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Veröffentlicht von JK Börsenbrief Verlag am 03.12.2016

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 03.12.2016:

Börsenbrief Optionen Spread Trader
Optionen Spread Trader

JK Börsenbrief Verlag - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Oktober 2016

Absicherung eines Aktiendepots mit Optionen

Mit einer Put Option kann man ein bestehendes Aktiendepot absichern. Am besten wählt man ein hochverschuldetes Unternehmen mit sinkenden Umsätzen und Gewinnen aus, welches eventuell bald Pleite gehen kann. Hertz Global, ein Autovermieter ist ein Kandidat für eine Spekulation auf sinkende Kurse.

Hertz Global Holding ist einer der drei größten Autovermieter in den USA und ist auch global einer der größten Anbieter. Das Unternehmen betreibt das Autovermietungsgeschäft unter den Marken Hertz, Dollar, Thrifty und Firefly an ungefähr 9'980 Standorten in 150 Länder. Es ist der größte Autovermieter an Flughäfen weltweit.
Zusätzlich betreibt Hertz das Auto Leasing und Flotten Management Geschäft über die Marke Donlen Corporation sowie das stündliche Autovermietungsgeschäft Hertz 24/7.
Das Unternehmen hat jedoch zahlreiche Probleme, die unserer Meinung nach dazu führen werden, dass der Kurs der Hertz Aktie in den nächsten Monaten wahrscheinlich sinken wird.

Hoher Kapitalbedarf und hohe Verschuldung

Das größte Problem der Autovermieter ist der hohe Bedarf an Kapital. Die Branche ist ein Paradebeispiel für Kapitalineffizienz. Autovermieter benötigen jedes Jahr einen hohen Kapitalbetrag, um die alternde Autoflotte zu erneuern. Die Kunden möchten ein neues Auto mieten und kein altes verbrauchtes.
Im letzten Jahr hat Hertz 13 Milliarden USD in neue Autos investiert. Teilweise wird der Investitionsbetrag durch den Verkauf der Gebrauchtwagen finanziert. Der größte Teil (ca. 55%) des Gebrauchtwagenverkaufs erfolgt durch öffentliche Auktionen. Die Gebrauchtwagenverkäufe sind eine kritische Kapitalquelle für die Autovermieter. Deshalb sind sie sehr stark auf das gute Funktionieren des Gebrauchtwagenmarktes angewiesen.
Zurzeit sind die Gebrauchtwagenpreise auf einem Allzeithoch. Das war bisher sehr gut für das Geschäft. Wir erwarten jedoch, dass sich das bald ändern und sich der Druck auf die Gebrauchtwagenpreise erhöhen wird. Der Hauptgrund für diese Annahme ist der Umstand, dass in den USA viele Autos auf Kredit verkauft wurden an Schuldner, die sich den Autokredit eigentlich nicht leisten können. Immer mehr dieser Schuldner mit schlechter Bonität können den Kredit nicht zahlen und geben die gebrauchten Autos zurück. Eine höhere Anzahl von Gebrauchtwagen lässt den Preis sinken.
Der Verkauf der Gebrauchtwagen deckt jedoch bei weitem nicht den Kapitalbedarf für die Neuwagen. Aus dem Gebrauchtwagenverkauf hat Hertz im letzten Jahr 9,7 Milliarden USD eingenommen. Es verbleibt eine Nettokapitalbedarf von 3,2 Milliarden USD pro Jahr.
Ein weiteres Problem sind die tiefen Gewinnmargen in der Branche. Obwohl die letzten Jahre sehr gut für die Branche waren, konnte Hertz nur eine dünne Gewinnmarge von 3% erzielen. 
Seit der Finanzkrise im Jahr 2009 steigerten die Autovermieter die Umsätze kontinuierlich. Der Umsatzanstieg seit 2009 lag bei 35% für die gesamte Periode. Trotz der guten Jahre ist die Gewinnmarge sehr klein. Würde der Umsatz nur um 4% schrumpfen, würde der Gewinn in einen Verlust umschlagen.
Die Branche ist sehr konjunkturanfällig. Zweidrittel der Kunden sind Touristen. Im Falle einer Konjunkturkrise würden die Umsätze sich stark reduzieren. In der letzten Krise in den Jahren 2008/2009 fiel der Umsatz um 16% und Hertz war fast Bankrott.

