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Veröffentlicht von Redaktion "Frankfurter Börsenbrief" am 04.03.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 04.03.2010:

Börsenbrief Frankfurter Börsenbrief
Frankfurter Börsenbrief

CURT L. SCHMITT Informationsdienste - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1954

Der Konjunkturmotor kommt langsam auf Betriebstemperatur

Rund um den Globus steigt die Industrieproduktion an. In den USA und in Japan hat sie die Pluszone erreicht. Ein zartes Pflänzchen sicherlich und von niedrigstem Niveau. Aber die Abwärtstrends sind gestoppt.

Von einer Auslastung wie im Jahr 2007 zu träu- men, verbietet sich selbstverständlich weiter- hin. Dennoch sehen wir in den jüngsten Daten mehr als nur einen Lagerzyklus. Historisch be- deutet ein Anziehen der Industrieproduktion zeit- gleich das Ende der Rezession (Grafik 2). Die Branchenallokation ist eindeutig. In der letzten Ausgabe hatten wir es schon angedeu- tet. Die mit Abstand am besten laufende Bran- che ist der Bereich Business Equipment. Wir hatten Ihnen unsere Favoriten aus der Techno- logie- und Kommunikationsbranche bereits auf dem Silbertablett vorgestellt. Am schwächsten präsentiert sich gegenwärtig der Bausektor. Wenn wir bedenken, wieviel Kapital aus öffentlichen Konjunkturförderprogrammen in den Sektor geflossen ist, mag sich der Anleger kaum ausmalen, welcher Kahlschlag ohne staatliche Krücken erfolgt wäre. Daß für eine Gesundung der Branche diese Stützen nicht sehr hilfreich sind, läßt sich seit über 20 Jahren in Japan beobach- ten. Entsprechend bleibt die Branche auf Dauer ein Kandidat für eine Untergewichtung. Welche Branchen sind noch zu beobachten? Energie hat gute Karten. Im Vorfeld der Driving Season sind die Werte gefragt. Weltweit ist der Energieverbrauch noch immer rückläufig. Die Mehrnachfrage in den Schwellenländern wird durch den Rückgang in den Industriestaaten mehr als kompensiert. Das heißt, es ist vorerst nicht mit dauerhaft höheren Preisen zu rechnen. Saisonal wohl, das Frühjahr ist traditionell zumindest beim Öl von steigenden Preisen ge- kennzeichnet, aber nicht längerfristig. Wie uns ein Energie- manager dieser Tage zurief: Es gibt zu viel Öl und Gas am Markt. Das macht es für die Versorger nicht leichter. RWE beispielsweise rechnet für das laufende Halbjahr sowohl mit fallenden Verkaufsmengen als auch mit niedrigeren Preisen. Auf seiten der Verarbeiter und in den Raffinerien laufen die Geschäfte gleichwohl rosig. Auch die Driller können sich nicht über mangelnde Aufträge beklagen. Deshalb hier bitte genau hinschauen. Der Konsum wird seinem Image als nachlaufender Indikator gerecht. In den USA ging das Konsumenten- vertrauen auf Tauchstation. Im jüngsten ifo-Bericht war der erste Rückgang seit einem Jahr vor allem auf schwächeren Konsum zurückzuführen. Die Angst um die Arbeitsplätze sorge für Zurückhaltung, so die Münch- ner. Das gleiche Credo vermittelte der wieder rückläufige GfK-Konsumklima-Index.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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