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Veröffentlicht von Redaktion "Antizyklischer Börsenbrief" am 02.06.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 02.06.2010:

Börsenbrief Antizyklischer Börsenbrief
Antizyklischer Börsenbrief

BörseGo AG - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Juni 2006

Crystallex: Vorsicht hochspekulativ!

Der Aktienkurs von Crystallex International Corporation (KRY, KRY.TO) ist in der vergangenen Woche bei steigenden Umsätzen über eine wichtige Wider - standszone ausgebrochen. Auffallend ist die starke Vorstellung des Aktienkurses gegen den zuletzt allgemein schwachen Trend.

Unser Stamm-Leser kennen das ja von uns. Solche Kursverläufe gefallen uns am besten: Wenn Aktien nach einer dramatischen Absturz und einer ausgeprägten Bodenbildungsphase bei steigenden Umsätzen über eine wichtige charttechnische Hürde springen, dann führt das oft zu weiteren Kurszuwächsen. Natürlich gibt es hierfür keine Garantien, doch die Chancen sind zumindest recht hoch. Doch leider haben starke Einbrüche und ausgeprägte Bodenbildungsphasen fast immer einen gewichtigen Grund. Sehen wir uns das an: In seinem Projekt Las Cristinas in Venezuela fördert der im Jahr 1984 gegründete kanadische Konzern Gold. Damit ist schon der erste Risikofaktor genannt: Engagements in dem lateinamerikanischen Land sind nicht jedermanns Sache. Staatspräsident Hugo Chávez ist ein Verfechter der Bolivarischen Revolution, seine erklärten Ziele sind der Kampf gegen Korruption, die Schaffung und Stärkung möglichst direkter Demokratie, sowie die nationale und ökonomische Unabhängigkeit. 40. Venezuelas Staatschef Hugo Chávez regiert mit harter Hand, Enteignungen inklusive... Zur Durchsetzung dieser Ziele schreckt der Präsident nicht davor zurück, schon mal in die Mottenkiste des Staatsapparats zu greifen und etwa umfangreiche Enteignungen anzuordnen. So wurde im Jahr 2008 die Zementindustrie verstaatlicht. Enteignet wurden neben der venezolanische Tochter von Holcim auch die Niederlassungen des mexikanischen Cemex-Konzerns und der französischen Lafarge-Gruppe. Und damit zurück zu Crystallex. Venezuela ist nicht nur bekannt für seine reichen Erdölvorkommen. Das „schwarze Gold“ sichert vier Fünftel der Exporterlöse des Landes, die Hälfte der Staatseinnahmen und 25 Prozent des Brutto sozial - produkts. Doch auch das gelbe Gold ist in größeren Mengen im Boden Venezuelas zu finden. In Las Cristinas liegen bis zu 22 Millionen Unzen Gold: Damit zählt Crystallex auf dem amerikanischen Kontinent zu den Unternehmen mit den größten nachgewiesenen Goldvorkommen. Das Ganze bei einem Börsenwert in Höhe von gerade einmal 227 Millionen CAN-Dollar. Von den nordamerikanischen Goldunternehmen besitzen nur die Branchen - riesen Newmont Mining (NEM), Barrick Gold (ABX) und Goldcorp (GG) mehr Reserven als Crystallex. Doch während Anleger für eine Unze Gold im Boden bei Barrick & Co. im Schnitt rund 180 US-Dollar bezahlen, kostet die Unze bei Crystallex gemessen am Marktwert nur rund zehn (!) US-Dollar. Trotz des hohen Risiko-Abschlags ist die Aktie für Anleger mit schwachen Nerven jedoch völlig ungeeignet. Im Sommer 2005 stürzte der Aktienkurs um 75 Prozent in die Tiefe, weil Anleger befürchteten, die Regierung in Caracas könne Las Cristinas unter staatliche Kontrolle bringen. 42. Der Aktienkurs von Crystallex ist nichts für schwache Nerven. Gerade tut sich wieder was... Mutiger wurden die Investoren erst wieder, als die südafrikanische Gold Fields (GFI) im November 2005 die Übernahme des Explorers Bolivar Gold ankündigte. Bolivar arbeitet in direkter Nachbarschaft von Crystallex. Für regelrechte Kaufpanik sorgte im Jahr 2006 die Nachricht von der Zulassung des Goldprojekts durch das venezolanische Bergbauministerium. Binnen weniger Wochen explodierte der Kurs um 600 Prozent. Doch anschließend ging es wieder steil abwärts. Erneut wurde von drohender Verstaatlichung und Strafsteuern für ausländische Minenunternehmen berichtet. Bewahrheitet hat sich nichts davon, Crystallex musste weder Steuern nachzahlen, noch dürfte die Enteignung bevorstehen. Die kürzlich vorgelegten Zahlen zum ersten Quartal zeigen nun aber, dass der Konzern noch nicht über den Berg ist: Die Kanadier hatten einen Verlust von neun Millionen US-Dollar oder drei US-Cents je Aktie eingefahren. Im Vorjahresquartal war der Verlust mit 4,8 Millionen US-Dollar oder zwei US-Cents je Anteilsschein noch bedeutend kleiner ausgefallen. Natürlich ist der Aktienkurs nicht umsonst so tief gefallen: Neben den geschilderten Risiken ist die nicht gerade üppige Kapitalausstattung ein Warnsignal. Die Cash-Reserven betragen nur 4,3 Millionen US-Dollar und dürften nicht ausreichen, das Überleben des Konzerns über die kommenden zwölf Monate hinaus zu sichern. Aus diesen Risiken ergeben sich gleichzeitig natürlich erhebliche Chancen: Goldproduzenten, die Verluste schreiben, weisen einen immensen Hebel auf einen steigenden Goldpreis auf. Im vorliegenden Fall kommen die riesigen Goldvorkommen hinzu, die geradezu lächerlich niedrig bewertet sind. Vor diesem Hintergrund wäre der Konzern eigentlich ein interessantes Übernahmeziel. Wir werden sehen... Was uns besonders gut gefällt ist die absolute Stille, die den Titel umgibt: Es gibt keinen Börsenbrief, der Crystallex auf dem Radar hat. In den einschlägigen Internet-Foren herrscht Totenstille. Und der Aktienkurs fängt gerade erst an, sich wieder etwas zu bewegen – das perfekte Umfeld für mutige Spekulanten. Nach dem starken Anstieg der vergangenen Tage sollte man sich vorerst jedoch zurückhalten. Wir könnten uns gut vorstellen, dass der Aktienkurs das Aus - bruchs niveau bei 0,50 US-Dollar in den kommenden Wochen noch einmal testet. Sehr spekulativ agierende Anleger, die das Risiko eines Investments in Venezuela nicht scheuen, könnten dann zugreifen, sollten die Position aber sehr aufmerksam verfolgen.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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