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Veröffentlicht von Performaxx-Anlegermedien GmbH am 18.05.2009

SolarWorld: Primus inter pares

SolarWorld: Primus inter pares

Den Marktführer zu kaufen, ist im Zweifelsfall meistens nicht der verkehrteste Ratschlag. So auch im Fall SolarWorld, dem Urgestein der deutschen Solar-Szene. Unsere Dauerempfehlung Centrotherm, aber auch Manz Automation und Roth & Rau, hat zwar noch besser performt, an dieser Stelle wollen wir Ihnen aber zeigen, weshalb der weltweit einzige, ausschließlich auf die solare Energieerzeugung fokussierte Komplettanbieter eine solide und gute Idee ist.

Seit dem Tief Ende 2008 hat sich der Kurs mal eben verdoppelt.

Integrierter Solaranbieter

SolarWorld erforscht, entwickelt, produziert und vertreibt Produkte zur solaren Stromerzeugung. Die Bonner decken die gesamten Prozesse entlang der Wertschöpfungskette ab, angefangen von der Siliziumproduktion über die Herstellung von Wafern, Solarzellen und Modulen bis hin zur Installation fertiger Solaranlagen beim Endverbraucher. SolarWorld hat weltweit ein Dutzend Standorte, darunter zwei in Deutschland und den USA.

Alles andere als ein Tiefpunkt

Die jüngsten Kursavancen waren nicht zuletzt auf die überraschend guten Zahlen für das erste Quartal zurück zu führen. Überraschend deshalb, weil die Erwartungen für 2009 in der gesamten Branche auf einem Tiefpunkt angelangt waren. Während Branchenkollegen wie Q.Cells oder Solon, beide ebenfalls im Auswahlindex TecDax-30 enthalten, in diesem Jahr wahrscheinlich sogar rote Zahlen schreiben, hat SolarWorld im ersten Quartal 2009 seinen Umsatz um 5 % auf 176 Mio. Euro gesteigert und seinen Nettogewinn sogar um ein Viertel nach oben geschraubt. Dieser lag bei 24 Mio. Euro, nach 19 Mio. Euro im Vorjahresquartal.

Aus einer Hand

Hintergrund war, dass der von Frank Asbeck geführte Konzern mittlerweile sein Silizium selbst produzieren kann. Wer sein Silizium selbst herstellt, kann das zu Preisen von 30 bis 40 US-Dollar pro Kilogramm tun, während die Branche für längerfristige Zulieferverträge 50, 60 oder 70 US-Dollar zahlt. Auch blieb der Preisdruck im Wafergeschäft überschaubar. Und denjenigen im Modulgeschäft – der Preisverfall dort ist die Hauptsorge praktisch sämtlicher Anbieter – vermochte SolarWorld „irgendwie“ durch seine Markenpolitik und seinen Vertrieb zumindest ansatzweise zu kompensieren. Genaueres werden erst die endgültigen Zahlen zeigen, aber Asbeck jubelt schon mal, dass sein Unternehmen die Preise nicht so stark senken musste wie die Konkurrenz. Statt dessen schaffte SolarWorld es selbst bereits, Kostenreduzierungen durchzureichen. Insgesamt fiel die EBIT-Marge nur um einen Prozentpunkt auf 22 %. Damit scheint das Konzept, alles aus einer Hand zu produzieren und zu vertreiben, aufzugehen.

Umsatzmilliarde im Visier

Die Prognosen für 2009 sind vielleicht noch nicht in Stein gemeißelt, dafür hielten die vergangenen 12 Monate einfach zu viele Überraschungen für die Branche parat, aber SolarWorld rechnet mit einem Erlösanstieg um rund 10 bis 20 %. Natürlich sind das nicht die doppelt so hohen Wachstumsraten wie einst, aber es ist ja auch nicht mehr die Zeit von einst. Und Zuwachsraten sind in Zeiten wie diesen schon so selten wie ein Sechser im Lotto. Im vergangenen Jahr steigerte SolarWorld den Umsatz noch um 30 % auf 900 Mio. Euro, davon schon mehr als die Hälfte im Ausland generiert. Der Konzerngewinn kletterte um fast denselben Prozentsatz auf knapp 150 Mio. Euro. Ob der Konzern in diesem Jahr die Schwelle von 1 Mrd. Euro Umsatz erreicht, ist zwar nicht sicher, aber doch weiterhin möglich.

Keine Nettoschulden

Positiv ist auch SolarWorlds Bilanz. Im Gegensatz zu den meisten anderen verfügen die Bonner über keine Nettoschulden. Kredite sind zwar nicht per se ein Problem, aber ein Unternehmen wie Q.Cells, das im Boom der letzten Jahre massivst in den Kapazitätsausbau investiert hat, nun aber die Kapazitäten aktuell nicht benötigt, hat natürlich ein Problem. Hinzu kommt die staatliche Förderungsminderung um 8 % in diesem Jahr und, wie bis in den April hinein zu beklagen, der überdurchschnittlich lange Winter, welcher der Branche das Geschäft zusätzlich vermieste.

Aussichten stimmen weiterhin

Die über dieses Jahr hinaus gehenden Perspektiven stimmen ja weiterhin: Die USA besitzen riesiges Nachholpotenzial, das vor allem unter dem neuen Präsidenten früher oder später gehoben werden wird. Die deutschen Solartechnologie-Unternehmen werden davon ebenfalls profitieren. Auch Japan legt nach, China früher oder später ebenfalls. Speziell die chinesische „Konkurrenz“ muss offenbar erst noch lernen, dass die Technologie doch nicht ganz so einfach zu beherrschen ist wie es den Anschein hatte. Module wird man in China natürlich zusammenschrauben können, aber bei der Silizium-, Wafer- und Zellenproduktion droht den deutschen Marktführern weniger Konkurrenz als ehemals befürchtet.

KGV 2009e rund 15

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von ca. 15 für dieses Jahr ist SolarWorld weder günstig noch teuer. Dieses Jahr ist einfach ein Übergangsjahr zwischen Boom, Krise und Wiederaufstieg. Blicken wir auf 2010 und unterstellen, dass die Weltwirtschaftsrezession nicht ewig andauern wird, so ist ein KGV von wenig mehr als 10 in Sichtweite. Und das ist angesichts von zurückkehrenden Wachstumsraten von über 20 % im kommenden Jahr eine der vorteilhaftesten Bewertungen der vergangenen fünf Jahre. Der (selektive) Einstieg in die Solartechnologie lohnt also gerade wieder.

Fazit

Wir sehen auf Sicht bis Ende 2010 bei SolarWorld wieder Kurse von 30 Euro, ohne dass die Aktien dadurch schon wieder teuer wären. Das ergibt signifikantes Kurspotenzial von 40 bis 50 % für einen Zeitraum von ca. 18 Monaten. Die Aktie ist daher ein klarer Kauf. Vorsichtige setzen ein Abstauberlimit bei rund 20 Euro.

Für den Inhalt dieses Artikels ist die Redaktion des Performaxx-Anlegerbriefs verantwortlich. Der Performaxx-Anlegerbrief zählt mit einer Musterdepotperformance von über 644 % seit 1.1.2001 zu Deutschlands erfolgreichsten Börsenbriefen.

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