klar: Zumindest bis 12 Euro dürfte die Notiz erst einmal klettern. Tritt dieses Szenario ein, ist der Erwerb eines Outperformance-Zertifikats optimal. Denn die Besitzer profitieren oberhalb einer bestimmten Kursschwelle überproportional von Kurssteigerungen. Bei der DZ Bank-Emission zum Beispiel beträgt

die Partizipationsrate 200%. Dabei kostet das Papier aktuell weniger als die Aktie. Allerdings müssen Zertifikateanleger auf die Dividende verzichten.

Zweistellige Renditen erzielbar

Das gilt auch für Bonuszertifikate. Sie schützen in einem gewissen Umfang vor Kursverlusten: Solange der Basiswert nicht unter die Barriere fällt, wird am Ende der Laufzeit mindestens der Bonusbetrag aus- bezahlt. An Kurssteigerungen oberhalb der Bonusschwelle partizipiert der Inhaber vollständig. Bonuspapiere mit Cap haben hingegen eine Obergrenze, die bei der Commerzbank-Emission (WKN: CM8B24) 11 Euro beträgt. Zum Ausgleich ist die Barriere mit 7,80 Euro etwas niedriger als beim Papier der Deutschen Bank (8,00 Euro). Dank des niedrigeren Kurses errechnet sich auch eine höhere Seitwärtsrendite von 6,5% per annum. Klar im zweistelligen Bereich liegt die annualisierte Maximalrendite der Discounts und Aktienanleihen mit einem Basispreis von 11 Euro und einer Laufzeit bis Dezember 2011. Bei der Kalkulation des Briefkurses zieht der Emittent zum einen die kommende Ausschüttung vom aktuellen Aktienkurs und zum anderen den Erlös der verkauften Optionen ab: Beim Discount wird ein Call, bei der Aktienanleihe ein Put veräußert. Beim Discount der Bank of America Merrill Lynch beträgt der Briefkurs nicht einmal 10 Euro. Notiert die Telekom Mitte Dezember 2011 mindestens bei 11 Euro, erhält der Inhaber des Zertifikats diesen Betrag ausbezahlt.

Fazit:

Die Telekom-Aktie steht auf der Kippe. Während der DAX-Titel aus fundamentaler Sicht eher haltenswert einzustufen ist, raten die Charttechniker zum Einstieg. Kritisch wäre jedoch ein Rückfall unter den früheren Widerstandsbereich bei 10,60 Euro zu werten, der nach der Hauptversammlung am 12. Mai droht. Für Unentschiedene bietet der Zertifikatemarkt einige Alternativen zum Direktinvestment, die bei einer Laufzeit bis Dezember 2011 annualisierte Renditen bis zu 15% aufweisen.

 

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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