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Veröffentlicht von Performaxx-Anlegermedien GmbH am 01.11.2010

Centrotec Sustainable: Merkels Joker für den Klimaschutz

Centrotec Sustainable: Merkels Joker für den Klimaschutz

In Berlin denkt die Regierung intensiv darüber nach, wie die ambitionierten Ziele zur CO2-Reduktion erreicht werden können. Dabei gerät ein Bereich zunehmend ins Visier, der für einen Großteil des Energieverbrauchs sorgt: der Heizbedarf für Häuser und Wohnungen. Durch eine bessere Dämmung, den Einsatz erneuerbarer Energien und eine Effizienzverbesserung der Versorgungssysteme soll dieser schon in wenigen Jahrzehnten soweit reduziert werden, dass alle Wohngebäude nach Möglichkeit eine ausgeglichene Klimabilanz aufweisen. Dies würde Investitionen in Milliardenhöhe erfordern und den Anbietern in diesem Sektor einen weiteren Schub verleihen. Zu den führenden Spezialisten und potenziellen Profiteuren der politischen Pläne zählt das SDax-Unternehmen Centrotec Sustainable.

Spezialist für grüne Gebäudetechnik Der Konzern arbeitet seit Jahren an dem Aufbau einer umfangreichen Produktpalette im Bereich der grünen Gebäudetechnik. Nach dem Börsengang im Jahr 1998 hat die Gesellschaft hier kräftig investiert und beispielsweise den Bereich Befestigungssysteme für Solaranlagen neu aufgebaut. Mittlerweile zählt dieses Geschäft zu den wichtigsten Erlösquellen des seit 2006 ebenfalls börsennotierten Ablegers Centrosolar, der sich heute noch zu 26 % im Besitz des Konzerns befindet. Einen weiteren Meilenstein stellte die vor vier Jahren vollzogene Akquisition des breit aufgestellten Systemanbieters Wolf dar, der zu diesem Zeitpunkt u.a. mit Klima- und Lüftungsanlagen sowie Lösungen zur Nutzung von Biomasse und Solarthermie rund 200 Mio. Euro umsetzte. Auch dank dieses Zukaufs konnte Centrotec im Folgejahr kombinierte Heiz-, Klima- und Lüftungssysteme einführen und damit ein völlig neues Marktsegment erschließen. Integrierte Systeme für Gebäude, die alle verfügbaren Techniken und erneuerbare Energiequellen für eine energiesparende Versorgung nutzen, zählen seitdem zum strategischen Schwerpunkt der Gruppe. Rückschlag bei Centrosolar Trotz der aussichtsreichen Aufstellung und eines bemerkenswerten strategischen Weitblicks beim Ausbau der Gruppe – so wurden die Solaraktivitäten kurz vor dem Millenniumswechsel und damit vor dem großen Boom forciert – mussten in den vergangenen Jahren auch einige empfindliche Rückschläge hingenommen werden. Zu einem kleinen Desaster entwickelte sich etwa das Joint Venture zwischen Centrosolar und der Infineon-Tochter Qimonda zum Aufbau einer Solarzellen-Produktion in Portugal. Nach der Insolvenz des Partners musste das Projekt letztlich beerdigt werden und führte bei der Beteiligung nicht nur zu Abschreibungen von 10,1 Mio. Euro, sondern auch zur Übernahme von Finanzschulden in Höhe von 16,5 Mio. Euro. Finanzkrise belastet Geschäftsjahr 2009 Auch die Finanzkrise ist an Centrotec Sustainable nicht spurlos vorüber gegangen. Im Kernsegment „Climate Systems“, der mit Lüftungs-, Heiz- und Klimatisierungssystemen rund zwei Drittel der Konzernerlöse erwirtschaftet, musste trotz einer starken Entwicklung in Deutschland wegen schwacher Verkäufe in Osteuropa und eines schwierigen Projektgeschäfts ein Rückgang um 3,1 % auf 309,5 Mio. Euro hingenommen werden. Noch deutlich größer ist der Einbruch mit 23,6 % (auf 29 Mio. Euro) im Randbereich „Medical Technology & Engeneering Plastics“ ausgefallen, wo eine gute Absatzentwicklung bei der Medizintechnik durch einen rund 50-prozentigen Einbruch bei Hochleistungskunststoffen für den Maschinen- und Anlagenbau überkompensiert wurde. Respektable Resultate Demgegenüber entwickelte sich der zweitgrößte Geschäftsbereich „Gas Flue Systems“ mit einem Zuwachs von 7,8 % auf 118,8 Mio. Euro hervorragend. Obwohl die Neubauaktivitäten in Europa auf niedrigem Niveau verharrten und damit dämpfend auf den Absatz der hier in erster Linie vertriebenen Abgassysteme wirkten, bestand ein unverändert hoher Bedarf im Bereich der Renovierung von Altanlagen. Für einen weiteren Schub sorgten die Einführung neuer Produkte und eine erfolgreiche Neukundenakquise, so dass hier insgesamt der Marktanteil ausgebaut werden konnte. Das hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die gesamten Konzernerlöse mit 466,6 Mio. Euro nur rund 2 % unter dem Rekordwert aus 2008 lagen. Und während das Nettoergebnis (-72 % auf 5,2 Mio. Euro) unter den Schwierigkeiten bei Centrosolar gelitten hat, die zu einer Abwertung des Beteiligungsbuchwertes führten, lag das EBIT mit 29 Mio. Euro (-10 %) auf einem weiterhin sehr respektablen Niveau. Starke Zahlen in 2010 In einem sich aufhellenden wirtschaftlichen Umfeld ist aber schon in der laufenden Periode die Rückkehr auf den Wachstumspfad gelungen. Im ersten Halbjahr legten alle Segmente zu und führten in Summe zu einer Umsatzsteigerung von 8 % auf 217,7 Mio. Euro, was einen überproportionalen EBIT-Anstieg auf 10,1 Mio. Euro (+70,8 %) ermöglichte. Unter dem Strich wurde ein Gewinn von 7,7 Mio. Euro erwirtschaftet, nachdem die Centrosolar-Abwertung im Vorjahr noch das Nettoergebnis (-9,6 Mio. Euro) verhagelt hatte. Aber auch abseits dieses Sondereffekts entwickelt sich das Unternehmen im laufenden Jahr weit besser als vom Management zuvor erwartet wurde, so dass die Ergebnisprognose schon zwei Mal angehoben werden konnte. Rechnete der Vorstand ursprünglich mit einem Gewinn je Aktie von 1,10 bis 1,20 Euro, lautet die aktuelle Ziel-Bandbreite 1,50 bis 1,60 Euro. Fazit Centrotec Sustainable entwickelt sich im laufenden Jahr hervorragend, und angesichts der starken Stellung im Wachstumsmarkt Gebäude-Energieeffizienz stufen wir auch die mittel- und langfristigen Perspektiven als sehr vielversprechend ein. In Relation zu diesen Aussichten ist die Aktie mit einem KGV10 von 10,5 trotz eines hohen Kurszuwachses im laufenden Jahr immer noch sehr günstig. Wir empfehlen daher den sofortigen Aufbau einer ersten Position. Sollte es im Zuge einer Schwäche des Gesamtmarktes in den nächsten Wochen zu einer Konsolidierung kommen, empfiehlt sich eine Aufstockung.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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