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Veröffentlicht von Redaktion "Frankfurter Börsenbrief" am 10.06.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 10.06.2010:

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CURT L. SCHMITT Informationsdienste - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1954

Das Ungarn-Thema wird heißer gekocht als gegessen

Das gilt für die fundamentale Seite. An der Börse sahen wir im Juni eini- ge Aufgeregtheit wegen Äuße- rungen über einen möglicherwei- se bevorstehenden Staatsbank- rott. Um es klar zu sagen: Solche Mutmaßungen entbehren jeder Grundlage.

Was hat den neuen Regierungschef Orbán denn da geritten? Zur Beantwortung ein Blick zwei Monate zurück: Seine Fidesz-Partei hatte im April die Wahl mit einer Zwei-Drittel-Mehr- heit im Parlament vor allem deshalb gewonnen, weil die Bevölkerung den Sparkurs der Sozialisten satt war. Mit dem zentralen Wahlversprechen „keine Steuererhöhungen“ konnte die Wähler eingesammelt werden wie mit einem Bündel Speck die Mäuse. Nun weiß natürlich jeder politisch Interessierte um den Wert von Wahlver- sprechen, wenn die Urnen geleert und die Stimmen ausgezählt sind. Dennoch waren die Skrupel vor einem offe- nen Bruch der Wahlversprechen groß genug, dass Orbán lieber in Kauf nahm, die Aktien- und Devisenmärkte in größte Turbulenzen zu stürzen, ein Gespenst eines Zahlungsausfalls an die Wand zu malen und selber den Ver- gleich mit Griechenland herzustellen. Alles falsch! Investoren in Osteuropa können also entspannen. Wir haben bewusst den Begriff „Investoren“ im letzten Satz verwendet, weil auf kurze Sicht trotzdem noch mit Abschlä- gen gerechnet werden muss. Mit sehr heftigen Abschlägen sogar. Die Börse hat immer Recht. Kapital ist wie ein scheues Reh. Es verzieht sich beim kleinsten Anschein von Risiko. Fakt ist aber auch: Wer sich die Ent- wicklung der Staatsdefizite in Osteuropa genauer besieht, entdeckt in den letzten zehn Jahren sogar eine höhere Stabilität im Vergleich zu England, Frankreich oder Deutschland. Während sich in Westeuropa mit Ausnahme von Belgien und Spanien (!) die Verschuldungslage überall verschärfte, haben die ehemaligen Ostblockländer wie auch Skandinavien ihre Hausaufgaben gemacht (vgl Chart).

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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