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Veröffentlicht von Redaktion "Rohstoff-Report" am 26.02.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 26.02.2010:

Börsenbrief Gold- & Rohstoff-Report
Gold- & Rohstoff-Report

BörseGo AG - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2002

Rohstoffe explosiv: Die neue Rubrik im Rohstoff-Report

In dieser Rubrik präsentieren wir Ihnen potenziell explosive technische und fundamentale Setups bei Rohstoffen. „Rohstoffe Explosiv“ versteht sich in Verbindung mit dem „Limit Up“-Blog, den wir unter http://www.godmode-trader.de/blog/rohstoff/ schreiben. Dort werden die in dieser Rubrik vorgestellten Rohstoffe weiter kommentiert, und zwar nahe am Marktgeschehen. Außerdem werden zeitnah Neuigkeiten rund um die Rohstoffe veröffentlicht, die Sie nicht verpassen sollten. Die Meldungen im Rohstoff-Blog können Sie über einen RSS-Reader (http://www.godmode-trader.de/blog/feed/rohstoff/?format=rss) oder über ATOM (t) abonnieren. Damit werden Sie in Echtzeit darüber informiert, wenn neue Beiträge oder Kommentare auf dem Blog erscheinen.

Orangensaft: Über drei Ecken Was hat ein schwacher Arbeitsmarkt mit Orangensaft zu tun? Ganz einfach: Er mindert die Nachfrage. Das US-Agrarministerium schreibt in seinem Zitrusbericht für Februar sogar von einem „weltweiten Rückgang des Orangenhandels um 8%“ im Jahr 2010. In den USA, wo die inoffizielle Arbeitslosenquote bei 20% angelangt ist und offiziell schon jeder zehnte ohne Arbeit ist, wird beim relativ teuren Orangensaft gespart. In Europa werden Säfte aus exotischeren Früchten bevorzugt, das betrifft den für Anleger interessanten Kontrakt für „Frozen Concentrated Orange Juice“, kurz FCOJ, jedoch nur nachrangig. Denn wenn Europäer jetzt mehr Mango- oder Ananassaft trinken und den Orangensaft in den Regalen stehen lassen, betrifft das vor allem den nordafrikanischen Markt und weniger den der USA. Dieser versorgt sich weitestgehend selbständig, wobei Ausgleichsmengen immer wieder aus Brasilien importiert werden müssen. Denn in den letzten Jahren hat man wegen den Hurrikans die Orangenplantagen in Florida immer weiter nach Norden verlegt, ohne an Frost zu denken. Dieser Fehler holt die amerikanischen Zitrusbauern in diesem Jahr wieder ein. Der besonders harte Winter hat dazu geführt, dass die jungen Orangen von den Bäumen gefallen sind, während auch reife Früchte durch den Frost nicht mehr genießbar sein werden. Zwar hat man versucht, die Bäume bei Minustemperaturen mit Wasser zu besprühen, dass sich ein Eismantel um die Früchte bildet, der sie dann vor noch tieferen Temperaturen schützen soll. Das US-Agrarministerium rechnet trotzdem mit einem Rückgang der diesjährigen Orangenernte um 10%. Dass die Preise für gefrorenen Orangensaft (FCOJ) jetzt so teuer sind wie zuletzt im Jahr 2008 und sich auch hartnäckig auf einem hohen Niveau halten, liegt vor allem an der Angst, dass diese Schätzung noch weiter nach unten korrigiert werden muss, wenn die Zitrusbauern die Gelegenheit hatten, nach dem Winter wieder auf ihre Plantagen zu gehen, um sich ein genaues Bild der Lage zu machen. Harald Weygand, Head of Trading bei Godmode-Trader.de, sieht im aktuellen Chart für FCOJ ein interessantes Setup für Anleger. FCOJ befinde sich „seit Dezember 2009 in einer Korrektur“, die „in einem stumpfen, symmetrischen Dreieck“ ablaufe. Dabei nehme „die Vola ab“ und es