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Veröffentlicht von Stephan Heibel am 05.10.2009

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 05.10.2009:

Börsenbrief Heibel-Ticker
Heibel-Ticker

Stephan Heibel - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit März 2000

Bundespräsident mit Finanz-Fachwissen

Biene Merkel und Westerwilli werden uns wohl die nächsten vier Jahre beschäftigen. Man sagt, politische Börsen hätten kurze Beine. Wie die Rallye nach den Wahlen zeigte, konnte sich die deutsche Börse nur wenige Tage dem Korrekturbedarf der internationalen Aktienmärkte entziehen. Umso heftiger ging es denn auch anschließend bergab.

Doch eins nach dem anderen: Wir haben also in den nächsten Jahren eine schwarz/gelbe Regierung. Eine erste Reaktion war ein kräftiger Anstieg bei unseren Versorgern und Atomkraftwerksbetreibern E.On und RWE. Der Atomausstieg könnte durch die neue Koalition erneut in Frage gestellt werden. Die Lobby für den billigen Strom ist groß und die Argumente sind hinlänglich bekannt: Deutschland exportiert Atomtechnik und kauft Atomenergie in Frankreich ein, schaltet die eigenen Reaktoren jedoch vorzeitig ab. Auf der anderen Seite sind Risiken und Entsorgung noch immer ungelöst.

Im Gegenzug zum Kursanstieg bei den Versorgern knickten natürlich die Solartitel ein. Nicht nur dass eine Verlängerung der Nutzung der Atomenergie den Druck für einen Wechsel zur Solarenergie mildert, sondern zusätzlich beginnt die FDP bereits, die Solarförderung in Frage zu stellen: Sowohl die Einspeisevergütungssätze, wie sie im EEG festgeschrieben sind, sollen nach dem Jahr 2011 stärker vermindert werden als bislang geplant. Als auch ein Deckel, wie in Spanien, soll auf die Fördertöpfe gelegt werden, damit die Förderung nicht ausufert.

Das EEG ist eines der wenigen international wirklich fairen Gesetze, das den Wettbewerb fördert und auch dann noch deutschen Unternehmen zugute kommt, wenn chinesische Firmen den Markt mit Solarmodulen überfluten. Ich habe in der Solarstudie ausführlich dazu Stellung genommen. Dass nun ausgerechnet die FDP, die nach einer liberalen Wirtschaftsordnung ruft, dieses Gesetz angreifen möchte, finde ich schon merkwürdig.

Ungeachtet dessen habe ich für die HT-PLUS Abonnenten bereits Stellung zu meiner Solarempfehlung genommen: Sie ist von den Diskussionen um das EEG unbetroffen, weil ihr Geschäft überwiegend ohnehin bereits im Ausland liegt. Näheres dazu im Kapitel 06.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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