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Veröffentlicht von Redaktion "BetaFaktor" am 03.08.2010

Was passiert bei CE Global Sourcing?

Was passiert bei CE Global Sourcing?

Den ehemaligen Chipbroker CE Consumer Electronics AG, früher geleitet vom Motivationstalent Erich Lejeune, kennen Sie wahrscheinlich noch aus Zeiten des Neuen Marktes. Nachdem das Unternehmen schon recht kurz vor dem Abgrund stand, taten sich jüngst neue Perspektiven auf, und – Überraschung: Der Kurs der neu formierten CE Global Sourcing AG (DE000AJCY37; 2,35 EUR) hat sich in sechs Monaten verzehnfacht!

Nicht ohne Grund: CE Global Sourcing fusionierte kürzlich mit dem ehemaligen Zentraleinkauf der Hoechst AG, der HPI GmbH. Das neue Unternehmen soll denn auch in HPI AG umfirmiert werden. So entsteht ein Einkaufsdienstleister mit einem Beschaffungsvolumen von deutlich über 4 Mrd. EUR und einem Umsatz von 28 Mio. EUR (geplant 2010). Durch das gebündelte Know-how kann der Konzern nun kurzfristiges Bestandsmanagement bieten (das alte Geschäft der CE im Chip-Bereich) bis hin zur Übernahme des gesamten Einkaufsprozesses – neudeutsch Business-Processing. Wie Vorstand Michael Negel im BetaFaktor.de-Hintergrundgespräch erläutert, wird das EBIT im laufenden Jahr bei rund 0,2 Mio. EUR erwartet. Darin enthalten sind ao Aufwendungen im Rahmen der Fusion von gut 200.000 EUR. Bereits 2012 will Negel die Umsatzmarke von 50 Mio. EUR knacken. Die EBITDA-Marge sollte dabei nicht auf den derzeitigen 2,7% verharren. Für die Übernahme der HPI nahm CE eine Sachkapitalerhöhung vor: Drei Mio. neue Aktien wurden ausgegeben – es gibt nun 5,5 Mio. Aktien. Börsenwert also 13 Mio. EUR. Die bisherige Eigentümerin der HPI, die PSBG Vertriebs- und Beteiligungsgesellschaft mbH, hält nun 49,6% der Anteile am neuen Konzern. Deswegen (§8c KStG) fällt in gleicher Höhe auch der steuerliche Verlustvortrag weg (bisher 74 Mio. EUR). Es verbleiben 37 Mio. EUR, wie uns Negel bestätigt. Wirklich billig ist die Aktie inzwischen nicht mehr. Selbst wenn der ehrgeizige Plan in 2012 klappt – dabei dürfte nicht viel mehr als 1 Mio. EUR netto übrig bleiben. Und – wir befinden uns noch in 2010. Allerdings ist der Wert eng, und die Großaktionäre – neben der PSBG die bisherige Großaktionärin von CE Global, die Cankam Invest – haben sechs Monate Lockup nach Fusion. Streubesitz unter 12%! Kurzfristig ist alles möglich.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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