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Veröffentlicht von Redaktion am 08.02.2012

Wirecard: Zahlungsverkehr-Abwicklung macht sich weiter bezahlt!

Wirecard: Zahlungsverkehr-Abwicklung macht sich weiter bezahlt!

In einer Welt, in der die Konsumenten gerne einfach, unkompliziert, aber natürlich auch sicher einkaufen möchten, sind diejenigen, die zwischen Verkäufer und Konsument den Zahlungsverkehr abwickeln, besonders gefragt. Hierzu zählt die Firma Wirecard. Das Unternehmen befindet sich auf einem konsequenten Expansionskurs und möchte durch weitere Zukäufe, vor allem in Asien, aber auch durch das wachsende E-Commerce-Geschäft und die vermehrte Nutzung von Plastikgeld weiter gutes Geld verdienen.

Wirecard profitiert weiter vom starken Wachstum

In Europa gibt es einen wachsenden Trend, Einkäufe mit Bezahlkarten abzuwickeln. Vielleicht wird die Verwendung von Plastikgeld niemals die Ausmaße erreichen wie das in den USA der Fall ist, allerdings bietet dieses Feld allen Dienstleistern einen wachsenden Markt, die ihre Dienste im Bereich Zahlungsverkehr anbieten. Dazu gehört auch die Wirecard AG aus Aschheim bei München. Dabei bieten die Bayern ihren Kunden Produkte und Dienstleistungen rund um den elektronischen Zahlungsverkehr an.

Laut Unternehmensangaben ist es das Ziel, weltweit Unternehmen und Konsumenten die sichere und reibungslose Abwicklung elektronischer Zahlungen zu ermöglichen. Zu diesem Zweck kann man auf über 85 Zahlungs- und Risikomanagementlösungen zurückgreifen, um weltweit über 12.000 Unternehmen aus den verschiedensten Branchen bei der Automatisierung ihrer Zahlungsprozesse und der Minimierung von Forderungsausfällen zu unterstützen. Neben dem Geschäft mit Bezahlkarten profitiert Wirecard weiterhin von der Tatsache, dass der Online-Handel insgesamt in Europa noch nicht sehr stark ausgeprägt ist und dass dort ebenfalls erhebliche Wachstumschancen lauern. In diesem Feld treten die Münchner mit ihrem eigenen Internetbezahldienst gegen andere Mitbewerber wie u.a. PayPal an. Beim Thema Online-Handel muss man gar nicht an die Großen wie eBay oder amazon denken. Denn immer mehr Händler müssen erkennen, dass die Kunden immer häufiger ihre Einkäufe bequem von zu Hause aus tätigen möchten, und dazu braucht man einfache und sichere Internetbezahldienste.

Einkaufsstarkes Schlussquartal

Dass Wirecard mit der Abwicklung des Zahlungsverkehrs gutes Geld verdienen kann, zeigte das TecDAX-Unternehmen mit den jüngst vorgelegten vorläufigen Geschäftszahlen für das letzte Quartal des vergangenen Jahres. Der Umsatz wurde im Schlussquartal 2011 im Vergleich zum gleichen Vorjahresquartal um 20% auf 92,3 Mio. Euro gesteigert. Beim operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) konnte man im gleichen Zeitraum sogar um 26,2% auf 26,0 Mio. Euro zulegen. Auf das gesamte Geschäftsjahr 2011 gesehen konnte der Umsatz mit 19,6% auf 324,7 Mio. Euro ähnlich stark zulegen wie der Quartalsumsatz. Auf Gesamtjahressicht fiel der Anstieg des EBITDA dabei mit 15,4% auf 84,6 Mio. Euro etwas schwächer aus, wobei dieses Ergebnis immer noch innerhalb der eigenen Prognose von 83 bis 89 Mio. liegen würde. Der offizielle Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2011 wird am 17. April veröffentlicht.