kündige sich „ein Ausbruch an“. Dieser Ausbruch könne schon in den „kommenden Tagen“ geschehen. Diesen Ausbruch könnten Anleger „long“ handeln, also auf steigende Kurse setzen. Weizen: Die Stimmung ist mies, Zeit für gute Laune? An den Weizenmärkten ist in den letzten Jahren viel passiert. Im Jahr 2007 fiel das Verhältnis von Lagerbeständen zum weltweiten Verbrauch (mit dieser Größe lässt sich die Knappheit eines Agrarrohstoffs in Zahlen fassen) auf den niedrigsten Stand jemals – die Preise sprangen in den USA zeitweise bis auf 13 Dollar. In Indien und anderen asiatischen Märkten wurde sogar noch mehr gezahlt. Der langfristige Durchschnittspreis vor diesem Anstieg lag bei nur 3.50 Dollar, hat sich durch die zeitweilige Verteuerung jedoch fast verdoppelt, auf zuletzt rund 6 Dollar. Nun scheinen die Weizenpreise eine charttechnische Unterstützung im Bereich von 4.50 Dollar auszubilden, was den Schluss nahelegt, dass die Weizenpreise nun dauerhaft über den alten Durchschnittspreisen von 3.50 Dollar bleiben werden. Ob Weizen nun auch für Anleger wieder interessant wird, steht für Börsengurus wie Jim Rogers oder Marc Faber außer Zweifel. Sie raten seit Monaten zum Kauf von Agrarrohstoffen. Und zwar zum einen deswegen, weil die Weltnachfrage steige, zum anderen aber auch deswegen, weil sie eine höhere Inflation erwarten, die sich ihrer Meinung vor allem in den Getreidepreisen manifestieren wird. Dem entgegen steht die Versorgungslage bei Weizen heute. Das Verhältnis zwischen Lagerbeständen zum Verbrauch liegt bei 30.3%, was bedeutet, dass die Weltweizennachfrage 16 Wochen lang aus den Lagerhallen der Welt gespeist werden könnte. Das ist der höchste Stand seit dem Jahr 2001. Dass sich Landwirte hier keine großen Absatzchancen für ihre diesjährige Weizenernte ausmalen, liegt nahe. Es ist daher wahrscheinlich, dass in diesem Jahr weniger Weizen angebaut wird, als in den letzten Jahren. Ob das ausreichen wird, einen Abwärtstrend bei den Lagerbeständen einzuleiten, den auch die Weizenpreise reflektieren würden, bleibt abzuwarten. Bei 4.40 Dollar liegt eine wichtige charttechnische Unterstützung, deren Unterschreiten einen Abverkauf einläuten könnte. Anderenfalls wäre eine deutliche Aufwärtsbewegung möglich, wenn der Abwärtstrend seit dem Jahr 2008 überschritten werden könnte. Die Volatilität nimmt ab, was in der Regel eine große Preisbewegung in die eine oder andere Richtung ankündigt. Den Weizenpreis sollten Anleger also auf der Beobachtungsliste haben. Zucker: Das hat gesessen Der Zuckerpreis hat vom Hoch am 1. Februar bei 30.4 cents mittlerweile um 22% korrigiert. Wir haben im „Limit Up“-Blog auf unmittelbare Korrekturgefahren bei einem Preisniveau von 29 cents hingewiesen. Das war am 27. Januar (siehe roter Pfeil). Heute notiert der Zuckerpreis pro amerikanischem Pound bei 24.4 cents und hat seinen Aufwärtstrend seit April 2009 gebrochen. Wir können davon ausgehen, dass dies zu einer Eintrübung der Stimmung geführt hat. Harald Weygand achtet derzeit auf den Preisbereich von 20 bis 21.7 cents. Diese Zone sieht er als wichtige Unterstützung an. Hält sie nicht, wird es wohl bis auf den Aufwärtstrend seit November 2008 abwärts gehen. Der liegt derzeit bei 17.50 cents. Was geschehen ist: Zucker ist ein Agrarrohstoff, der in der Vergangenheit dadurch aufgefallen ist, bei Missernten noch stärker als die Getreidesorten nach oben ausgeschlagen zu