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Veröffentlicht von Redaktion "Actien-Börse" am 21.01.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 21.01.2011:

Börsenbrief Actien-Börse
Actien-Börse

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1963

Der größte und der kleinste Finanzdienstleister sind Schlüsselgrößen für die Basistendenz

Hierbei fassen wir den Begriff Finanzdienstleister etwas weiter als üblich, doch eine genaue Abgrenzung gibt es ohnehin nicht. ALLIANZ ist der größte Finanzdienstleister und keineswegs mehr ein reiner Versicherer. COMDIRECT ist der Kleinste unter den großen Börsenbanken, der die direkteste Beziehung zum Aktienmarkt hat (neben DT. BÖRSE).

Die ALLIANZ ist zu 28 % ein Versicherer für Leben, Rück etc. und zu 25 % ein Asset-Manager. Weitere 25 % entfallen auf die Industrieversicherung und die kleineren Sektoren. Die ALLIANZ erreicht in diesem Jahr einen Gesamtumsatz von voraussichtlich 108 bis 110 Mrd € als Summe aller Tätigkeiten. Der größte Zuwachs wird voraussichtlich in der Vermögensverwaltung erreicht. Ein Betriebsgewinn lässt sich bis 9,5 Mrd € hochrechnen. Darin stecken die Versicherungsgewinne und die anteiligen Gewinne für das Asset-Management. Wenn es sehr gut läuft, sind auch 10 Mrd € keine Utopie. Die Tabelle bezieht sich auf 2009. Die ALLIANZ ist mit rund 320 Mrd € Kapitalanlagen in der eigenen Bilanz und über 2.000 Mrd € unter Asset-Management einer der größten dieses Sektors. Nur die Amerikaner bringen es auf höhere Größen. Das Management dieser Kapitalanlagen ist der Schlüssel für die Bewertung des gesamten Konzerns. Bislang galt die Aktienquote als Möglichkeit, die Performance der Kapitalanlagen deutlich zu erhöhen. Das wird voraussichtlich nicht der Fall sein. München rechnet durchschnittlich mit einer mittleren Aktienquote von höchstens 12 %, gegenüber den früheren Sätzen von 25 bis 29 % konzernweit. Der neue Ausweg, den die ALLIANZ zu gehen beabsichtigt, um aus dem Problem der hohen Bondquote herauszukommen, liegt wohl darin: Die ALLIANZ will weniger Anleihen und dafür vor allem Schuldscheine und ähnliche Finanzmittel im großen Umfang aufbauen. Damit vermeidet man jede Kursschwankung dieser Papiere und kann mit einer sicheren laufenden Rendite rechnen. Es gibt einige kleinere Versicherer, die dies hervorragend vormachen. Ob das im Volumen der ALLIANZ möglich ist, wird sich zeigen. Andererseits: Die Aktienquote im Asset-Management wird ausgeweitet. Dann liegt das Risiko bei den Kunden und nicht im eigenen Buch. Auch das ist clever, und der Erfolg des PIMCO-Fonds belegt es. Er erreichte seit seiner Auflage in nur 9 Monaten immerhin ein Volumen von über 1 Mrd €. Was ist dies alles wert? Bei 95 € hatten wir die Breaklinie skizziert. Sie wurde auf den Punkt erreicht und in der AB-Daily realisiert. Das Überspringen dieser Linie eröffnet eine neue Rally bis ca. 120 €. Es reicht im günstigsten Fall auch bis 135 €. Wir machen es davon abhängig, was die ALLIANZ in Kürze vorlegt und als Perspektive nennt. Mit einem Gewicht von 7,33 % im DAX würde die ALLIANZ in diesem Fall auch die MÜNCHENER RÜCK und die Banken mitziehen. Das ergäbe insgesamt ein DAX-Signal für den Frühjahrsverlauf, was nur dann unterlaufen werden könnte, wenn die bisherigen Spitzengewinner Auto und Chemie deutlich verlieren. Es geht mithin um eine Chance von rund 36 % in ALLIANZ im Rahmen der Frühjahrsrally. Technisches Risiko 5 bis 6 €.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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