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Veröffentlicht von Redaktion "Aktien-Newsletter" am 08.04.2009

Bilfinger Berger: Profiteur der Konjunkturprogramme

Bilfinger Berger: Profiteur der Konjunkturprogramme

Deutsche Bauingenieure sind weltweit begehrt. Wegen ihrer Top-Ausbildung "Made in Germany". Auf Konzernebene trifft dies ebenfalls zu. Das deutsche MDAX-Unternehmen Bilfinger Berger ist ein führender international tätiger Bau- und Dienstleistungskonzern, dessen Leistungsspektrum von Beratung, Entwicklung, Planung und Finanzierung über betriebsfertige Erstellung bis hin zu Instandhaltung und Betrieb reicht und von den weltweiten Konjunkturprogrammen im Bereich der Infrastruktur in den kommenden Quartalen profitieren sollte. Für den Anleger ein Grund mehr, sich die Aktie einmal näher anzuschauen.

Drei Wurzeln

Die heutige Bilfinger Berger AG entstand erst im Jahr 1975 durch die Fusion traditionsreicher Baugesellschaften. Ihre historischen Wurzeln reichen aber zurück bis ins Jahr 1880. August Bernatz realisierte im damals deutschen Lothringen sein erstes größeres Projekt. 1883 ließ sich der Baumeister in Mannheim nieder. Aus seinem Unternehmen ging die Grün & Bilfinger AG hervor. Die anderen Vorläuferfirmen von Bilfinger Berger, die Julius Berger Tiefbau AG und die Berlinische Boden-Gesellschaft, wurden beide im Jahr 1890 gegründet. Im Jahr 1975 erfolgte schließlich die Fusion zur Bilfinger + Berger Bauaktiengesellschaft, die ihren Namen im Zuge der strategischen Neuausrichtung im Jahr 2001 in Bilfinger Berger AG änderte. Als Multi Service Group bietet das Unternehmen im In- und Ausland ganzheitliche Lösungen in den Bereichen Immobilien, Infrastruktur und Industrieservice. Und das mit Erfolg.

Prognose für laufendes Jahr bestätigt

Der Konzern verdiente zuletzt gut. Der Baukonzern hatte jüngst im Rahmen seiner Bilanzpressekonferenz die Prognose für das laufende Geschäftsjahr bestätigt. Demnach rechnet man für 2009 mit einer Leistung von rund 10 Mrd. Euro. Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) und Konzernergebnis sollen mindestens das um Sondereffekte bereinigte Niveau des Vorjahres plus 250 Mio. Euro, beziehungsweise plus 140 Mio. Euro erreichen. Für das Geschäftsjahr 2008 soll der Hauptversammlung eine Dividendenerhöhung von 1,80 auf 2,00 Euro je Aktie vorgeschlagen werden. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern ein EBIT von 298 Mio. Euro erzielt, nach 229 Mio. Euro im Vorjahr. Dabei stand 2008 ein positiver Einmaleffekt von 45 Mio. Euro zu Buche. Das um den Sondereffekt bereinigte EBIT beläuft sich auf 253 Mio. Euro. Das Konzernergebnis nahm im Jahr 2008 um 49% auf 200 Mio. Euro zu. Bei der Gesamtleistung stand im Vorjahresvergleich ein Anstieg von 16% auf 10,74 Mrd. Euro zu Buche.

Kein reiner Baukonzern

Dass Bilfinger Berger ein zukunftsorientierter Baukonzern ist, zeigt sich an den bisherigen Referenzprojekten. Unter anderem ist man bei Puente Centenario beteiligt. Diese zweite Brücke über den Panamakanal trägt wesentlich zur Entwicklung des Landes bei. Die rund 1.000 Meter lange Schrägseilbrücke wurde von Bilfinger Berger in nur 27 Monaten Bauzeit errichtet. Die technisch anspruchsvolle Konstruktion wird von 128 Stahlkabeln getragen, die an zwei 178 Meter hohen Pylonen aufgehängt sind. Viel wichtiger ist aber das neueste Engagement der Mannheimer in den Zukunftsmarkt Trinkwasser. Bilfinger Berger hat in Australien zusammen mit zwei Partnern den Auftrag für Planung und Bau einer Meerwasserentsalzungsanlage in Port Stanvac bei Adelaide erhalten. Das Projektvolumen beläuft sich auf insgesamt 410 Mio. Euro, davon entfallen 165 Mio. Euro auf Bilfinger Berger. Die Anlage ist zunächst auf die Gewinnung von 50 Millionen Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr ausgelegt, weitere Ausbaustufen sind möglich. Die Entsalzungsanlage wird 2011 in Betrieb gehen und künftig entscheidend dazu beitragen, die Wasserversorgung der südaustralischen Großstadt zu sichern. Auftraggeber ist die staatliche South Australian Water Corporation. Im Rahmen des Konsortiums ist Bilfinger Berger für die Planung und Errichtung von Infrastruktur und Betriebsgebäuden zuständig. Solche Projekte sind für den MDAX-Konzern nichts Neues. Am Persischen Golf zählt Bilfinger Berger bereits zu den führenden Anbietern für Wartung und Instandhaltung von Entsalzungs- und Wasseraufbereitungsanlagen.

Fazit:

Die Bilfinger Berger-Aktie ist eigentlich eine gute Möglichkeit, in einen zyklischen Titel zu investieren, der als global aktiver Konzern von den weltweit zahlreich aufgelegten Konjunkturprogrammen profitieren sollte. Er ist im Gegensatz zu anderen Wettbewerbern aber kein reiner Baukonzern, sondern auch im Bereich Dienstleistungen aktiv, was für ein ausgewogenes Portfolio sorgt. Mit einer Dividendenrendite von mehr als 6% ist der Titel mehr als attraktiv, hinzu kommt noch ein KGV von unter acht und ein KUV, das sich nicht einmal auf 0,2 beläuft. Dass Bilfinger Berger langfristig ein solides Investment zu sein scheint, zeigen uns auch die letzten Insiderkäufe. Im Februar hatte Aufsichtsratsmitglied Stark eigene Aktien im Volumen von rund einer dreiviertel Million Euro gekauft. Insgesamt betrachtet können somit erste langfristige Käufe in Erwägung gezogen werden

Derivate- Trading

Investoren, die sich der Risiken bewusst sind, können versuchen, mögliche Kurssteigerungen mit Derivaten zu hebeln. Auf den Basiswert Bilfinger Berger gibt es dazu auch eine große Auswahl an Hebelzertifikaten. Interessant ist beispielsweise der Mini Long der BNP Paribas ( WKN: BN1974 ). Ausgestattet mit einer theoretisch unbegrenzten Laufzeit liegt die Knockoutschwelle aktuell bei 23,06 Euro und damit unter unserem bevorzugten Stop-Loss auf Aktienkursbasis von 25,80 Euro. Der Hebel liegt derzeit bei knapp drei.

Anleger sollten sich generell über die erhöhten Risiken beim Handel mit Optionsscheinen bzw. Knockout-Produkten bewusst sein und eine adäquate Limittechnik verfolgen. Sie sollten verstehen, dass der Handel mit Derivaten unter anderem durch die höhere Reagibilität wesentlich risikoreicher ist als der physische Aktienhandel und vornehmlich der gezielten Nutzung von zeitlich fest definierten Marktchancen dient. Aufgrund der Hebelwirkung ist im Vergleich zum physischen Erwerb der Aktie ferner lediglich ein wesentlich geringerer Kapitaleinsatz erforderlich.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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