Aufgrund des hohen Kapitalbedarfs und der niedrigen Gewinnmarge verfügt das Unternehmen über einen negativen freien Cash-Flow von -9,7 Milliarden USD. Der freie Cash-Flow entspricht dem operativen Cash-Flow abzüglich den Investitionen. Der freie Cash-Flow ist die Quelle für Dividenden, Aktienrückkäufe und Schuldenrückzahlungen. Kein Wunder hat Hertz noch nie eine Dividende bezahlt.
Als Konsequenz sind Autovermieter ständig auf den Zugang zu neuen Schulden angewiesen, um ihr Geschäft zu betreiben.
Das ist der Grund warum die Schulden für Hertz so stark gestiegen sind, dass sie kaum noch tragbar sind. Die Schulden von Hertz sind von 11,3 Milliarden USD im Jahr 2011 auf 15,9 Milliarden im Jahr 2015 angestiegen.
Das Eigenkapital liegt nur bei 2 Milliarden USD. Die Schuldenquote liegt bei sehr hohen 800%. Den Schulden stehen Vermögenswerte ohne Goodwill und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 18 Milliarden USD gegenüber, davon ist die Mehrheit in im Wert fallenden Gebrauchtwagen investiert. Die Gebrauchtwagen entsprechen einem Wert von 14,4 Milliarden USD in der Bilanz.

Kommende Probleme im amerikanischen Gebrauchtwagenmarkt

Hertz hat ungefähr 70% der Schulden durch die Herausgabe von ABS (Asset-Backed-Securities) finanziert. ABS sind Schuldverschreibungen, die durch die Gebrauchtwagen gedeckt sind. Die Mehrheit der ABS Schuldverschreibungen laufen 3-5 Jahren und müssen daher ständig refinanziert werden. Das bedeutet, dass Hertz ständig Zugang zu einem funktionierenden Kapitalmarkt benötigt, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Der Zinssatz für die ABS Schulden liegt zurzeit bei niedrigen 2,5%. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass der Zinssatz von ABS Schulden innerhalb kurzer Zeit stark steigen kann, falls der Gebrauchtwagenmarkt zusammenfällt. Wir erinnern uns noch an die Krise im Jahr 2008/2009 da waren es genau die ABS Schuldverschreibungen, die in der Krise massiv an Wert verloren und illiquide wurden. Der ABS Markt trocknete vollständig aus und eine Refinanzierung der Schulden war über Monate hinweg nicht möglich. Das trieb die Autovermieter fast in die Pleite. Der Aktienkurs von Hertz sank um 99% gegenüber dem Höchststand im Jahr 2007.
Eine ähnliche Krise bei den ABS Schuldverschreibungen kann jederzeit wieder passieren. Eine Ursache der Krise könnte der Zusammenbruch 
der Autodarlehen für Kunden mit geringer Bonität sein. Immer mehr Kunden wurden Autodarlehen gewährt, obwohl sie es sich aufgrund des geringeren Einkommens gar nicht leisten konnten. Es gibt schon erste Anzeichen, dass viele Schuldner mit geringer Bonität ihre Schulden nicht zurückzahlen können und den Gebrauchtwagen an den Darlehensgeber wieder zurückgeben. Eine große Menge zusätzlicher Gebrauchtwagen würde zum Kollaps des Gebrauchtwagenmarktes führen und würde die rekordhohen Preise sinken lassen.
Sinkende Gebrauchtwagenpreise würden die Situation von Hertz massiv beeinträchtigen. Das Gebrauchtwageninventar wäre weniger wert, die Verschuldung über ABS Papiere wäre stark eingeschränkt und die Zinsen würden für das Unternehmen steigen. Aufgrund der geringen Gewinnmarge kann Hertz jedoch kaum höhere Zinsausgaben absorbieren. Ein Zinsanstieg von 1% würde bereits die Hälfte des Gewinns eliminieren.

Hohe Profitmöglickeit durch Optionen

Die Leser des Optionen Spread Trader haben mit einer Kombination von einem Kauf einer Put Option und dem Verkauf einer Call Option bereits eine Rendite von mehr als 60% erzielt. Wir erwarten noch höhere Renditen, denn der Niedergang von Hertz hat erst angefangen. Falls Sie auch von solchen Empfehlungen profitieren möchten finden Sie hier weitere Informationen: http://www.optionen-boersenbrief.com/boersenbrief-inhalt-spreadtrader.html
 

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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