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Veröffentlicht von Steffen Boller am 03.07.2014

Binäre Optionen: große Chance, Glücksspiel oder reine Abzocke

Binäre Optionen: große Chance, Glücksspiel oder reine Abzocke

Binary Options hier und dort – man könnte fast glauben man hört diesen Begriff mittlerweile öfter im Zusammenhang mit Derivaten als im IT-Bereich, der Mutter der binären Nullen und Einsen. Lässt sich die große Aufmerksamkeit auf das geniale einfache Produkt oder doch eher die schmerzlichen Erfahrungen vieler Nutzer zurückführen?

Einfacher kann man nun wirklich nicht an der Börse traden: DAX Future auswählen, Restlaufzeit der binären Option anschauen (z.B. eine Minute oder 15 Minuten) und entscheiden ob man glaubt, der Kurs ist am Ende der Laufzeit höher (long) oder niedriger (short) als aktuell – abwarten und schauen wie das Ergebnis ist. Dieses „Spiel“ ist heute bei einer Vielzahl von Brokern möglich, wer möchte findet eine gute Übersicht und weitere Erklärungen auf brokervergleich.co.
 
Was genau passiert wenn man gewinnt oder verliert? Nun entweder man macht aus seinen 100 Euro ganz schnell 170-180, oder man geht mit 0-15 Euro nachhause. Die maximale Gewinnausschüttung sowie der Verlust schwanken hier stark von Broker zu Broker, gleich ist immer eins: % Verlust größer als möglicher Gewinn – ist klar oder, irgendwie muss ja auch der Broker verdienen? Sind binäre Optionen deshalb nun die größte Abzocke des Internets? Nein!
 
Jeder weiß, dass  auch beim Roulette im Casino am Ende nur die Bank gewinnt, das ist nun mal Stochastisch so, muss ohnehin betriebswirtschaftlich so sein, und ist eben das Wesen des Glückspiels Roulette – hier schreit ja auch keiner von Abzocke. Etwas anders sieht das im Übrigen wallstreet-online.de, hier heißt es „Lassen Sie die Finger von binären Optionen. Es handelt sich hier um ein reines Glücksspiel mit 50%-iger Gewinnwahrscheinlichkeit.
 
Der Unterschied bei binären Optionen ist, dass die Wette auf das Underlying (z.B. DAX Future) von Faktoren beeinflusst wird, die ich analysieren und bewerten kann, genau so wie es jeder andere Trader tut, der mit Derivaten oder Wertpapieren auf den Dax spekuliert. Beim Roulette beträgt die Gewinnchance 18/37 = 48.6%, das ist bewiesen, garantiert, und ich kann nichts am Verlauf der Kugel ändern oder vorhersehen. Überlegungen wieso der DAX steigt oder fällt, wie sich der Markt entwickelt, sind aber absolut möglich, daher besitzen binäre Optionen keinen ausweisbare berechenbare Gewinnchance. Daher sind binäre Optionen genau so wenig Glücksspiel, wie es Optionen, Futures oder Zertifikate sind, es sind Investitionen – im Sinne des Casinos vielleicht eher mit Poker oder BlackJack vergleichbar, auch hier kann ich Einfluss nehmen.
 
Ok, heißt das also nun, binäre Optionen sind der heilige Gral und machen jeden reich? Nein! Auch das ist nicht der Fall. Wenn ihr ein guter Trader seit, könnt ihr euer Geld mit jedem Derivat verdienen. Bei binären Optionen sind die hohen Spreads zwischen Gewinn- und Verlustchance durchaus kritisch zu betrachten (10%). Auf der anderen Seite, ist es ein sehr leichter und spielerischer Einstieg in simples Trading. Um so professioneller und langfristiger Händler unterwegs sind, desto eher kehren sie binären Optionen den Rücken zu.
 
Fazit: Weder besonders gut noch besonders schlecht. Antesten zum reinkommen in die Börsenmaterie ist erlaubt – auf keinen Fall vom Spiel/Zocktrieb überkommen lassen!
 
Bildquelle: © somchaij - Fotolia.com

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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