Der Rückkauf ausgestoppter Aktien wird, technisch bedingt, eine Herausforderung

Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 24.02.2011
Dies ist eine exklusive Leseprobe von:

Actien-Börse

Wir konzentrieren uns zunächst auf die Aktien, deren fundamentale Lage einwandfrei ist, mithin kein Bewertungsproblem besteht. In einigen Fällen des MDAX waren die engen Märkte das Ausschlaggebende markanter Rückgänge, weil schlicht Gewinne mitgenommen wurden.


Ein Beispiel für die Vorgehensweise: BMW. Wo könnte der nächste „Einkaufboden“ nach über 92,3 % Kursgewinn liegen? BMW hat zwei Korrekturböden, die wir eingezeichnet haben. Der Erste liegt bei etwa 54 €, der Zweite zwischen 48 und 51 €. Erst dort wäre die Entfernung vom gleitenden 200-Tage Durchschnitt komplett erledigt und somit eine solide Rückkaufbasis, sofern die Unternehmensdaten dies dann zulassen. Der zeitliche Rahmen ist dabei offen, und in der Zwischenzeit fahren Sie mit TOYOTA sicherlich besser. Aber: BMW wird zurzeit mit einem KGV von 10,6 eingepreist, was so viel bedeutet, dass der Markt einen Gewinn von 5,50 € je Aktie einpreist. Fällt der Kurs auf die untere Basis, ergäbe dies ein KGV um rd. 9 oder etwas niedriger. Beides sind die Optionen für den Verlauf einer BMW-Korrektur. Wir empfehlen in der Grafik eine Bandbreite von 48 zu 52 €, um einen Mittelweg zu suchen. BMW ist nicht nur der bedeutendste Rückkauf, sondern steht für die Markttechnik des ganzen DAX. Alle anderen haben erkennbar engere Märkte und reagieren wesentlich empfindlicher auf Abgaben oder Gewinnmitnahmen, wobei Umsätze von manchmal unter 50.000 Stück pro Tag besonders heikel erscheinen. Das gilt für SPRINGER, aber auch für HOMAG oder ADVA OPTICAL und BIOTEST. Auch im Fall LANXESS oder KLÖCKNER & CO liegen die Tagesumsätze unter einer halben Mio Stück. Mithin: Die angegebenen Kauflimits sind Ca.-Größen. Wir behalten uns eine permanente Anpassung dieser Kauflimits vor und werden darauf in der „AB-Daily“ jeweils eingehen. Sie hängen von dem eben genannten Sachverhalt ab. Via DepotScout haben Sie es leichter, www.depotscout.info. Eine Reihe weiterer ausgestoppter Aktien sind in der Tabelle noch nicht enthalten. Hier warten wir die Ergebnisse der Berichtssaison ab, um einen solideren Boden zu finden. GILDEMEISTER ist ein klassischer Fall dieser Art. Als Werkzeugmaschinenhersteller mit Weltgeltung berichtete GILDEMEISTER über sehr gute Ergebnisse vom Auftragseingang über den Umsatz bis zum Gewinn. Dafür ist GILDEMEISTER aber extrem zyklisch, und dazu mit einem relativ engen Markt. Die Aktie wurde in den vergangenen Wochen von einigen Analysten und Organen gespielt. Das bedeutet, es wurde wahllos und sehr unkritisch mit den besonderen Verhältnissen bei GILDEMEISTER umgegangen. Die Gewinnschätzung bei GILDEMEISTER ist sehr unzuverlässig, weil sie ebenfalls extrem zyklisch ist. Einen gleitenden Durchschnitt für die nachhaltige Ertragsqualität von GILDEMEISTER ergibt natürlich einen anderen Wert. Deshalb ist der Kurs sehr sensibel.

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