Asien-Geschäft soll weiter wachsen

Wirecard möchte sich allerdings nicht auf diesen sehr guten Geschäftsergebnissen ausruhen. Insgesamt schaut man in Aschheim positiv in die Zukunft. Dabei soll vor allem die Expansion in Asien, aber auch in Europa zum Unternehmenswachstum beitragen. Zu diesem Zweck kaufte Wirecard im November letzten Jahres Systems@Work aus Singapur zu 100%. Das Unternehmen wurde im Jahr 2000 gegründet und ist unter der Marke TeleMoney mit über 500 Kunden einer der führenden technischen Zahlungsverkehrsdienstleister für Händler und Banken im ostasiatischen Raum. Von diesem wird für das laufende Geschäftsjahr ein operatives Ergebnis von 4,5 Mio. Euro erwartet. Welche Vorteile der Deal mit Systems@Work für Wirecard mit sich bringt, erläutert CEO Dr. Markus Braun: "Durch die Übernahme der Systems@Work stärken wir unsere Position im ostasiatischen Markt und erweitern unser regionales Kundenportfolio. Die Unternehmensphilosophie von Systems@Work ist unserer Strategie, bei der Zahlungsabwicklung vorrangig Internettechnologien zu nutzen, sehr ähnlich."

Zusätzlich dazu wurde im Dezember letzten Jahres für etwa 10 Mio. Britische Pfund – je nach Erfolg des Geschäfts – die Prepaidkarten-Sparte der Newcastle Building Society übernommen. Wirecard wirbt selbst für diese Übernahme damit, dass das Prepaidkarten-Portfolio der Newcastle Building Society mit etwa 1,5 Mio. Prepaidkarten in sechs europäischen Ländern zu den größten in Europa gehört. Somit möchten die Münchner ihre eigene Position in der Spitze dieses Segments festigen. Das neue Geschäft soll im laufenden Geschäftsjahr mindestens 1,8 Mio. Euro zum EBITDA des gesamten Unternehmens beitragen. Dazu Dr. Markus Braun: "Mit dieser Transaktion verstärken wir unsere Aktivitäten in Großbritannien und treiben die Internationalisierung im Prepaidkarten-Bereich voran. Ich bin überzeugt, dass wir die bestehenden Vertriebspartnerschaften nicht nur erfolgreich fortführen, sondern durch unsere Expertise im Bereich innovativer Prepaidkarten-Lösungen auch weiter ausbauen können."

Wachstumspotenzial: Europäischer E-Commerce-Markt

Neben dem Vorantreiben seines Expansionskurses möchte die Wirecard AG auch weiterhin vom wachsenden E-Commerce-Markt in Europa profitieren. Hierbei erwartet man von Unternehmensseite, dass der europäische E-Commerce-Markt im Jahr 2012 ein Wachstum von 11% aufweisen wird. Mit diesen Prognosen im Rücken geht der Vorstand dabei für das laufende Geschäftsjahr von einem EBITDA in der Region zwischen 103 und 115 Mio. Euro aus.

Fazit:

Bei den sehr guten Geschäftszahlen und den positiven Wachstumsaussichten für die Wirecard AG sollte auch einer guten Performance der Wirecard-Aktie wenig im Weg stehen. Allerdings kann man das Papier mit einem 2012er-KGV von 20 nicht als sehr günstig bezeichnen. Doch wer darauf setzt, dass sich der eingeschlagene Trend nach oben weiter fortsetzt, wird seine wahre Freude mit diesem Papier erleben. Man muss bedenken, dass der Aktienkurs seit dem Einbruch im Sommer letzten Jahres, als die Kurse insgesamt aufgrund der Hysterie um die europäische Staatsschuldenkrise einbrachen, eine beeindruckende Geschwindigkeit hingelegt hat und in der Zeit bis heute einen Anstieg von etwa 40% bewerkstelligen konnte. Ein kurz- bis mittelfristiges Kursziel von 17,00 bis 19,00 Euro erscheint angesichts des bestehenden Aufwärtstrends nicht unrealistisch zu sein – zumal das Papier sich auf All-Time-High bewegt und wichtige Indikatoren wie GD200, GD100, Bollinger-Bänder und Momentum grünes Licht geben.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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