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Veröffentlicht von Redaktion "Aktionärsbrief" am 03.03.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 03.03.2011:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

„Cash is Trash!“

Das scheint derzeit das Motto der Anleger zu sein, denn Aktien sind derzeit derart en vogue wie selten zuvor. Der von Merrill Lynch ermittelte Risikoappetitindikator rangiert derzeit mit + 47 Punkten so hoch wie zuletzt im Januar 2006. Zudem sind mit netto 67 % die Fondsmanager gegenwärtig rekordhoch in Aktien übergewichtet. Die Cash-Reserven der Fonds sind gleichzeitig auf 3,5 % gesunken; die Fondsprofis sind hier 9 % untergewichtet, was dem tiefsten Stand seit Januar 2002 entspricht.

Der US-Aktienmarkt ist einer der Hauptprofiteure der aktuellen Aktienhausse. Die anhaltende Kapitalflucht aus den Emerging Markets befeuert diesen Effekt noch: Seit vergangenem Oktober ziehen die Anleger Geld aus den Emerging Markets ab und investieren es vor allem in den USA. Seit Mitte Januar hat sich dieser Trend noch verstärkt. US-Aktienfonds sind seit Jahresbeginn netto 28,4 Mrd US-$ und damit so viel wie seit Jahren nicht mehr zugeflossen. Aber auch Europa (5,8 Mrd US-$) und Japan (3,2 Mrd US-$) wirken offensichtlich attraktiv auf Anleger. Derweil ist die Stimmung für die Emerging Markets fast auf dem Tiefpunkt angelangt. Nur noch 5 % der Fondsmanager sind in „EmMa“-Aktien übergewichtet. Ein wahrer Kollaps, dennim Vormonat waren es noch 43 % gewesen. Unterm Strich haben die „EmMa“-Fonds seit Jahresbeginn einen Kapitalabfluss von 11,9 Mrd. US-$ hinnehmen müssen. Ein endgültiger Abgesang auf die Emerging Markets wäre dennoch nicht gerechtfertigt. Stutzig macht nämlich, dass viele EmMa-Währungen gegenüber dem US-Dollar trotz des massiven Kapitalabflusses aufgewertet haben. Zudem sind „EmMa“-Aktien kurzfristig überverkauft. Die Bewertung ist mit einem KGV von durchschnittlich 11 moderat. Darüber hinaus sind viele EmMa-Länder strukturell besser aufgestellt als viele Industriestaaten, ihre Staatsfinanzen sind zumeist gesund und sie plagen keine Überschuldungsprobleme. Wie tief können die Emerging Markets also noch fallen? Ausgehend vom Januarhoch hat der MSCI Emerging Markets rund 4 % nachgegeben. Seit 1990 hat er in Phasen typischer Kurskorrekturen jeweils 15 bis 20 % nachgegeben. (Ausgenommen die Krisenjahre 1990, 1997, 2000 und 2008). Sollte der MSCI EmMa also noch um weitere 10 % fallen, sollten Anleger beginnen, wieder über einen Einstieg nachzudenken. Zudem haben die Emerging Markets seit Oktober die entwickelten Märkte um 11 % underperformt. Eine relative Schwäche dieses Ausmaßes gab es in den vergangenen 11 Jahren sieben Mal. Außer in den Krisenjahren 2000 und 2008 drehte der Trend bei einem Minus von 14 bis 18 % wieder nach oben. Das würde bedeuten, dass EmMa-Aktien bereits das Schlimmste hinter sich haben. Fazit: Emerging Markets sind derzeit bei Anlegern „mega-out“. Aber das wird nicht immer so bleiben. Auch wenn der Aufwärtstrend in den USA und Europa unbedingt weiter ausgekostet werden sollte, dürfen Anleger die Emerging Markets nur vorübergehend abschreiben.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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