haben, dann aber genauso direkt, wie die Rally begann, auch wieder in eine Korrektur überging. Nachdem Händler realisiert hatten, dass die EU über sehr viel Zucker auf Lager verfügt, diesen aber wegen Quotenregelungen nicht unbegrenzt exportieren darf, es aber bis zum gewissen Maße trotzdem tat, kippte die Stimmung. Hinzu kam die Angst, dass die hohen Preise, die sich zahlreiche Zuckerproduzenten über Vorausverkäufe sicherten, zu einem massiven Anstieg der weltweiten Zuckerernte in diesem Jahr führen werden. Zucker ist zwar immer noch knapp. Durch die beiden Nachrichten hat sich die Stimmung aber gedreht. Als die Preise stiegen, gingen Händler davon aus, dass sich die Verknappungssituation immer noch weiter verschärfen wird und dadurch die Lagerbestände weiter fallen. Zucker ist jetzt zwar immer noch knapp und wird es auch in den nächsten Monaten bleiben. Es ist aber die Hoffnung in Sicht, dass die neue Ernte im Jahresverlauf zu wieder steigenden Lagerbeständen führen könnte. Hier haben wir also quasi die umgekehrte Situation wie bei Weizen. Kakao: Risiko aus, Sicherheit an Der „Risk on, risk off“-Trade, auf den wir in den vergangenen Ausgaben des Rohstoff-Reports hingewiesen haben, schlägt auf die „Risk off“-Seite um. Das führt dazu, dass der Dollar und US-Staatsanleihen gekauft und alles andere verkauft wird. Wir haben im „Limit Up“-Blog am 2. Februar darauf hingewiesen, dass Kakao bei „Risk Off“ anfällig für größere Korrekturen ist. Im Monatschart haben sich im Widerstandsbereich mehrere Umkehrkerzen gebildet, die jetzt tatsächlich zu einer Korrektur führen. Am 2. Februar notierte Kakao noch bei 3129 Dollar/Tonne, jetzt nur noch bei 2967 Dollar/Tonne. Die Korrektur fällt also bisher noch relativ mau aus. Wir rechnen allerdings damit, dass die Korrektur weiter gehen wird, insbesondere dann, wenn es an den Aktienmärkten zu der von uns erwarteten Korrektur kommen sollte und „outside-selling“ Kakao zusätzlich belastet. Die Entwicklung der Nachrichtenlage bleibt typisch für Kakao. War im Hoch bei rund 3500 Dollar/Tonne noch die Rede von knappen Verschiffungsmengen am ivorischen Hafen von Abidjan, möglichen Streiks, Ernterückgängen durch El Nino, die schlechte Bewirtschaftung der Kakaoplantagen und eine möglicherweise stark steigende Kakaonachfrage aus den Industrieländern, scheinen sich jetzt alle einig zu sein, dass uns eine überdurchschnittlich gute Ernte aus der Elfenbeinküste erwartet und die Nachfrage doch nicht so stark wächst, wie erhofft. Côte d’Ivoire ist das größte Kakaoproduzentenland der Erde (siehe Grafik). Fakt ist, dass El Nino, das Weltklima bestimmende Wetterphänomen vor der Westküste Südamerikas, im Dezember seinen Höhepunkt erreichte und sich seither schnell normalisiert. Das hat das australische Meteorologenbüro gemessen. Dieser Umstand erhöht die Wahrscheinlichkeit für normalisierte Wachstumsbedingungen für Kakao in diesem Jahr dramatisch. Dennoch ist das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage weiterhin leicht defizitär, das heißt, es gibt etwas mehr Nachfrage, als Angebot an den Markt gelangt. Das könnte die Preise im Bereich des Aufwärtstrends seit November 2008 (aktuell 2850 Dollar/Tonne) zunächst stabilisieren. Hält der Aufwärtstrend nicht, sind weitere Abgaben bis 2350 Dollar/Tonne möglich.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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