Beginnt nun das Große Fressen in Deutschland?

Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 03.11.2010
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Aktionärsbrief

In gut sieben Wochen ist Weihnachten. Gesucht sind wieder himmlische Spielsachen für den Wunschzettel. Bei den großen internationalen Unternehmen dürften zunehmend deutsche Adressen auf diesem Zettel zu finden sein. Deshalb:


In den deutschen Chefetagen grassiert die Angst vor dem Ausverkauf. Die feindliche Übernahme von Hochtief durch die spanische ACS gilt als Startsignal für eine Übernahmewelle. Weltweit bietet Deutschland die attraktivsten Ziele. Die deutsche Wirtschaft hat ihre internationale Konkurrenz abgehängt. Der Export brummt und der technische Vorsprung ist groß. Die Schulden der Unternehmen sind niedrig, die Barmittel hoch und die Gewinne steigen dynamisch. 2011 rücken neue Rekorde bei den Nettogewinnen der DAX-Mitglieder in Reichweite. Gleichzeitig sind die Bewertungen weiterhin niedrig. Hinzu kommt: Das aktuelle Gemengenlage ist für eine anschwellende Welle von Fusionen und Übernahmen prädestiniert. Zum einen haben Unternehmen in den vergangenen Quartalen ihre Barbestände kräftig erhöht, die sie für Investitionen nutzen können. Zum Ende des 3. Quartals beliefen sich die Barmittel der US-Aktiengesellschaften auf rund 2,2 Billionen Dollar. Die Summe liegt um rund 60 % höher als noch vor vier Jahren. Gleichzeitig können Unternehmen wegen der niedrigen Zinsen derzeit Akquisitionen günstig mit der Ausgabe von Anleihen finanzieren. Aber: Ankeraktionäre sind bei börsennotierten deutschen Unternehmen oft Fehlanzeige. Viele Firmen sind feindlichen Attacken schutzlos ausgeliefert. Wer über 75 % Streubesitz hat und ein niedriges Verhältnis von Börsenwert zu EBITDA oder zum Umsatz aufweist, ist ein potentieller Übernahmekandidat. Gleichzeitig: Die politische Unterstützung hält sich in Grenzen. Zwar hat die Kanzlerin im Fall Hochtief eine Verbindung nach Katar hergestellt. Darüber hinaus hält sich die Bereitschaft der Bundesregierung, die Übernahme abzuwenden, aber in Grenzen, denn als Exportnation ist man auf offene Märkte angewiesen. Länder wie Spanien oder Frankreich reagieren in solchen Fällen wesentlich rigoroser und initiieren medienwirksam politische Abwehrschlachten. Aber nicht nur große Konzerne stehen im Fadenkreuz. Bahrain sucht als erster Golfstaat gezielt nach Investitionschancen im deutschen Mittelstand. Kleine und mittlere Firmen gelten als besonders attraktiv, da sie Stabilität versprechen und oft technologisch führend sind. Dabei stehen deutsche Autozulieferer und der Maschinenbau im Fokus. Damit geht Bahrain einen anderen Weg als seine reichen Nachbarn, die hierzulande bislang vor allem bei Großkonzernen wie VW investiert haben. Fazit: Die neue Übernahmephantasie ist eine weitere Triebfeder für den deutschen Aktienmarkt. Welche Unternehmen zu den potentiellen Kandidaten gehören, lesen Sie auf den Seiten 6 und 7.

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