Zugegeben, der ZEW-Index ist nicht der aussagekräftigste Indikator

Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 14.06.2010
Dies ist eine exklusive Leseprobe von:

Bernecker Tagesdienst

wenn es um die zukünftige Entwick- lung der Konjunktur geht. Aber die Zahlen, die das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsfor- schung (ZEW) heute gemeldet hat, sind starker Tobak.


Das ZEW befragt für die Erstellung des nach dem Institut benannten Stimmungsbarometers keine Unternehmenslenker, sondern Anleger und Analysten und ermittelt auf diesem Weg die Einschätzung der Marktteilnehmer im Hinblick auf die aktuelle Lage und die zukünftige Konjunkturentwicklung. Im Juni sank der Index, der die Erwartungshaltung abbildet, von 45,8 auf 28,7 Zähler. Umfragen im Vorfeld der Bekanntgabe hatten einen Rückgang auf 42 Zähler erwarten lassen. Die aktuelle Lage wird von den Börsianern dagegen etwas besser eingeschätzt. Der entsprechende Teilindex stieg von -21,6 auf -7,9 Punkte. Erwartet wurde ein Anstieg auf -15 Zähler. Offenbar haben die Marktteilnehmer wenig Vertrauen in die Politik und deren Bemühungen, dem Euro und der konjunkturellen Entwicklung in Europa wieder Stabilität angedeihen zu lassen. Angesichts der anhaltend negativen Nachrichtenflut ist diese Skepsis nachvollziehbar. Für die Aktienmärkte ist der deutliche Rückgang des ZEW-Index ein gutes Zeichen. Trotz zuletzt wieder deutlich gestiegener Indizes dominiert weiterhin die Angst am Markt. Während eine optimistische bis euphorische Stimmung an den Börsen eher für fallende Kurse spricht, steigt mit der Zahl der negativ eingestellten Marktteilnehmer die Wahrscheinlichkeit für steigende Kurse. Wir nutzen das aktuelle Umfeld weiterhin für gezielte Zukäufe.

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