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Veröffentlicht von Redaktion "Klimawandel & Investments" am 15.03.2010

China zwischen Aufschwung und Katastrophen

China zwischen Aufschwung und Katastrophen

China ist zwar wirtschaftlich gesehen auf der Überholspur. Allerdings sind Naturkatastrophen im Reich der Mitte ein Unsicherheitsfaktor. „Viele Klimaforscher gehen davon aus, dass durch den Klimawandel künftig zwar nicht unbedingt die Zahl der Taifune, wohl aber deren Intensität zunehmen könnte.

Daneben ist China auch wegen der Gletscher - schmelze, Starkregenereignissen und des steigenden Meeresspiegels vom Klimawandel betroffen“, schreiben die Experten der Münchener Rück - versicherung in ihrer Länderstudie des Jahres - rück blicks „Topics Geo – Naturkatastrophen 2009“. Im Schnitt werde China sieben Mal im Jahr von Taifunen getroffen. Zwar war die Schadensstatistik des vergangenen Jahres mit einem volkswirtschaftlichen Schaden von 50 Milliarden Dollar zwar deutlich geringer als 2008. 2009 war kein El-Niño-Jahr. Diese natürliche Klima-Anomalie, die im Pazifikraum meist im Winter für Naturkatastrophen sorgt, ist im vergangenen Jahr ausgeblieben. Die Hurrikan- Saison im nordatlantischen Raum ist deswegen vergleichsweise ruhig verlaufen. Weil aber dadurch auch der Monsun schwächer gewesen sei, gab es in Südasien mehr DürreschaÅNden. „2009 hat wieder einmal deutlich gemacht, wie stark natürliche Klimaschwankungen den Schadensverlauf beeinflussen. Es wäre aber auf jeden Fall falsch, aus einem glimpflichen Schadensjahr die Erwartung abzuleiten, dass dies in den nächsten Jahren so bleiben wird“, sagt Peter Höppe, Leiter der GeoRisikoForschung. In China gibt es auch ohne den Klimawandel Naturkatastrophen. Zum Beispiel sei das Schwellenland generell anfällig für Erdbeben. „Von den zehn Erdbeben mit den meisten Todesopfern seit 1900 ereigneten sich vier in China, das schlimmste davon 1976 in der Provinz Tangshan mit 242.000 Todesopfern“, teilen die Experten weiter mit. Der Mittel- und Unterlauf des Jangtses sei prädestiniert für Überschwemmungen, weil das Gelände sehr flach sei. Die zehn größten Überschwemmungsereignisse seit 1980 hätten in ganz China volkswirtschaftliche Schäden von mehr als 135 Milliarden Dollar verursacht. In zehn bis 15 Jahren könnte China die USA als größte Volkswirtschaft überholen. Damit nehmen auch die immateriellen Werte in Ballungs - zentren zu. „Wie in vielen aufstrebenden Ländern ist die Nachfrage nach Versicherungsschutz in China noch relativ gering. Und das, obwohl die Gefährdung durch Naturkatastrophen objektiv sehr hoch ist“, sagt Torsten Jeworrek, im Vorstand von Munich Re zuständig für das weltweite RückversicherungsgeschaÅNft. Der Versicherungs - markt wachse dort zwar stark und sei bereits weltweit auf Rang sechs, stehe aber immer noch am Anfang. Die Münchener Rück unterhalte Geschäftsbeziehungen zur Volksrepublik China seit 1956 und eröffnete 1997 Repräsentanzen in Peking und Shanghai.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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