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Veröffentlicht von Redaktion "Rohstoff-Report" am 31.12.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 31.12.2010:

Börsenbrief Gold- & Rohstoff-Report
Gold- & Rohstoff-Report

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Rohstoff-Ausblick 2011: Champions

Baumwolle so teuer wie zuletzt vor 160 Jahren, als noch Sklaven auf den Feldern Amerikas eingesetzt wurden, Erdöl handelt bald dauerhaft über 100 Dollar und Silber ist auf dem besten Weg, das Preisniveau zu Zeiten der Gebrüder Hunt wieder zu erstürmen: Das Jahr 2011 wird das Jahr der Champions für die Rohstoffe. Dabei war das Jahr 2010 gar nicht mal so leicht zu meistern. Wir hatten im Ausblick auf das Jahr 2010 die These vertreten, dass den Märkten einiges an Gegenwind entgegenwehen wird.

Wir schrieben im Fazit des Ausblicks auf das Jahr 2010: „Unsere in diesem Report veröffentlichten Prognosen lassen sich wie folgt zusammenfassen. Wir erwarten eine Korrektur bei Aktien und Rohstoffen und eine Rally beim US-Dollar, eine Rückkehr des Sicherheitsedürfnisses bei den Anlegern und weitere Krisen, die mit Überschuldung und der mangelnden Verfügbarkeit von Refinanzierungs-möglichkeiten einhergehen. Auf Seiten der Konjunkturdaten dürfte es sich bemerkbar machen, dass das aus den Konjunkturpaketen erzeugte Momentum nachlassen und sich die Planungssicherheit verringern dürfte. Auch wenn die Industrieländer weiter moderat wachsen und sich das hohe Wachstum in den Emerging Markets fortsetzt, dürfte sich durch das nachlassende Momentum beim Wachstum das Sentiment, dass an den Börsen derzeit fast einheitlich bullish ist, eintrüben. Den Weltbörsen dürfte im ersten Halbjahr 2010 also einiges an Gegenwind entgegenwehen.“ Tatsächlich wertete der US-Dollar-Index im Jahr 2010 um rund 3% auf. Auch die Konjunkturerholung drohte in der ersten Jahreshälfte wieder in sich zusammenzufallen. Dieser Anflug eines Double-Dip-Szenarios, das Mitte des Jahres 2010 zu Verwerfungen an den Märkten sorgte und etwa den Ölpreis zeitweise um bis zu 23 Dollar/Barrel einbrechen ließ, wurde bekämpft durch eine neue Runde quantitativer Lockerung der Federal Reserve. Der „Greenspan-Put“, eine implizite Garantie der Federal Reserve, wurde zum „Bernanke-Put“ umgewandelt und ist jetzt explizit: Die Federal Reserve unter Ben Bernanke lässt nichts unversucht, um die Verknappung der Cash-Seite (Deflation) durch eine Ausweitung der Geldbasis zu bekämpfen. Zur Verstärkung des Wachstumstrends verlängerte die US-Regierung die Steuervergünstigungen aus der Bush-Ära. Die Rohstoffmärkte als Anlageklasse stellten sich dem konjunkturellen Gegenwind erfolgreich entgegen. Das Jahr 2010 war ein „außergewöhnlich starkes Jahr für Rohstoff-Investments“, wie Barclays Capital schreiben. Anleger investierten von Januar bis November 2010 60 Milliarden Dollar zusätzlich in die Anlageklasse Rohstoffe. Die gesamte Anlagesumme in börsennotierte Rohstoffprodukte und in Rohstoffindizes betrug Ende November 2010 354 Milliarden Dollar und ist damit auf einen neuen Rekordwert in absoluten Größen angewachsen. In relativen Größen betrachtet ist die Summe nicht besonders groß. Der weltgrößte Rentenfonds, der PIMCO TotalReturn, verwaltet ein Vermögen von rund 250 Milliarden Dollar, während im größten Aktienmarkt-ETF, dem SPDR S&P 500 ETF, 96 Milliarden Dollar veranlagt sind. In diesem Lichte betrachtet erscheint das Mantra von Rohstoff-Guru Jim Rogers weiterhin stichhaltig: Der Bullenmarkt bei den Rohstoffen hat noch enormes Potenzial. Das Interesse der Rohstoffe wächst, wohl auch als Ersatzwährung und Dollarsubstitut. Auf der 6. Jährlichen Rohstoffinvestorenkonferenz von Barclays Capital in New York im Winter 2010 hielten es 76% der befragten institutionellen Investoren für wahrscheinlich, dass die Kapitalzuflüsse in Rohstoffe im Jahr 2011 das Niveau des Jahres 2010 erreichen oder übersteigen werden, wobei Kupfer, Getreide und Erdöl als Hauptprofiteure angesehen werden. Als zweitgrößte Gefahr (neben einer harten Landung der chinesischen Wirtschaft) sehen die Befragten die Gefahr von platzenden Spekulationsblasen an den Rohstoffmärkten an, ausgelöst durch überschüssige Liquidität. Wir nähern uns der Mitte der Konjunkturerholung. Dies ist auch an der Entwicklung der Preise in den einzelnen Rohstoffsektoren zu beobachten. In der Anfangsphase der Konjunkturerholung bis zur Mitte des Jahres 2010 bewegten sich alle Rohstoffe gleichsam – zwischen Energie, Agrar und Metallen schien es zumindest was die Preisentwicklung anging keine großen Unterschiede zu geben. Seit Mitte 2010 ist zu beobachten, dass die einzelnen Rohstoffsektoren stärker nach ihren eigenen Fundamentaldaten und nicht mehr vorwiegend nach den Erwartungen hinsichtlich der weiteren Konjunkturentwicklung bewertet werden. Gemessen an den Subindizes des Dow Jones-UBS Rohstoffindex stiegen Agrarrohstoffe seit Jahresbeginn um 28%, Industriemetalle um 8% und Energierohstoffe verloren um 13%. Zur Jahresmitte 2010 lag die Entwicklung der drei Sektoren nur einen Prozentpunkt auseinander.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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