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Veröffentlicht von Stephan Heibel am 17.01.2014

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 17.01.2014:

Börsenbrief Heibel-Ticker
Heibel-Ticker

Stephan Heibel - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit März 2000

Banken und Lufthansa treiben den DAX auf Rekordhöhen

Der DAX hat sich diese Woche vom internationalen Parkett losgelöst und stürmte um 3,1% nach oben. Neue Allzeithochs werden wieder täglich geschrieben. Doch wer hat zuletzt die Rallye angefeuert? Nun, in den vergangenen 30 Tagen haben insbesondere die Banken (Deutsche Bank und Commerzbank) mit ihren knapp 20% jeweils kräftig für einen steigenden Index geholfen. K+S ist zwar um 26% angestiegen, dürfte aber als verhältnismäßig kleiner DAX-Titel nur wenig geholfen haben. Stärker hat da schon die Deutsche Lufthansa mit 19% Plus dazu beigetragen.

Vorteilhafte Situation der Banken

Die Banken sind unter anderem auch durch die vorteilhafte Situation in den USA beflügelt worden. Dort haben diese Woche J.P. Morgan und die Bank of America sowie eine Vielzahl weiterer Banken Quartalszahlen vorgelegt. Diese waren häufig durch Währungseffekte und nach wie vor hohe Risikovorsorgen belastet, zeigten aber deutlich eine Trendwende: Künftig können wir mit deutlich weniger Risikovorsorge rechnen, da vor dem Hintergrund des gesundeten Immobilienmarktes weniger Kredite "unter Wasser" sind als zu vor, Tendenz weiter abnehmend.

Zudem hat die Drosselung der Liquiditätsflutung (QE3) dazu geführt, dass die langfristigen Zinsen angestiegen sind. Die kurzfristigen Zinsen, determiniert hauptsächlich durch den Leitzins, sind nach wie vor nahe Null. Da Banken ihr Geschäft damit machen, dass sie an ihre Kunden Geld langfristig zu hohen Zinsen ausleihen und sich kurzfristig zum niedrigen Zins refinanzieren, steigen die Gewinne der Banken, Tendenz weiter steigend.

So haben einige Banken nun bereits wieder Dividenden versprochen, andere haben eine Dividende zumindest wieder vorgeschlagen. In den USA scheint so langsam wieder Normalität einzukehren.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich dieses günstige Zinsniveau auch auf Europa überträgt, wenngleich EZB-Chef Mario Draghi unlängst von einer lange andauernden Zeit sprach, die wir niedrige Zinsen (für kurzfristige Laufzeiten) behalten werden. Die langfristigen Zinsen sind aber auch hierzulande schon deutlich angestiegen, was eben auch unseren Banken zugute kommt.

Stärker noch haben die europäischen Banken von der Neuregelung zum europäischen Insolvenzrecht für Banken profitiert: Endlich Klarheit.

Mit ihrem kräftigen Kurssprung haben die Banken jedoch nun die deutliche Unterbewertung in eine nur noch kleine Unterbewertung verwandelt, und weitere Kurssprünge bedürfen nunmehr guter Quartalszahlen auch von den jeweiligen Banken selbst. Es wird sich lohnen, am Ball zu bleiben. Die Deutsche Bank berichtet am 29.1., die Commerzbank am 13.2.

Die Deutsche Lufthansa als Himmelsstürmer

Ein ungewohntes Bild für viele, doch wir haben die Aktie vor einigen Monaten ins Portfolio geholt, weil wir genau das erwartet hatten: Sinkende Sprittpreise bei extrem niedrigen Betriebskosten und ein nachlassender Wettbewerbsdruck. Bleiben Sie bitte angeschnallt, der Kranich hat noch nicht seine Flughöhe erreicht.

Dabei war eine solche Rallye zum Wochenbeginn noch kaum absehbar: Gerade erst hatte Alcoa in den USA vermeintlich verheerende Quartalszahlen vermeldet (ich werde in Kapitel 04 zeigen,, warum die Zahlen in Wirklichkeit gut waren). Und dann gab es am Freitag vermeintlich verheerende Arbeitsmarktzahlen. Vermeintlich? Nein, die waren wirklich verheerend, da gibt es kein wenn und aber.

Doch der Markt schaut über diese Zahlen hinweg. Die Arbeitsmarktdaten wurden als "Ausrutscher" tituliert, und nach einem schlechten Wochenstart am Montag berappelten sich die Aktien und schlossen schon Mittwoch wieder auf neue Allzeithochs.

Schauen wir uns einmal die Wochenentwicklung der wichtigsten Indizes an:

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES


Insbesondere der Baltic Dry Verschiffungsindex bereitet mir Sorge: Er ist nun bereits seit Jahresbeginn um 38% eingebrochen. Der Verschiffungsindex misst die Preise, die für die Verschiffung von Schüttgut wie Eisenerz oder Kohle zu zahlen sind und hat sich als vorauseilender Indikator für die Geschehnisse in China bewährt. Sprich: Es könnte Ungemach seitens Chinas anstehen.

Der Goldpreis steigt weiter langsam an, ist aber in meinen Augen noch immer auf einem extrem niedrigen Niveau. Einen Aufwärtstrend kann ich derzeit noch nicht erkennen, und ich halte nach wie vor einen weiteren Rückschlag für genauso wahrscheinlich wie einen Anstieg.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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