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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 11.06.2015

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 11.06.2015:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

CELGENE (WKN: 881 244; 110.72 $) - ein erstklassiges Investment mit Langzeitcharakter

Die Kernkompetenz dieses US-Biotechwertes ist das Erforschen, Entwickeln und Kommerzialisieren von Medikamenten für die Behandlung von Krebs und Immunkrankheiten. Zu den bekanntesten Medikamenten der Gesellschaft zählen REVLIMID, THALOMID, ALKERAN, FOCALIN und die RITALIN-Reihe. Des Weiteren setzt sich das Unternehmen mit der Stammzellen-Therapie auseinander.

Celgene ist eine echte Erfolgsstory. Seit 2009 kommt es Jahr für Jahr zu deutlichen Gewinn- und Umsatzsprüngen. Lag der Gewinn je Aktie in 2009 noch bei 0,84 $, so erreichte dieser 2014 schon 2,50 $. Beim Umsatz ergibt sich das gleiche Bild. Von 2009 bis Ende 2014 kletterte der Umsatz von 2,69 Mrd. $ auf 7,67 Mrd. $. Das ist Gewinndynamik pur.

2015 wird sich diese Dynamik fortsetzen. Die Prognosen sehen so aus, dass man den Umsatz im laufenden Jahr um knapp 24 % auf 9,5 Mrd. $ (Spanne 9 bis 9,5 Mrd. $) hochfahren wird. Der Gewinn je Aktie soll zwischen 4,60 und 4,75 $ liegen, nach 3,71 $ im Vorjahr.

Bis 2020 überdurchschnittliches Wachstum. Celgenes Langfristprognose sieht vor, den Umsatz bis 2020 auf 20 Mrd. $ auszuweiten. Der Gewinn je Aktie sollte dann unseren Hochrechnungen zufolge auf über 10 $ ausgeweitet werden. Unterstellt man ein faires KGV von 20 bis 25 (aktuelles KGV per 2015 23,5) in Anbetracht dieser Wachstumsraten, hätte die Aktie ein Potenzial von 130 % (Ziel 250 $) auf fünf Jahre. Die Wirkstoffpipeline gibt das her. Möglicherweise kommt es aber noch besser:

Das Zauberwort im Fall Celgene heißt „Mongersen“. Celgene hat sich im April letzten Jahres für 710 Mio. $ die Rechte an der Substanz GED-0301 gesichert. Dabei handelte es sich lediglich um eine Anzahlung. Wenn GED-0301, das jetzt Mongersen heißt, tatsächlich eingeführt wird, sind insgesamt 2,6 Mrd. $ an Nogra Pharma (Tochter des italienischen Giuliani-Konzerns) zu zahlen. Dies ist zugleich bisher die größte sog. „upfront licensing deal“ der Pharmageschichte. Was steckt hinter diesem Deal?

Eine Zulassung von Mongersen würde die Therapie von chronischen Darmkrankheiten revolutionieren. 1998 erteilte die FDA die Zulassung für den ersten TumorNekrose-Faktor (TNFb)-Blocker für die Behandlung des Morbus Crohn oder Culitis Ulcerosa. Danach folgten die TNFalpha Blocker wie Humira von Abbvie. Trotz eindrücklichem Therapieerfolg mit Medikamenten dieser Behandlungsklasse spricht rund ein Drittel der Patienten nicht darauf an, so dass neue Behandlungsprinzipien dringend notwendig sind. Zudem sind die Nebenwirkungen dieser sog. Immunsuppressiva enorm stark.

Die Studienergebnisse der Phase II mit Mongersen sind imposant: In einer von Giuliani gesponserten Phase-2-Studie (1) wurden in Rom 160 Patienten im Alter von 18 bis 75 Jahren mit mäßig bis stark aktivem M. Crohn mit 10, 40 oder 160 mg Mongersen während zwei Wochen behandelt. Bei den beiden oberen Dosierungen waren Remissionsraten von 55 und 65% festzustellen. Solche Erfolgsquoten sind in der Behandlung von Morbus Crohn beispiellos. Nebenwirkungen traten in den Behandlungsarmen nicht häufi ger auf als unter Placebo und entsprachen meistens Symptomen oder Komplikationen der Grundkrankheit.

Mongersen hat Blockbuster-Potenzial. Allerdings muss dafür die Phase III der klinischen Prüfung überstanden werden. Das dürfte noch mal zwei bis drei Jahre dauern. Inklusive des Zulassungsvorganges vergehen dann noch einmal 12 Monate, bis Mongersen marktreif wäre. Allerdings wird dies vorab schon im Kurs eingepreist. Der Umsatz mit Mongersen könnte ein Potenzial von 4 Mrd. $ jährlich haben und würde dem Konkurrenzprodukt Humira (10 Mrd. € Umsatz) erheblich zusetzen und sehr schnell einen Großteil des Marktes für die Behandlung von chronischen Darmkrankheiten wegnehmen. 4 Mrd. $ Umsatzpotenzial stehen gegen aktuell ca. 9,5 Mrd. $ Umsatz. Das hat enormes Gewicht. Dazu kommt: Die Margen dürften sehr hoch sein. Wir vermuten, dass das Medikament mindestens in der Preisklasse von Humira anzusiedeln ist. Die Kosten eines mit Humira behandelten Patienten liegen jährlich bei rd. 25.000 €.

Zu den jüngsten Quartalszahlen: Der Gewinn je Aktie stieg im ersten Quartal 2015 von 0,83 auf 1,07 $. Die Prognosen lagen bei 1,06 $. Der Umsatz kletterte um 20 % auf 2,06 Mrd. $. Das lag einen Tick unter den Erwartungen. Der Ausblick per 2015 wurde bestätigt. Achten Sie aber nicht zu sehr auf die Quartalszahlen. Sie werden oft durch zu hohen Analystenprognosen belastet. Celgene lässt sich auch nicht anhand einer über- oder untertroffenen Quartalszahl beurteilen.

Fazit: Die aktuelle Korrektur im Aufwärtstrend animiert uns, einen Fuß in die Tür zu stellen. Für die andere Hälfte bietet sich ein Nachkaufl imit knapp unter 100 $ an. Ziel sind 250 $ per 2019/20.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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