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Veröffentlicht von Performaxx-Anlegermedien GmbH am 16.02.2009

Demag Cranes: Kranhersteller mit ungehobenem Potenzial

Demag Cranes: Kranhersteller mit ungehobenem Potenzial

Rund 15 Monate liegt unsere letzte Bestandsaufnahme des deutschen Kranspezialisten zurück. Von einer Verdoppelung bis hin zu einer Halbierung des ursprünglichen IPO-Preises von 22 Euro (Sommer 2006) haben die Düsseldorfer schon alles durchgemacht.

Jetzt gilt es für den MDax-Titel, die Scherben von Gewinnwarnungen, Vertrauensverlust und einbrechender Konjunktur zusammen zu kehren – und sich neu zu ordnen.

Demag Cranes ist auf Industriekrane und Krankomponenten sowie Hafenkrane und Technologien zur Hafenautomatisierung spezialisiert. Das Unternehmen produziert Komponenten wie Seil- und Kettenzüge, Fahrwerke und Motoren sowie Standard- und Prozesskrane für industrielle Anwendungen, darüber hinaus Produkte für den Hafen- und Terminalbereich wie z.B. automatisierte Transport- und Logistiksysteme. In seinen Segmenten zählt Demag zu den weltweit führenden Anbietern.

Rückblende ins Jahr 2006


Erst bekamen die damaligen Eigner KKR und Siemens die Aktien nicht zum gewünschten Preis los und mussten sich mit einem reduzierten Emissionserlös von 22 Euro je Aktie begnügen. Daraufhin jedoch marschierte der Aktienkurs steil aufwärts, so dass die Altaktionäre schließlich ein weiteres Paket zu 33 Euro platzieren konnten, was der Markt zu diesem Zeitpunkt leicht verdaute. Auch die Veräußerung von Aktien des Vorstandsvorsitzenden Harald Joos, der Demag-Papiere in einem Gegenwert von insgesamt 2,3 Mio. Euro losschlug, schluckte der Markt ohne Murren. Das war 2006 und Demag am Ende sogar einer der am besten performenden Börsenneulinge – nicht zu Unrecht.

Erst der Abgang des damaligen Finanzvorstands sorgte für einen ersten Dämpfer. Umso heftiger aber bestrafte der Markt eine kurzfristig kommunizierte Gewinnrevision um ca. 16 %. In der Heftigkeit schwang viel Vertrauensverlust mit, den auch der Vorstand in den Analystenkonferenzen nicht ausräumen konnte. Weitere Dämpfer folgten, was in einem Kurstief bei 11 Euro Ende Oktober 2008 gipfelte.

Rekordjahr 2007/08


Dabei übertraf Demag mit einem Umsatz von 1,23 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2007/08 sogar die zuletzt gegebene Guidance und erwirtschaftete eine EBIT-Marge von 11 %. Das Nettoergebnis erreichte mit 3,81 Euro je Anteil Rekordniveau. Im letzten Quartal aber brach die Marge bei Industriekränen schon auf 6,9 % ein, nach knapp 9 % in den Vorquartalen. Dem gegenüber stand ein Auftragseingang, der mit +16 % noch nicht auf eine akute Krise hindeutet. Auch die Hafentechnologiesparte schwächelt. Sie ist eng mit der Baubranche verbunden, bei der es zuletzt zahlreiche Verschiebungen von Projekten gab. Neuinvestitionen sind derzeit zurückgestellt.

Prognose

Unter dem Strich dürfte Demag im aktuellen Geschäftsjahr, das bis zum 30. September läuft, einen leichten Erlösrückgang um ca. 5 % verzeichnen. Das liefe auf 1,1 bis 1,15 Mrd. Euro hinaus. Vorsichtshalber unterstellen wir beim EBIT einen signifikanten Rückgang um zwei Basispunkte auf 9 %. Wo hierbei der Boden liegt, kann man derzeit nicht exakt einschätzen. Das KGV dürfte 2008/09 auf ca. 6 bis 7 hinauslaufen, was eine Rezession komplett einpreist.

Dividende über 7 %


Interessant ist die hohe Dividende, die für 2007/08 bei 1,40 Euro je Aktie liegen sollte, was einer Dividendenrendite von mehr als 7 % entspricht. In den Folgejahren ist auch bei der Dividende mit einem leichten Rückgang zu rechnen, da der Vorstand bereits eine Nicht-Kontinuität andeutete, um etwas mehr liquide Mittel im Unternehmen zu halten. Wir gehen daher von nur noch 1 bis 1,20 Euro je Aktie für 2008/09 und 2009/10 aus.
 
Fazit

Demag Cranes ist ein defensiver Titel, jedoch mit Überraschungspotenzial. Um eine Durststrecke, mindestens im gerade laufenden Geschäftsjahr 2008/09, kommen aber auch die Düsseldorfer nicht herum. Angesichts eines KGV 2009 von rund 6 bis 7 und einer Dividendenrendite von über 7 % scheint das Risikopotenzial momentan begrenzt. Dem gegenüber stehen Chancen auf ein Kursplus von bis zu 50 %, sollte die Weltwirtschaft nicht komplett in eine mehrjährige Rezession wegkippen.

Für den Inhalt dieses Artikels ist die Redaktion des Performaxx-Anlegerbriefs verantwortlich. Der Performaxx-Anlegerbrief zählt mit einer Musterdepotperformance von über 595 % seit 1.1.2001 zu Deutschlands erfolgreichsten Börsenbriefen.

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