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Veröffentlicht von Redaktion "Frankfurter Börsenbrief" am 25.03.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 25.03.2010:

Börsenbrief Frankfurter Börsenbrief
Frankfurter Börsenbrief

CURT L. SCHMITT Informationsdienste - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1954

Am amerikanischen Arbeitsmarkt stehen die Chancen auf eine kurzfristige Erholung gut

In der nächsten Woche wer- den die neuesten Daten für März veröffentlicht. Bisher hatten die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung noch keine Auf- hellung gezeigt. Im Gegenteil sorgten statistische Effekte für eine Verzerrung nach oben.

Unsere Hoffnung fußt auf den neuesten Zahlen zur Zeitarbeit. Hier haben wir bereits eine Wende vollzogen. Die Einstellungsbereitschaft der Unterneh- men ist noch relativ gering. Das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends brachte erstmals seit 60 Jahren keinen Netto- neuaufbau an Arbeitsplätzen. Im Gegenteil sank der Anteil der Beschäftigten kontinuierlich ab. In den Medien wird von der jobless-recovery gesprochen. Wenn wir uns den statisti- schen Zusammenhang zwischen der Entwicklung am Zeitarbeitsmarkt und dem „ersten“ Arbeitsmarkt ansehen, bemerken wir eine hohe Korrelation. Spätestens für April ist mit einer deutlichen Verbesserung zu rechnen. Welche Implikationen ergeben sich darauf? Die US-Konjunktur hat eine reelle Chance, aus demTief herauszufinden. Der Konsum ist bekanntermaßen die wich- tigste Komponente beim Bruttoinlandsproduktwachstum. In Spitzenzeiten lag der Anteil bei 72 %. Wir werden den US- Markt gegenwärtig weiterhin höher gewichten als Asien. Eine weitere Implikation betrifft den Rentenmarkt. Bekannterma- ßen orientiert sich die amerikanische Notenbank in ihrer Geld- politik in erster Linie an den Arbeitsmarktzahlen. Sie hat die- sen Zusammenhang häufig genug kommentiert und bestä- tigt. Wir rechnen damit, dass die sehr lockere Geldpolitik bald ein Ende finden wird. Der Bondmarkt wird schon früher reagieren und die Notierungen nicht nur beimT-Bond-Future, sondern über alle Laufzeiten in die Tiefe schicken. Den wichtigsten Beitrag zur Entspannung am Arbeits- markt liefert noch immer der Staat. Obwohl bis 2007 der Staatsanteil am Bruttoinlandsprodukt in den USA bei gerade mal 19 % verharrte (Deutschland 48 %), steigt die öffentli- che Beschäftigung wie in den meisten Industriestaaten dra- stisch an, während das Verarbeitende Gewerbe tendenziell abbaut. Die gerade verabschiedete Gesundheitsreform wird diesen Trend natürlich verstärken. Auch die diversen Kon- junkturprogramme erhöhen - allerdings vorübergehend - den Staatsanteil. Inwieweit der Aufschwung in diesem Sommer selbsttragend werden kann und dem Arbeitsmarkt dauerhaft eine Erholung, ist zeitlich noch nicht einzuordnen. Dass es so kommen wird, ist sicher. Wie in diesem Umfeld vom Ti- ming agiert werden muss, wird Gegenstand unserer Beglei- tung bis ins erste Quartal 2011 bleiben. Für eine generelle Entwarnung für den US-Arbeitsmarkt ist es noch zu früh. Selbst US-Präsident Obama hat sich gerade in den letzten Wochen noch Geduld für seine entsprechenden Programme erbeten. In Ausgabe 10/09 hatten wir Ihnen ausführlich die statistischen und tatsächlichen Hürden auf dem Weg zu einem nachhaltigen Stellenaufbau dargestellt. Entsprechend gehen wir zunächst nur bis zum Sommer von einer Auf- hellung der Beschäftigungsdaten aus. Darüber hinaus haben wir bezüglich der Nachhaltigkeit noch einige Zweifel.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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