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Veröffentlicht von Stephan Heibel am 27.01.2016

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 27.01.2016:

Börsenbrief Heibel-Ticker
Heibel-Ticker

Stephan Heibel - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit März 2000

Apple - Erster Umsatzrückgang seit sieben Jahren: Teilverkauf

Gestern Abend hat Apple Quartalszahlen veröffentlicht. Was seit langem befürchtet wurde ist nun Realität geworden: Das exponentielle Wachstum auf dem Smartphonemarkt ist zum erliegen gekommen, mit 74,8 Mio. verkauften iPhones (erwartet wurden 75,5 Mio.) wurden die Absatzzahlen des Vorjahres getroffen, lediglich ein höherer durchschnittlicher Verkaufspreis (ASP) führte zu einem Gewinnanstieg.

Negative Entwicklungen

Bemerkenswert ist jedoch, dass der starke US-Dollar bei Apple etwa 6% des Umsatzanstiegs geschluckt hat. Apple sah sich also gleich mehreren negativen Entwicklungen gegenüber: Wachstumsschwäche in China sowie negative Währungseffekte und dadurch insbesondere im Ausland viel höhere Verkaufspreise. Zudem gilt der Smartphonemarkt inzwischen als weitgehend gesättigt. 

Vor diesem Hintergrund ist es erstaunlich, dass Apple gerade die hochpreisigen iPhones gut verkaufen konnte, also die iPhones mit großem Bildschirm (5,5") sowie großem Speicher. In Europa beispielsweise hätte das Umsatzwachstum bei gleichbleibendem US-Dollar Wechselkurs bei 18% liegen können, so stand es jedoch nur bei 4%. 

Unterm Strich stabile Zahlen

Als Anleger interessiert uns besonders, was unter'm Strich übrig bleibt. Das sieht bei Apple nach wie vor ganz gut aus. Dank der angestiegenen Gewinnmarge (aufgrund der hochpreisigen iPhones, die 68% des Konzernumsatzes ausmachen) konnte das Unternehmen 18,3 Mrd. USD oder 3,28 USD je Aktie verdienen. Erwartet wurden 18,1 Mrd. USD bzw. 3,225 USD je Aktie. 

Das KGV 2017e von Apple steht bei 10, das ist in meinen Augen für ein Unternehmen wie Apple sehr günstig. Nach wie vor wird für die kommenden fünf Jahre ein Gewinnwachstum von durchschnittlich 12% p.a. erwartet. Selbst wenn das Gewinnwachstum auf Null einbricht ist das Bewertungsniveau noch immer in Ordnung. Doch nun werden Analysten den Rückgang im Umsatz auch auf die Gewinnentwicklung übertragen und mit negativem Gewinnwachstum rechnen. Entsprechend könnte Apple dadurch recht teuer aussehen. 

Verkleinerung der Position mit Ausblick auf Veränderung

Irgendwie fehlt derzeit die Phantasie in dieser Aktie. Da mag sie noch so günstig sein, Apple dürfte im Rahmen einer etwas länger anhaltenden Marktkorrektur sicherlich noch weiter Federn lassen. Ich würde daher unsere Position verkleinern. es gibt viele Optionen, die Apple sehr schnell wieder in eine attraktive Position versetzen würden. Mir schwebt da nach wie vor der Kauf des führenden Anbieters von Bordcomputern für die Autos der Luxusklasse vor, Harman Intl. Für gerade einmal 6 Mrd. USD (Apple hat über 200 Mrd. USD Cash) könnte sich Apple in die Pole-Position für die Bordcomputer der Automobilindustrie bringen. egal ob Mercedes, BMW, oder Lexus, Harman ist schon drin. 

Vor einigen Tagen verließ der Projektleiter des Apple Autoprojekts das Unternehmen. Gerüchten zufolge war er unzufrieden mit dem Projektverlauf. CEO Tim Cook könnte das Ruder herumreißen und mit einem schritt tief in einen neuen, sehr lukrativen Markt springen. Dies würde der Apple-Aktie umgehend wieder Beine machen. 

Es gibt also Möglichkeiten, doch auf solche Ereignisse können wir mit unserer Apple-Position nicht spekulieren. Das Wachstum lässt nach, entsprechend verkleinern wir unsere Position in Apple von einer vollen Position um ein Drittel.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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