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Veröffentlicht von Performaxx-Anlegermedien GmbH am 02.03.2009

Asian Bamboo: Starkes Preis-Leistungs-Verhältnis

Asian Bamboo: Starkes Preis-Leistungs-Verhältnis

Als zweiter chinesischer Emittent debütierte Asian Bamboo im November vorletzten Jahres im Prime Standard der Deutschen Börse. Zuvor hatte ZhongDe Waste Management im Juli 2007 hier zu Lande ein erfolgreiches Kapitalmarktdebüt vorgelegt und damit weiteren Interessenten aus Übersee ein deutsches Listing schmackhaft gemacht. Doch weit gefehlt.

Die ersten Kurse von über 16 Euro, gleichwohl schon unterhalb des Emissionspreises, waren bereits die höchsten. Der Bambus-Produzent aus Fernost wurde jedoch zu unrecht mit Skepsis belegt – bislang hat das Unternehmen nicht enttäuscht.

Mega-Seller Bambus


Asian Bamboo ist einer der weltweit führenden Produzenten sogenannter Moso Bambusstämme und organischer Bambussprossen. Erstere dienen der notorischen Unterversorgung von Holz in China (Verwendung bei z.B. Bodenbelägen, im Bauwesen, der Möbelproduktion und der Papierherstellung), während die Bambussprossen als „Nebenprodukt“ auf lokalen Märkten frisch verkauft oder weiterverarbeitet und exportiert werden. Die große Mehrheit der Unternehmensprodukte wird in China verkauft, überdies erfolgt ein Export verarbeiteter Bambussprossen nach Japan. Das Unternehmen hält nach eigenen Angaben derzeit die Rechte an 24 Bambus-Plantagen.

Gut investiert

Der Emissionserlös von mehr als 70 Mio. Euro diente der massiven Ausweitung der Anbaufläche. Das verwundert nicht, denn Asian Bamboo expandiert rapide, und das seit Jahren. Das Unternehmen profitiert gleich von mehreren Megatrends. Zunächst ist da der demografische Faktor, der die Nachfrage nach Holz automatisch steigen lässt. Zum Zweiten ist es der aufkeimende Wohlstand im Reich der Mitte, wobei gleichzeitig der Staat die Abholzungsmöglichkeiten einschränkt und damit den Einsatz von Bambus als nachhaltigen Holzwirtschafts-Rohstoff fördert. Zu guter Letzt kommt die steigende Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln hinzu. Lin Zuojun, Gründer, Vorstandsvorsitzender und Mehrheitsaktionär, hat dann auch nur über die seinerzeitige Ausübung der Greenshoe-Option Aktien aus seinem Bestand veräußert und hält direkt und indirekt weiterhin mehr als die Hälfte des stimmberechtigten Kapitals.

Neue Dimensionen

In der vorletzten Woche gaben die Chinesen nun eine strategische Partnerschaft mit Shaowu Zhongzhu bekannt, einem der führenden Produzenten von Papier und Zellstoff aus Bambus in China mit einer jährlichen Produktionskapazität von rund 100.000 Tonnen. Bis 2010 ist eine Ausweitung um 50 % geplant. Beide Unternehmen waren zuvor schon praktisch Nachbarn in der Stadt Shaowu in der Provinz Fujian. Künftig wird Asian Bamboo für Shaowu Zhongzhu der Hauptlieferant von Bambusstämmen als Einsatzmaterial bei der Produktion von Papier – größtenteils hochwertiges Kopierpapier – und Zellstoff sein. Bislang beträgt der Bambusanteil am hergestellten Papier und Zellstoff lediglich weniger als 1 % der gesamten Produktionsmenge. Unter dem Fünfjahresplan der chinesischen Regierung soll die Verwendung von Bambus jedoch stark ausgeweitet werden. Experten zufolge könne man mit Bambus bei identischer Qualität bis zu einem Drittel an Produktionskosten sparen.

Enormes Wachstum hält an

In den letzten vier Jahren wuchsen die Erlöse um durchschnittlich 70 % pro Jahr auf zuletzt 14,8 Mio. Euro. Der größte Erlös- und Gewinnsprung steht allerdings für 2008 ins Haus, weil die Anbaufläche seither rund dreimal so groß ist wie im Vorjahr. Nun sollten 2008 zwischen 45 und 50 Mio. Euro Umsatz gemacht und bis zu 17 Mio. Euro verdient werden, ohne Berücksichtigung der Veränderungen der „biologischen Vermögenswerte“ – so der Fachausdruck. Nach IFRS muss die bebaute Landfläche ständig bewertet und beurteilt werden, da sie die Hauptvermögenswerte von Asian Bamboo darstellen. Nach drei Quartalen lagen die Erlöse schon bei 31,5 Mio. Euro, was einem Zuwachs von 168 % entsprach. Das Nettoergebnis wies Asian Bamboo mit 1,14 Euro je Aktie aus. Zugleich beabsichtigt die Gesellschaft für 2008 eine Dividende von 20 Cent je Anteil auszuschütten.

Umsatzwarnung? Nicht wirklich

Jedoch hat Asian Bamboo noch Ende vergangenen Jahres seine Schätzungen leicht revidiert auf nunmehr 40 Mio. Euro Umsatz für 2008, bei einer dennoch höheren Gewinnmarge, wozu das Unternehmen höherwertige Bambusstämme vertrieb und die volumenstärkeren, aber weniger wertvollen Jahrgänge für das aktuelle Jahr aufsparte, so Asian Bamboo. Davon einmal komplett abgesehen, verfügt man mit 37 Mio. Euro über eine äußerst komfortable Cash-Position, welche die Hälfte der Marktkapitalisierung abdeckt.

Fazit

Das Nettoergebnis ist aufgrund der (noch bestehenden) Steuerfreiheit nicht vergleichbar mit „normalen“ Unternehmen, daher ist das KGV von 3 bis 4 auch nicht aussagekräftig. Fakt ist: Asian Bamboo verdient gut, mit oder ohne Steuer, zeigt weiterhin robuste Wachstumsraten und operiert in einem vom Staat geschützten und geförderten Umfeld. Bei derzeit 5,89 Euro sind die Aktien absolut attraktiv. Die Dividende sollte im kommenden Jahr deutlich angehoben werden – zumal das Management auch einsehen wird, dass weitere Argumente Pro Asian Bamboo hermüssen. Die dünner werdenden Handelsumsätze lassen vermuten, dass alle, die aussteigen wollten, nunmehr auch draußen sind. Vielleicht macht das den Weg für diese interessante Aktie frei, zu einer fairen Bewertung zurück zu finden.

Für den Inhalt dieses Artikels ist die Redaktion des Performaxx-Anlegerbriefs verantwortlich. Der Performaxx-Anlegerbrief zählt mit einer Musterdepotperformance von über 595 % seit 1.1.2001 zu Deutschlands erfolgreichsten Börsenbriefen.

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