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Veröffentlicht von AB Wirtschaftsdienst GmbH am 21.07.2020

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 21.07.2020:

Börsenbrief Hanseatischer Börsendienst
Hanseatischer Börsendienst

AB Wirtschaftsdienst GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Mai 1961

Börsentrend: Comeback der Zykliker? Pleitewelle?

Die kommenden Börsenwochen werden spannend!

Comeback der Zykliker?
Steht ein Comeback der Aktien von konjunkturabhängigen Unternehmen (Zykliker) bevor? Zuletzt haben einige Unternehmen aus dem Automobil- und auch der Maschinenbaubranche trotz Corona überraschend robuste Quartalszahlen vorgelegt. Ein Beispiel dafür ist Daimler (ISIN DE0007100000, Euro 38,89). Allerdings trugen im zweiten Quartal oftmals das Kurzarbeitergeld maßgeblich zur Stabilisierung bei. Davon profitierte auch Daimler. Allerdings verzeichneten die Stuttgarter besonders aus China im Juni eine starke Nachfrage. Daimler ist fundamentalanalytisch sicherlich billig, insbesondere im Vergleich mit dem US-Highflyer Tesla, doch der DAX-Titel ist aus unserer Sicht noch kein Kauf. Immerhin trugen Daimler und die anderen Automobilaktien zur weiteren Erholung des DAX bei, der erstmals wieder die Marke von 13.000 Punkten überschritt. Damit ist der kurzfristige Aufwärtstrend intakt. Allerdings waren die jüngsten Kursgewinne von eher unterdurchschnittlichen Börsenumsätzen begleitet. Dies spricht dafür, dass der Aufwärtstrend etwas ermüdet. Es dürfte dem DAX nicht leicht fallen, die bevorstehende Widerstandszone zu überwinden und auf neue Rekordmarken oberhalb von 13.800 Punkte vorzurücken.
 
Experten befürchten Pleitewelle
Der echte Realitätscheck, ob diese Kursgewinne der Realität standhalten können, steht noch aus. So warnt beispielsweise der Kreditversicherer Euler Hermes davor, dass spätestens ab dem Herbst überall auf der Welt eine Pleitewelle einsetzen wird, die sich dann über das gesamte erste Halbjahr 2021 fortsetzt. Ähnliche Bedenken äußerte jüngst der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer: "Nach unseren Umfragen sehen 40 Prozent der Unternehmen Liquiditätsengpässe. Fast die Hälfte berichtet von schwindendem Eigenkapital durch starke Verluste." Zehn Prozent der Unternehmen sehen sich laut Schweizer von Insolvenz bedroht. "Wir befürchten im Herbst eine Insolvenzwelle dramatischen Ausmaßes", sagte Schweitzer.
 
Die kommenden Börsenwochen werden spannend
Die weitere Entwicklung wird also sehr spannend werden. Ein Sprung auf neue Rekordmarken ist angesichts der massiven monetären sowie konjunkturellen Unterstützung der Notenbanken und Staaten nicht ausgeschlossen. Dennoch ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, um die Depotrisiken deutlich auszuweiten. Die derzeit gute Börsenstimmung kann angesichts der historisch einmaligen Herausforderungen von konjunktureller Wachstumsschwäche und globaler Überschuldung schnell wieder ins Gegenteil drehen.
 

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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