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Veröffentlicht von M.G. Börsen-Service am 24.08.2012

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 24.08.2012:

Börsenbrief Cleverselect Investments
Cleverselect Investments

M.G. Börsen-Service - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit August 2008

Solarworld AG – dramatischer Verlust

Die Solarworld AG haben wir schon mehrmals besprochen, da es immer wieder Anfragen zu diesem Unternehmen gab. Wir rieten bei Kursen von 17, 10, 8, 5, und 2 € vom Kauf ab. Inzwischen hat die Aktie wieder rund 50% an Wert verloren, aber unsere Einschätzung hat sich nicht geändert.

Im zweiten Quartal brach der Umsatz von 533,60 auf 340,10 Mio. € ein. Der Gewinn brach von 70,50 auf 159,30 Mio. € ein!

Solarworld-Chef verzichtet auf Gehalt und Dividende bis sein Unternehmen wieder profitabel wird. Sein Aktienpaket (28%) war vor wenigen Jahren 1,20 Mrd. € wert. Heute nur noch etwas über 30 Mio. €.
Asbeck macht China für die schlechten Zahlen verantwortlich. Deutlich niedrigere Kosten und staatliche Subventionen führen zu einem immensen Kostennachteil gegenüber den chinesischen Solarunternehmen.
Asbeck will nun klagen. Er hat gemeinsam mit weiteren europäischen Unternehmen eine Klage bei der EU-Kommission eingereicht, die auf Strafzölle gegen die chinesische Konkurrenz abzielt.
Ob dies erfolgreich sein wird, ist mehr als nur fraglich.

Solarworld wird inzwischen nur noch mit 132 Mio. € bewertet. Auf Jahressicht wird ein sehr großer Verlust anfallen. Selbst für eine schwarze Null bräucht man hier ein großes Wunder. Gegen die Konkurrenz aus Asien, ist nach dem Wegfall der Subventionen in Deutschland nicht mehr anzukommen.
Auf diesem Niveau gibt es immer wieder größere Gegenbewegungen, aber die Grundtendenz ist ganz klar weiter negativ.
Für uns nicht interessant!

RWE AG – keine Alternative zu EON AG

Nachdem wir letzte Woche die EON AG besprochen haben, werfen wir einen Blick auf den größten deutschen Konkurrenten, die RWE AG.

Im ersten Halbjahr konnte RWE den Umsatz nur um 1,30% auf 27,10 Mrd. € steigern. Das EBIT (Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) stieg um 9% auf 3,70 Mrd. €. Der Nettogewinn blieb mit 1,70 Mrd. € auf Vorjahresniveau. Der neue RWE-Chef Peter Terium reagierte auf die schlechten Zahlen – indem er das Sparprogramm „RWE 2015“ verschärfen will. Statt wie ursprünglich geplant 8.000 Stellen sollen nun rund 10.400 Arbeitsplätze gestrichen werden.
"Diese Personalmaßnahmen sind unumgänglich, wenn wir die Wettbewerbsfähigkeit von RWE erhalten wollen", so Terium.
Terium will mit dem Sparprogram „REWE 2015“ bis Ende 2014 eine zusätzliche nachhaltige Ergebnisverbesserung von 1 Mrd. € erreichen.
Während EON erfolgreich mit dem Gaslieferanten Gazprom die Konditionen der Lang-zeitverträge neu verhandeln konnte, verliefen die Verhandlungen mit RWE bis Dato erfolgslos.
Das Unternehmen wird aktuell mit 21 Mrd. € an der Börse bewertet. Der Nettogewinn wird wegen weitere Abschreibungen nicht über 3 Mrd. € liegen. Daraus resultiert ein KGV von 7, was einer fairen Bewertung entspricht.
EON konnte im Gegensatz zu RWE seinen Gewinn verdreifachen. Zudem konnte man sich mit Gazprom einigen - alleine die Einigung mit Gazprom generiert jährlich Einsparungen von 1,20 Mrd. €. Das reicht für uns, um die EON-Aktie der RWE-Aktie vorzuziehen.

Dell Inc. – Gewinneinbruch

Die zunehmende Beliebtheit von Tablet-Computern und Smartphones kombiniert mit einer schwachen Konjunktur zwangen dem PC-Hersteller Dell eine Gewinnwarnung herauszugeben.
Im zweiten Quartal sank der Umsatz um 8% auf 14,50 Mrd. $. Mit der Präsentation der Quartalszahlen des ersten Quartals, wurde noch ein Umsatzanstieg von 2 bis 4% prognostiziert.
Der Gewinn brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18% auf 732 Mio. $ ein.
Nach diesen schlechten Zahlen sah sich das Unternehmen dazu gezwungen die Jahresprognose zu korrigieren. Der Gewinn je Aktie soll auf Jahressicht bei 1,70 $ liegen. Geplant war den Vorjahreswert von 2,13 $ je Aktie zu überbieten.
Dell hat den Trend zu den mobilen Geräten verschlafen. Dell will bzw. muss im Unternehmensbereich mit Software und Dienstleistungen weiter wach

An der Börse wird das Unternehmen aktuell mit 20,70 Mrd. $ bewertet. Nach der Geschäftsleitung soll der Gewinn bei 1,70 $ je Aktie oder 2,95 Mrd. $ liegen. Wir sind vorsichtig und kalkulieren mit 2,50 Mrd. $. Daraus resultiert ein KGV von 8,28, was einer fairen Bewertung entspricht.
Allerdings wird der Wettbewerb der Branche immer schärfer, was tendenziell die Gewinne weiter nach unten drücken könnte. Der Chart spricht ebenfalls nicht für einen Engagement.

Hewlett Packard Inc. – größter Verlust in der Unternehmensgeschichte

Der PC-Hersteller HP und der stärkste Konkurrent von Dell musste mit den Quartalszahlen am Mittwoch den größten Verlust der Unternehmensgeschichte ausweisen.
Im zweiten Quartal sank der Umsatz um 5,00% auf 29,70 Mrd. $ . HP verkaufte 6 % weniger konventioneller PC`S, 12% weniger Notebooks und 23 % weniger Drucker, was auch hier auf die zunehmende Beliebtheit von Tablet-Computern und Smartphones zurückzuführen ist.sen, um die Schwäche beim konventionellen PC-Geschäft zu kompensieren.

Mit einem Verlust von 8,80 Mrd. $ wurde der größte Verlust der Unternehmensgeschichte geschrieben. Im Vorjahreszeitraum wurden noch ein Gewinn von 1,50 Mrd. $ erzielt.

Der Verlust ist in erster Linie auf Abschreibungen zurückzuführen. Alleine die Abschreibung auf den IT-Dienstleister EDS betrug 8 Mrd. $, den HP im Jahr 2008 für 13,9 Mrd. $ übernommen hatte.
Insgesamt musste das Unternehmen Abschreibungen von 10,80 Mrd. $ vornehmen.
HP kündigte an bis 2014 27.000 Mitarbeiter zu entlassen – dies entspricht rund 8% der gesamten Belegschaft.
HP-Chefin Meg Whitmann schätzt die Lage realistisch ein:
„HP steckt noch immer ganz am Anfang einer Wende, die Jahre dauern wird“, «Es liegt noch einiges an Arbeit vor uns“, „Unser Fortschritt wird nicht geradlinig sein“, so Whitmann in der gestrigen Telefonkonferenz.
Das Unternehmen wird aktuell mit 34,80 Mrd. $ an der Börse bewertet. Ein Gewinn ist in diesem Jahr nicht mehr zu erwarten. Hier läuft im Moment nichts davon – wir setzen die Aktie auf unsere Watchlist.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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