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Veröffentlicht von Redaktion "Rohstoff-Report" am 12.02.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 12.02.2010:

Börsenbrief Gold- & Rohstoff-Report
Gold- & Rohstoff-Report

BörseGo AG - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2002

Das finden Investoren gar nicht lustig

Nur noch 34.1% der Verfasser von US-Börsenbriefen sind bullisch, nach 53.4% am 8. Januar. Ein Rückgang war zu erwarten, dass sich die Eintrübung aber so rasant ereignet, überrascht. Es legt den Schluss nahe, dass Anleger die letzte Phase der Hausse nur mitgemacht haben aus Angst, etwas zu verpassen, nicht aber weil sie sich große Sprünge an den Märkten im Jahr 2010 erwarteten. Ergo hatten viele Investoren ihre Stopps vermutlich nahe am Kursgeschehen und wurden folglich durch die erste Schwäche an den Märkten ausgestoppt.

Der frühere US-Notenbankchef Alan Greenspan warnte am 8. Februar in ungewöhnlich deutlicher Form vor der Gefahr weiter fallender Aktien - kurse. Der Kursrückgang sei „mehr als ein Warnzeichen“. Aktienkurse seien keine bloßen Buchwerte, sondern würden eine „zutiefst bedeutende Rolle in der gesamtwirtschaftlichen Aktivität“ einnehmen. Laut Greenspan werden sich Konjunktur und Arbeitsmarkt in den Vereinigten Staaten nur langsam erholen. Daran sei auch der unausgeglichene US-Haushalt Schuld. Am 4. Februar hob der US-Kongress die Obergrenze für die Gesamtverschuldung um 1.9 Billionen (sic!) US-Dollar auf 14.3 Billionen US-Dollar an. Das neue Geld soll möglichst bis zum Halbjahr halten. Dann sind die Midterm-Wahlen in Washington, und da möchte man möglichst ungestört sein. „Ich habe keinen Zweifel daran, dass wir die Steuern erhöhen müssen, um diese riesige Finanzierungs - lücke zu schließen, aber wir können das nicht nur über die Steuern lösen, weil dies das Wachstum stark ausbremsen und damit die Zahl der Steuerzahler verringern würde, und das würde dazu führen, dass die möglichen Steuereinnahmen am Ende noch geringer sind, als zuvor“, warnt Greenspan. Bleibt nur noch übrig, dass die US-Regierung auf der Ausgabenseite spart, was von Marktkommentatoren sofort als schädlich für die gesamtwirtschaftliche Aktivität abgetan wird. Doch ist es das wirklich? Hierzu ein genauer Blick auf die Ausgaben der US-Regierung. 744 Milliarden Dollar betragen die Verteidigungsausgaben der USA, die Steuereinnahmen liegen bei 1121 Milliarden Dollar. Das heißt: 84% der Einnahmen werden für das Militär ausgegeben – also beispielsweise für den Betrieb von über 700 Militärbasen im Ausland oder für zwei Kriege, in die die USA involviert sind. Einige Experten weisen darauf hin, dass die gesamten Verteidigungsausgaben bei über 1000 Milliarden Dollar pro Jahr liegen könnten, wenn man zum Beispiel die Kosten für die Heimatschutzbehörde mit einrechnet. Diese Kosten sind in der Tortengrafik nämlich unter „Nondefense“ eingerechnet. Sparen scheint aber kein großes Thema zu sein. Mehr Geld wird gebraucht. Daher auch die Erhöhung der Verschuldungsgrenze. Die Federal Reserve spielt offenbar mit. Der Präsident der New Yorker Fed William C. Dudley ist der erste Vertreter der Notenbank, der öffentlich von der Möglichkeit spricht, dass die US-Notenbank ihr Aufkaufprogramm für hypothekenbesicherte Wertpapiere und andere toxische Aktiven möglicherweise fortführen könnte, sollten die Zinsen zu deutlich steigen. Die Bank of New York ist das wichtigste Organ im US-amerikanischen Zentralbankensystem. Offiziell hat die Federal Reserve von einem Ende der Aufkäufe zum 31. März gesprochen. Der Kauf von Aktiven durch die Federal Reserve wird finanziert durch „Money out of thin air“, sprich: noch mehr gedrucktes Geld. Das Geld, das nicht da ist, muss gedruckt werden, wenn das Ausland nicht mehr will, oder nicht mehr kann. Europa hat genug zu tun mit den PIIG-Staaten, China fürchtet sich vor einer Spekulationsblase am