Das unabhängige Börsenbriefportal
Dummy user 4cd198318f7ba865ddfc9be0ce721c477cd93e564a7cc290544f95b121ea2dae
Veröffentlicht von Performaxx-Anlegermedien GmbH am 26.01.2009

Bauer AG: Chance auf antizyklischen Neueinstieg

Bauer AG: Chance auf antizyklischen Neueinstieg

Vor fast einem Jahr zeigten wir Ihnen im Rahmen des letzten Updates, dass die Aktien des Hoch- und Tiefbauspezialisten Bauer in ein konservatives Depot gehören. Das allerdings war vor der Finanzkrise, die im weiteren Verlauf des Jahres 2008 über die Märkte hineinbrach.

Seitdem hat sich auch der Bauer-Kurs fast halbiert. Selbst der Aufstieg in den MDax half den Papieren nur vorübergehend. Bei derzeit knapp 22 Euro steht jetzt ein niedriges einstelliges KGV und eine Dividendenrendite von über 5 % zu Buche. Die Frage ist, ob das Investoren wieder davon überzeugen kann, sich jetzt antizyklisch in einen Infrastrukturtitel zu begeben.

Drei Geschäftsfelder

Nach Jahren des Wartens kam mit der Bauer AG Mitte 2006 wieder ein Baukonzern an deutsche Börsen. Im Spezialtiefbau (Tiefgaragen für Verwaltungsgebäude, U-Bahn-Pro¬jek¬te), Umwelttechnik, Bausanierung und Brückenbau zählt der Konzern zu den weltweit vier größten Anbietern, gleiches gilt für den Geschäftsbereich Maschinenbau mit Fokus Spezialausrüstungen. Hier erzielt Bauer fünf Sechstel seiner Umsätze. Weltweit ist der Trend eindeutig: Aufgrund der Endlichkeit der Erdfläche muss mehr in die Höhe, aber auch mehr in die Tiefe gebaut werden. Als einer der Weltmarktführer profitiert Bauer davon. Das schon 1790 gegründete Unternehmen erzielt heute über zwei Drittel seiner Leistung im Ausland. Der Konzern erreichte 2007 mit über 5.500 Mitarbeitern eine Gesamtkonzernleistung von 1.033 Mio. Euro (Vorjahr: 835 Mio. Euro). Erstmalig wurden 2007 neue Tätigkeitsfelder in dem neuen, dritten Segment „Resources“ gebündelt. Es umfasst Dienstleistungen in den Bereichen Mining, Geothermie, Umwelttechnik, Brunnenbau sowie Brunnenausbau.

Rekordjahr 2008

Während das Jahr 2007 mit 4,35 Euro Gewinn je Aktie abgeschlossen wurde, ist im abgelaufenen Jahr 2008 noch mit einem Anstieg auf über 5 Euro je Anteil zu rechnen. Dies bedeutet bei einem aktuellen Kurs von ziemlich genau 22 Euro ein 2008er KGV von rund 5. Allerdings wird die Zahl von weltweiten Infrastruktur-Bauprojekten und kommerziellen Bauprojekten mittlerweile geringer – die Auswirkungen der Finanzkrise sind auch in der Realwirtschaft angekommen und als Baukonzern spürt diese auch die Bauer AG. Selbst ausgehandelte Bauprojekte könnten aufgrund von Finanzierungslücken auf Seiten der Auftraggeber auf der Kippe stehen. Gerade hieß es in der Presse, dass die Arbeiten am Burj Dubai, dem höchsten Gebäude der Welt, für ein Jahr ausgesetzt werden sollen. Zwar soll es fertig gestellt werden, doch höchstwahrscheinlich werden die Ambitionen etwas zurückgeschraubt. Zweifellos ist das kein gutes Omen für die gesamte Infrastrukturbranche.

Für magerere Zeiten vorgesorgt

Nun ist das Kind ja nicht in den Brunnen gefallen, schließlich zeigten die Neunmonatszahlen einen Umsatzanstieg um ein Viertel auf 1,11 Mrd. Euro. Der Nettogewinn kletterte gar um 74 % auf 67,8 Mio. Euro und der Auftragsbestand erhöhte sich um die Hälfte auf 757,7 Mio. Euro. Davon kann Bauer einige Zeit zehren. Darüber hinaus hält Vorstandschef Thomas Bauer an seinen Plänen fest, über Akquisitionen pro Jahr um 6 bis 12 % extern wachsen zu können. Zwar sind mögliche Übernahmeziele jetzt auch günstiger zu haben als noch vor einem Jahr, doch die eigene Aktie als Akquisitionswährung hat vom Höchststand ebenfalls zwei Drittel an Wert eingebüßt. Wir gehen daher davon aus, dass sich Umsatz und Gewinn im Krisenjahr 2009 rückläufig entwickeln – wie viel, steht derzeit in den Sternen.

Ausschüttung könnte höher sein

Die Dividende von 1,20 bis 1,30 Euro ergibt derzeit eine Dividendenrendite von mehr als 5 %, doch in Zeiten eingebrochener Kurse ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Das bieten auch andere MidCap-Titel. Bauer müsste die Ausschüttungsquote von 20 bis 25 % deutlich erhöhen, um hier ein Signal zu setzen. So zeigte sich, dass der Kurs eben nicht nach unten abgesichert ist, obwohl das KGV irgendwann einstellig wurde. Denn auch das ist in Zeiten der Finanz- und Konjunkturkrise kein schlagkräftiges Argument mehr.

Fazit

Der Chart macht den Eindruck, als könnte sich im Bereich von knapp 20 Euro ein Doppelboden bilden: Bereits im alten Jahr war der Kurs kurzzeitig unter diese Marke eingebrochen und dann wieder rund 70 % zum Jahresende gestiegen. Für einen Baukonzern ist die Aktie untypisch volatil, so dass wir sie jetzt nur noch für spekulative, antizyklische Positionen empfehlen können. Wir raten zu einem Abstauberlimit bei 20 Euro.

Für den Inhalt dieses Artikels ist die Redaktion des Performaxx-Anlegerbriefs verantwortlich. Der Performaxx-Anlegerbrief zählt mit einer Musterdepotperformance von über 581 % seit 1.1.2001 zu Deutschlands erfolgreichsten Börsenbriefen.

Themen des aktuellen Performaxx-Anlegerbriefs:

-    Bertrandt: Geballtes Ingenieur-Know-how
-    Manz und Roth & Rau: Gemeinsam stärker statt einsam schwach?
-    Empfehlungsliste: News zu Catalis und WMF
-    Langfristdepot: News zu Krones
-    Kurzfristdepot: News zu Silber und Balda
-    NVidia: Abwärtstrend noch nicht vorbei!
-    Continental: Abwärtstrend bald beendet?
-    Silber in USD: Jetzt wieder einsteigen!?

Ein kostenloses 2-Wochen-Probeabo und weitere Informationen erhalten Sie unter: http://www.performaxx-anlegerbrief.de/neuanmeldung.php


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


© Lettertest.de - Alle Rechte vorbehalten. Datenschutz Impressum Gütesiegel