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Veröffentlicht von Redaktion "Aktionärsbrief" am 11.05.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 11.05.2010:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

5 Börsentage à la Hollywood

Vom Computerfehler angefangen bis zur nächtlichen Rettungsaktion von Staaten über Kurzeinbrüche und anschließende Erholung war alles vertreten. Die Einschätzbarkeit gleich Null war es aber ein Beispiel, wie Kapitalmärkte heute leider funktionieren.

Der High Noon in Brüssel brachte 750 Mrd Euro. Damit soll der Euro gerettet bzw. verteidigt werden, ganz gleich, was es kostet. Fundamental ändert sich damit gar nichts, weil sämtliche strukturelle Defizite der EU-Staaten nur politisch gelöst werden können, sofern der Wille dazu da ist. Aber Brüssel bzw. die EZB haben nun A gesagt und müssen auch B oder C sagen. Sie sind in einer Pflicht, von der man nicht weiß, wie lange es dauert, sie zu erfüllen. Der Computerfehler an der Wall Street am Donnerstag spiegelt eine ernsthafte Problematik wider. Inzwischen werden 60 bis 80 % des täglichen Handels an den größten Börsen von Computerprogrammen gesteuert, die festgelegten Modellen folgen. Eine echte Meinungsbildung, die sich in effizienten Kursen widerspiegelt, gibt es kaum und Meinungsverschiedenheit schon gar nicht. Die Folge ist, dass sich diese Computerprogramme trendverstärkend auswirken und dann zu solchen obskuren Kursbildungen führen. Zwischen Computerfehler und echter Marktpanik zu unterscheiden, ist so gut wie unmöglich. Der Presse und den Analysten ist es ohnehin gleich, Hauptsache, es klingt spektakulär. Die Börsen sind an der Kursbildung insofern desinteressiert, als sie nur darauf schauen, möglich hohe Transaktionsvolumen zu erzielen. Die Qualität der daraus entstehenden Kurse wird nicht hinterfragt. Die Gefahr eines Unfalls mit erheblichen Folgen für Anleger ist vor diesem Hintergrund sehr real. Die einzige Konstante im ganzen Wirrwarr sind die Unternehmenszahlen. Konstant nicht nur in ihrer Qualität, sondern auch in ihrer logischen Nachvollziehbarkeit. An dem, was die Unternehmen in den letzten Wochen vorgelegt haben, kann sich der Anleger orientieren, um seine Anlageentscheidung zu treffen. Auch wenn die Kurse durch die Marktvolatilität beeinflusst werden, liefern die fundamentalen Daten den einzigen Leitfaden, an dem man sich orientieren kann. Sämtliche Anleihenmärkte hängen dagegen am Tropf der jeweiligen Notenbank. Sie steuern nun mit direkten oder indirekten Käufern das Kapitalmarktzinsniveau. Ob das gelingt, darf bezweifelt werden. Die Anleihenmärkte bleiben damit nicht

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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