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Veröffentlicht von SWISSINVEST am 19.08.2016

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 19.08.2016:

Börsenbrief BÖRSENSIGNALE
BÖRSENSIGNALE

SWISSINVEST - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Juni 1987

Aktien sind keine Daueranlage! Auch keine „guten Dividendenaktien“!

Lohnt es sich denn überhaupt, die Börse so genau zu beobachten? Die Aktien schwanken, und so genau kann man diese Schwankungen ja auch nicht vorhersehen oder berechnen!

Genügt es denn nicht einfach, zu wissen, dass die Kurse insgesamt unter ihrem fairen Wert liegen und dass gute Dividendenaktien eine vernünftige Rendite bringen, im Unterschied zu Anleihen oder Gold? Ja, das ist eine plausible Lesermeinung. Es ist auch verständlich, dass man gerade im Sommer, zur Urlaubszeit, nicht dauernd mit Börsenschwankungen konfrontiert sein will. Warum also nicht einfach risikoarme Aktien ins Depot nehmen, die in den letzten 12 Jahren immer ihre Dividende gehalten oder sogar erhöht haben? Ja, natürlich ist das eine mögliche Methode! Sie macht wenig Stress und lässt sich leicht anwenden.
 
In der unteren Tabelle finden Sie 24 Aktien aus Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Niederlande und USA, mit denen es sich in den letzten 12 Jahren gut leben ließ. Sie haben ihre Dividende nie gesenkt, sondern immer nur erhöht. Mit diesen Aktien hätten Sie in den vergangenen 12 Jahren sehr gute Renditen eingefahren. Das muss ja auch so sein, wenn der Weltindex seit Ende 2004 bis heute um 46% gestiegen ist und man lauter gute Aktien im Depot hatte. Trotzdem sollen Sie anschließend aber auch die Gründe erfahren, warum wir aus guten Gründen von dieser Daueranlage-Strategie abraten, auch wenn sie im Nachhinein sehr verführerisch erscheinen mag.

24 Aktien mit ständig steigender Dividende in 12 Jahren

Das ist freilich ein imposantes Ergebnis! Die Kurse haben sich im Schnitt vervierfacht, also ein Gewinn von knapp über 300%. Rechnet man allein die Kursgewinne auf eine jährliche Rendite um, so läge die bei 12,30%. Und dabei sind die ausbezahlten Dividenden in dieser Zeit noch gar nicht mit hinzugerechnet.

Ergebnisse der Vergangenheit lassen sich nur bedingt auf die Zukunft übertragen!
Wer nun glaubt, mit dieser Daueranlage-Methode in diesen 24 Aktien nun auch für die Zukunft den Stein der Weisen gefunden zu haben, sollte aber Einiges bedenken. Erstens kennt die Börse die Ergebnisse und Dividendensteigerungen der letzten 12 Jahre bei diesen Aktien auch. Sie sind also im Moment schon sehr positiv bewertet und nicht mehr gerade billig. Gut, bei einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 2,8% sind sie im Schnitt auch nicht zu teuer. Es kommen daher schon Käufe aus dieser Liste in Betracht.
Zweitens machen diese Aktien die Kursschwankungen der Börse auch mit. Wenn es abwärts geht, dann werden sie ebenfalls massiv verkauft. Der Kurs der Siemens-Aktie fiel von Ende Dezember 2007 bis Ende März 2009 von 100 € auf 40 €, Geberit fiel in dieser Zeit von 111 € auf 68 €, Nestle und Novartis verloren rund 30% und Unilever halbierte seinen Kurs nahezu.
 
Es wäre also ein Fehler, anzunehmen, es gäbe Aktien, die aufgrund wachsender Gewinne immer steigen. Keine dieser 24 Aktien hat ein unumstrittenes Monopol, das ihnen erlauben würde, auch in Zukunft mühelos Gewinnsteigerungen zu erzielen. Und niemand ist vor Skandalen gefeit. Die gab es nicht nur bei Volkswagen, sondern auch schon bei Nestle, Roche, Exxon und anderen. Fehlentscheidungen des Managements können selbst Großkonzerne in den Abgrund führen; denken Sie an AEG, Karstadt oder General Motors! Freilich wäre es schön, einfach im Aktienmarkt drinbleiben zu können, sich um die Kurse nicht zu kümmern, nach zwölf Jahren mal wieder reinzuschauen und festzustellen, dass sich die Kurse im Schnitt vervierfacht haben. Aber in zwölf Jahren werden es vermutlich nicht mehr dieselben 24 Aktien sein, die solche Dividenden- und Kurssteigerungen aufweisen.
 
Das Rezept der BÖRSENSIGNALE lautet:
Aktien sind grundsätzlich keine Daueranlage; vor einer signalisierten Aktienbaisse müssen sie einfach verkauft werden. Alle! Und Aktien, die wir in Hausse-Zeiten als kaufenswert ansehen, müssen erst einmal zeigen, dass sie steigen können. Sie müssen zu den relativ stärksten 200 (von 700) Aktien gehören die wir in unseren BÖRSENSIGNALEN beobachten. Und auch sie steigen nicht ständig, sondern benötigen Konsolidierungspausen. Dann werden sie durch andere aussichtsreiche Aktien konsequent ersetzt.

Uwe Lang
Auszug Börsensignale Nr. 17/2016

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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