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Veröffentlicht von Weimer Media Group GmbH am 27.03.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 27.03.2011:

Börsenbrief BÖRSE am Sonntag
BÖRSE am Sonntag

Weimer Media Group GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2000

Dallmayr: Genuss aus München

Für viele München-Besucher ist ein Einkaufsbummel im schmucken Dallmayr-Haus in der Dienerstraße fester Bestandteil einer Reise in die bayerische Landeshauptstadt. Selbst wer noch nie dort war, kennt das Geschäft mit den charmanten Servicekräften aus der Kaffeewerbung im Fernsehen. Zwar ist Dallmayr für sein Kaffeesortiment bekannt, doch das traditionsreiche Unternehmen hat noch viel mehr zu bieten.

 

Die Geschichte der Firma reicht über drei Jahrhunderte zurück. Die Wurzeln liegen in einem kleinen Handelsgeschäft, das im Jahr 1700 in München eröffnete. 170 Jahre lang verkaufte die Gründerfamilie Reitter hier Lebensmittel und Gewürze. 1870 erwarb der Kaufmann Alois Dallmayr das Geschäft und gab ihm seinen Namen. Doch bereits 15 Jahre später verkaufte er den Laden an Anton Randlkofer, der den bereits etablierten Firmennamen beibehielt. Allerdings starb Anton Randlkofer bereits 1897, und so übernahm seine Frau Therese Randlkofer den Chefposten. Sie war offenbar eine geschäftstüchtige Frau. Unter ihrer Leitung wurde dem Delikatessengeschäft nicht nur der Titel eines Königlich Bayerischen Hoflieferanten verliehen. Dallmayr belieferte auch zahlreiche andere Fürstenund Königshäuser in Europa mit Leckereien und Schmankerln. Bei Dallmayr konnte man dank Therese Randlkofer auch so exklusive Sachen wie Austern oder exotische Früchte kaufen, was damals noch sehr außergewöhnliche Luxusprodukte waren. Neben der Erweiterung des Produktangebots stellte sie auch zahlreiche neue Mitarbeiter ein. Außerdem ließ sie das berühmte Haus in der Dienerstraße bauen, an dessen aufwendig gestalteter Fassade der gehobene Anspruch der Firma Dallmayr sichtbar wurde. Die Geschäfte gingen gut, nicht einmal das Ende der Monarchie in Deutschland im Jahr 1918 konnte dem Erfolg etwas anhaben: Die clevere Therese nannte das Geschäft kurzerhand „ehemaliger Hoflieferant“.

Lebensmittel der Luxusklasse

Doch im Oktober 1929 kam es zum großen Börsencrash in den USA. Es folgte eine weltweite Wirtschaftskrise, die auch das Haus Dallmayr nicht verschonte. Kaum jemand konnte Geld für Luxusartikel wie Bananen erübrigen. So kam man auf die Idee, Kaffee zu verkaufen. Den Aufbau des Kaffeegeschäfts nahm ein junger Mann namens Konrad Werner Wille in die Hand. Der aus Bremen stammende Kaufmann war zwar erst 19 Jahre alt, als er 1933 bei Dallmayr anfing, doch er verstand etwas vom Kaffeegeschäft und konnte mit seinem Kaffee aus Äthiopien bei der Kundschaft punkten. Der Zweite Weltkrieg war allerdings verheerend für die Firma, das Stammhaus wurde vollständig zerstört. Konrad Werner Wille und Thereses Sohn Paul bauten das Unternehmen nach Kriegsende mühevoll wieder auf, auch die Fassade des Hauses wurde originalgetreu errichtet. Mit den beiden Standbeinen Kaffee und Delikatessen kam Dallmayr wieder auf Kurs. In den 1960er-Jahren kam auch noch das Geschäft mit Kaffeeund Snackautomaten hinzu. Damals kreierte Wille auch die populäre Kaffeemarke prodomo, die nach Unternehmensangaben heute zu den führenden Markenartikeln im deutschen Kaffeemarkt gehört. Seit 1977 leiten Werner Wille, der Sohn von Konrad Werner Wille, und Georg Randlkofer, der Urenkel von Anton und Therese Randlkofer, den Familienbetrieb. Dabei verantwortet die Familie Wille das Kaffeeund Automatengeschäft, das 1985 in eine eigene Handelsgesellschaft überführt wurde und an dem der Lebensmittelriese Nestlé eine Beteiligung hält. Für das Geschäft mit den Delikatessen sind die Randlkofers zuständig. Ihre Leckereien aus aller Welt gibt es im Haus Dallmayr zu kaufen. Gourmets kommen voll auf ihre Kosten: Ein Sortiment aus unter anderem Käse, Fisch und Meeresfrüchten, feinen Süßwaren und Gebäck, Gewürzen, Wein und natürlich Kaffee erwartet die Kundschaft. 1,5 Mio. Besucher aus aller Welt fühlen sich jedes Jahr von den Köstlichkeiten magisch angezogen. Über dem Delikatessenparadies verwöhnen ein mit zwei Michelin-Sternen dekoriertes Restaurant und ein Café-Bistro anspruchsvolle Genießer. Ein Catering-Service sorgt dafür, dass Veranstaltungen und Feiern zum kulinarischen Erlebnis werden. 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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