heimischen Aktien- und Immobilienmarkt. Da das Weltfinanzsystem globalisiert ist, führen gegenseitige Verflechtungen dazu, dass Schäden in einer Region auch andere Regionen treffen. Wir alle sitzen in einem Boot. Daher spricht die Bundesregierung auch von einem globalen Ansatz, wenn es um den Bailout Griechenlands geht. Barclays Capital schätzt, dass US-Banken an Portugal, Griechenland, Irland und Spanien insgesamt 176 Milliarden Dollar an Krediten vergeben haben. Das seien 5% der Gesamtsumme an Auslandskrediten, die US-Banken vergeben haben sollen. Die Wellen, die Drohung chinesischer Militärs in der Blogosphäre im In - ter net schlagen, passen hierzu. Zwei hochrangige chinesische Generäle und ein Colonel haben wegen anstehender Waffenverkäufe der USA an Taiwan der chinesischen Regierung empfohlen, zur „Bestrafung“ Washingtons einige Staatsanleihen zu verkaufen. Das geht aus einem Reuters-Bericht von Anfang der Woche hervor. In der Blogosphäre wurde die Story weiter gesponnen. Mittlerweile sollen Taten gefolgt sein. Wohl ge - merkt: Die Quelle hierfür ist ein Blog, und zwar der „Inner Workings Blog“ der „Asia Times“. Darin steht geschrieben: „Dollar-denominierte Risikoaktiven, auch aktienbesicherte Wertpapiere (…), werden vom Staatlichen Devisenamt (SAFE) nicht länger gewünscht, was auch für große chinesische Bankenadressen gilt. Die chinesische Regierung hat Devisenreserven-Manager angewiesen, riskantere Wertpapiere abzustoßen und nur noch in Renten und US-Regierungspapiere zu investieren, die eine explizite oder implizite staatliche Garantie tragen. Das wurde bereits an amerikanische Wertpapierhändler kommuniziert, be richten Marktteilnehmer, die mit den Ereignissen direkt in Verbindung stehen.“ Es ist nicht klar, ob diese Empfehlung, sollte sie wahr sein, eine politische Erwägung wegen Taiwan ist, oder ob die Volksrepublik damit einfach nur auf die deutlich ausgeweiteten Risikoprämien bei riskanten Aktiven seit Beginn der Marktkorrektur vor zwei Wochen reagiert. Die Aussage stammt unter anderem von dem chinesischen General Zhu, der im Jahr 2005 dafür bekannt wurde, gesagt zu haben, dass bei einem Angriff Chinas durch US-Raketen China mit dem Abwurf von Atombomben auf US-amerikanische Städte reagieren werde. Klar scheint, dass sich die Politiker weltweit gegen ein „Double-Dip“- Szenario wappnen, also ein zweites Abgleiten in eine Rezession nach Beendigung der Sonderstützungszahlungen und Konjunkturpakete. Nicht umsonst plant die US-Börsenaufsicht eine Schonfrist für den Kapital ent - zug aus Geldmarktfonds. Money Market Fund-Manager soll die Möglichkeit gegeben werden, im Zweifelsfall einige Wochen mit der Auszahlung des Kapitals zu warten. Damit soll ein „geordneter Verkauf“ der Papiere ermöglicht werden. Man könnte auch sagen: Damit soll panikartiges Geldabheben, sprich ein „Bank Run“ unmöglich werden. Alan Greenspan, der die heutige Krise durch billiges Geld maßgeblich mit verursacht hat, entschied sich im letzten Jahr dazu, Berater des Hedge - fonds-Managers John Paulson zu werden. Paulson hat richtig viel Geld verdient, als er auf das Platzen der Immobilienblase wettete, von der viele Marktbeobachter sagen, dass sie auch von Greenspans billigem Geld mit verursacht wurde. Jetzt setzt er, wohl auch auf Anraten Green - spans, auf Gold. Paulsons Hedgefonds hält 9% des SPDR Gold Trust. Der an der Wall Street gehandelte ETF ist der größte für Gold weltweit. Rund 1120 Tonnen Gold werden zur Besicherung des ETF eingelagert, wovon Paulson damit rund 100 Tonnen hält. Daneben kaufte Paulson auch noch mehrere Goldminen ganz oder teilweise. Ich habe in einem Artikel auf Godmode-Trader.de Ende August 2009 auf diese Greenspan- Paulson-Verflechtung hingewiesen, als der Goldpreis noch bei 950 Dollar notierte: bitte klicken Sie hier!

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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