Auch China steht tief in der Kreide

Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 05.07.2011
Dies ist eine exklusive Leseprobe von:

Bernecker Tagesdienst

Im Zusammenhang mit dem Schlagwort Schulden fallen einem derzeit bevorzugt Länder wie Griechenland, Portugal und die USA, entfernter auch Irland und Spanien, ein. Die Ratingagentur Moody‘s zeigt nun mit dem Finger auf ein Land, das viele bislang nicht auf der Rechnung hatten: China.


 

Die Problembären sind die Regionalregierungen, die in den vergangenen Jahren massiv investiert haben. Ein signifikanter Anteil der eingesetzten Mittel stammt aus Krediten. Moody‘s weist darauf hin, dass die bisherigen Schätzungen im Hinblick auf die Verbindlichkeiten der Provinzen deutlich zu niedrig ausgefallen sind. Tatsächlich liegt die Summe offenbar rund 3,5 Billionen Yuan höher.

Das Ausfallrisiko wird nach Einschätzung von Moody‘s deutlich unterschätzt. Kommt es zu umfangreicheren Zahlungsausfällen, würden der Druck auf die Bilanzen der chinesischen Banken massiv zunehmen, da üppige Abschreibungen vorgenommen werden müssten. In den vergangenen Jahren waren die Bankbilanzen geradezu vorbildlich. Das Volumen fauler Kredite lag bei gerade einmal einem Prozent. Die Ratingagentur geht für die kommenden Jahre von einem sprunghaften Zuwachs aus. Das Moody‘s-Szenario reicht von einer Größenordnung von fünf bis acht Prozent bis hin zum Worst-Case, der einen Anstieg auf bis zu 18 Prozent erwarten lässt. Der Diskussionsstoff wird den Marktteilnehmern auch nach Griechenland und USA nicht ausgehen. 

 

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