Rückversicherer denken an ihre Aktionäre

Veröffentlicht von Börsenwerte IF Verlag GmbH am 09.05.2019
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Rückversicherer spielen in der heutigen Wirtschaft eine entscheidende Rolle. Sie verteilen Risiken, weltweit. Versicherte Unternehmen können sich auf Investitionsvorhaben konzentrieren, ohne der Angst ausgesetzt zu sein, bei der nächsten Naturkatastrophe Pleite zu gehen. Trotz der nicht immer einfachen Risikoverteilung haben die Rückversicherer stets ihre Anteilseigner im Blick.


Auch Versicherer brauchen Versicherungsschutz
Niemand bezahlt gerne Versicherungsbeiträge. Doch im Fall der Fälle ist jeder froh, eine Versicherung abgeschlossen zu haben. Heutzutage kann man sich gegen unzählige Risiken absichern. Selbst Versicherer benötigen Versicherungsschutz. Zu diesem Zweck wenden sie sich an Rückversicherer. Diese versichern das von den Erstversicherern übernommene Risiko. Es kommt sogar vor, dass Rückversicherer Rückversicherungsverträge abschließen. In diesem Fall spricht man von der so genannten Retrozession. Versicherer und Rückversicherer versuchen einen Ausgleich zwischen verschiedenen Risiken zu finden. Ein lokal agierendes Rückversicherungsunternehmen, das lediglich wenige Versicherungsnehmer in der Nähe des Wassers vor Überschwemmungsschäden schützt, wird bei einem Hochwasser Probleme damit haben, die Versicherungssummen auszuzahlen und Gewinne zu erwirtschaften. Aus diesem Grund werden die Risiken heutzutage über den gesamten Globus verteilt. Im Fokus des Rückversicherungsgeschäfts steht die Risikobewertung.
Dank der voranschreitenden Digitalisierung sind Unmengen von Daten zu früheren Naturkatastrophen oder anderen Schadenfällen vorhanden. Diese werden mithilfe komplizierter Rechenmodelle ausgewertet. Am Ende sollen Eintrittswahrscheinlichkeiten für mögliche Schadenszenarien berechnet werden. Je nach Eintrittswahrscheinlichkeit werden die Preise für den Rückversicherungsschutz festgelegt. Versicherungsnehmer können dann selbst abschätzen, welche Risiken sie einzugehen bereit sind und welche Prämienhöhe sie noch akzeptieren möchten. Weniger Schadenfälle bedeutet für die Rückversicherer zunächst, dass die Auszahlungen geringer sind. Gleichzeitig fangen Versicherungsnehmer an darüber nachzudenken, ob sie überhaupt einen Versicherungsschutz brauchen, was zu weniger Versicherungsverträgen und damit geringeren Prämieneinnahmen bei den Versicherern führt. Andernfalls können teure Schadenfälle den Versicherungsnehmern die Vorteile des Versicherungsschutzes vor Augen führen und zu einer wachsenden Zahl von Versicherungsverträgen führen. Allerdings wachsen auch die Auszahlungssummen aus den Versicherungsverträgen.

Munich Re und die eine Konstante
Trotz der Volatilität im Rückversicherungsgeschäft zeichnete sich Munich Re, der weltweite Marktführer, in den vergangenen Jahren als solider Dividendenwert aus. Die Dividendenrendite lag zuletzt regelmäßig bei knapp 5 Prozent. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 gönnte Munich Re seinen Anteilseignern eine deutliche Dividendenerhöhung um 65 Cent auf 9,25 Euro je Aktie. Im Jahr 2017, als teure Naturkatastrophen für einen deutlichen Gewinneinbruch sorgten, schaffte es der Konzern die Ausschüttung an die Anteilseigner mit 8,60 Euro je Aktie im Vorjahresvergleich konstant zu halten.
Außerdem erfreut Munich Re Anleger regelmäßig mit Aktienrückkäufen. Das heißt jedoch nicht, dass das Unternehmen Zukunftsinvestitionen vernachlässigen würde. Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran. Nicht nur in der Finanzindustrie. Um sich für die Zukunft zu wappnen hat Munich Re das im Bereich des industriellen Internets der Dinge (IoT) starke Technologieunternehmen Relayr übernommen. Gemeinsam wollen Munich Re und Relayr Servicedienstleistungen anbieten, die neben der Technologie auch Risikomanagement, Datenanalyse und finanzielle Instrumente beinhalten. Gleichzeitig bieten sich der gesamten Versicherungsbranche bei der Versicherung von Cyberrisiken enorme Wachstumsmöglichkeiten.

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