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Veröffentlicht von Steffen Boller am 20.09.2012

Assetklasse Rohöl: Was ist eigentlich mit Schmierstoffen?

Assetklasse Rohöl: Was ist eigentlich mit Schmierstoffen?

Bei Rohöl, insbesondere bei Investitionen in dieses, denken wir immer direkt an Autos und alles andere was fährt und dabei Benzin benötigt. Dann denkt man an die Knappheit dieser Ressource, das auf und ab an den Börsen und gleichzeitig an erneuerbare Energien und die Elektromobilität. Also brauchen wir eigentlich in der Zukunft gar kein Öl mehr? Weit gefehlt, denn neben Treibstoff benötigen wir Rohöl u.a. auch für unsere Schmiermittel.

Mit Schmierstoffen ganz allgemein, schmiert man. Und zwar alle möglichen Maschinen und Apparaturen, um Kraft zu übertragen, Reibung und Verschleiß zu minimieren, aber auch zur Kühlung und Dämpfung. Die Nutzung war schon bei den ersten Holzkarren sehr sinnvoll und ist heute aus unserem industriellen Alltag nicht mehr weg zu denken. Egal ob Ballistol, Gleitmittel, Kühlschmiermittel, Motoröl, Schmieröl, Talg, Vaseline oder Waffenöl – in allen Industrien kommen Schmierstoffe zum Einsatz.

Dabei sind Schmieröle in unseren Breitengraten die mit Abstand wichtigsten Schmierstoffe, allen voran auch wegen des Motoröls. Für unseren Verbrennungsmotor sind Schmieröle, nicht nur als Schmierstoff sondern auch zum Abdichten, Kühlen, Reinigen und Verschleißschutz sehr wichtig. Knapp 50 % aller Schmieröle in Europa werden für den Gebrauch in Motoren produziert. Wer schon mal selbst einen Ölwechsel vorgenommen hat, weiß, dass es hier große Qualitätsunterschiede gibt und Faktoren wie Viskosität nicht zu verachten sind.

Auch muss man zwischen mineralischen, synthetischen und biogenen Ölen unterschieden. Die ersten synthetischen Industrieschmieröle wurden in den 1940igern entwickelt. Sie bieten in der Industrie eine Vielzahl von Vorteilen gegenüber Mineralölen, sind z.B. bei weitem nicht so temperaturanfällig und können auch bei hohen oder stark schwankenden Temperaturen gut arbeiten. Bei einem hohen Verbrauch und entsprechenden Kosten in der Industrie, lohnen sich hier natürlich Öle durch die Wechselintervalle verlängert werden können.

Auch Öle auf Grundlage von nachwachsenden Rohstoffen existieren, der Markt im Motorölsegment beträgt hier allerdings unter einem Prozent. Man darf allerdings gespannt sein wie sich die Forschung in diesem Bereich auf Preis und Bekanntheit von biogenen Ölen auswirkt.

Es zeigt sich also, das Erdöl nicht nur wegen Benzin eine interessante Assetklasse sein kann, und sich durchaus auch ein Blick auf andere Endprodukte wie Schmierstoffe und Schmieröle lohnen kann, um sich langfristig mit der Branche auseinander zu setzen. Denn zweifelsfrei steht eine umfassende Änderung dieser Segmente in naher Zukunft unmittelbar bevor.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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