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Veröffentlicht von SWISSINVEST am 07.06.2016

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 07.06.2016:

Börsenbrief BÖRSENSIGNALE
BÖRSENSIGNALE

SWISSINVEST - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Juni 1987

Der Mythos der US-Wahljahre - statistisch wertlos!

In den zurückliegenden Wochen wurde in vielen Medien darauf hingewiesen, dass Aktien in einem US-Wahljahr, wie wir es ja auch derzeit in 2016 haben, angeblich einem bestimmten Muster folgten und Gewinne während des Sommers und zum Jahresschluss bringen würden.

Daher seien momentan auch Investitionen im Sommer sinnvoll. Nun, es ist zwar richtig, dass in 14 von 22 US-Wahljahren die US-Aktien in den drei Monaten vor der Wahl, die stets im November stattfindet, gestiegen sind. Aber offenkundig in jedem dritten Wahljahr nicht! Und nachdem zwei Drittel aller Kalenderjahre steigende Kurse brachten und ein Drittel fallende, ist diese Aussage mit dem US-Wahljahr statistisch wertlos. Das Jahr 1996 wird beispielsweise gerne zitiert für ein US-Wahljahr, das kräftige Gewinne gebracht hat. Unerwähnt bleibt dabei aber stets, dass es im Jahr zuvor und auch im Jahr danach ebenso zu kräftigen Gewinnen gekommen war!
 
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Wahljahr Gewinne bringt, ist also genauso hoch wie in einem x-beliebigen anderen Börsenjahr. Diese Erkenntnis betrifft auch folgende Berechnung von Analysten, von der immer wieder zu lesen ist: US-Wahljahre seien angeblich überdurchschnittlich gute Aktienjahre. Denn seit dem Jahr 1900, so wird argumentiert, schlossen die 29 Wahljahre in den USA mit einem durchschnittlichen Gewinn von mehr als 8 Prozent für den Dow Jones-Index ab! Nun, das klingt freilich zunächst verlockend. Doch die Aussagekraft von Durchschnittswerten solch langer Zeitreihen ist stets mit Vorsicht zu genießen! Wir haben Ihnen hier einmal die Jahresgewinne des DowJones in den US-Wahljahren der letzen 30 Jahre aufgelistet:
 
2012: +7,26%
2008: -33,84%
2004: +3,15%
2000:  -6,18%
1996: +26,01
1992: +4,17
1988: +11,85%
1984: -3,74%
 
Wer den DowJones nun einzig in diesen acht Wahljahren gekauft hätte, dem blieben aus 1000 Dollar am Ende nur 970,57 Dollar übrig! Nein, ein US-Wahljahr ist offenkundig kein hinreichendes Kriterium für Aktienkäufe.

Uwe Lang
Auszug aus Börsensignale 2016/12

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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