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Veröffentlicht von BörseGo AG am 19.05.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 19.05.2011:

Börsenbrief Gold- & Rohstoff-Report
Gold- & Rohstoff-Report

BörseGo AG - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2002

Platin: Hoffnung stirbt zuletzt

Was für eine Rally bei den Rohstoffen in den vergangenen Monaten. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Platin. Der Preis des Edelmetalls notiert heute nur unwesentlich über jenem vor einem Jahr. In der Zwischenzeit passierte nicht viel, und dass, obwohl der US-Dollar seither deutlich abwertete, das Gold neue historische Höchststände erklomm und Silber sich mehr als verdoppelte.

 

Letztendlich wird der Platinpreis wohl durch das relativ entspannte Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage bestimmt. Es gibt ein ausreichendes Platinangebot, während sich die Nachfrage nur sehr schwach entwickelt. Die Preise im wichtigen Produzentenland Südafrika notieren dank des starken Kurses der dortigen Währung immer noch bei 12.500 Rand und damit weit über den Produktionskosten. Es lohnt sich also weiterhin für die Bergwerke, ihre Produktion auf einem hohen Niveau zu halten und diese sogar noch zu erhöhen.

Anleger interessieren sich vor diesem Hintergrund offenbar nicht sonderlich für Platin. Die Kapitalströme in physisch besicherte Platin-ETFs entwickeln sich nicht einmal im Ansatz so stark wie die Investitionen in vergleichbare ETFs, deren Basiswert Silber oder Gold ist. Hinzu kommt, dass auch die chinesische Platinnachfrage sich eher stetig entwickelt, während sie bei Gold und Silber seit Jahresbeginn fast schon explosionsartig anzog. Analysten von Macquarie schätzen die Importmenge Chinas und Hongkongs im ersten Quartal auf 40.000 Platinunzen.

Platin wird für die Katalysatorherstellung verwendet. Die Katastrophe in Japan, die Rationierung der dortigen Stromversorgung und Schäden an Fabriken lassen das Land am Nippon in diesem Quartal in eine tiefe Rezession absinken, was nicht ohne Auswirkungen für die dortige Automobilproduktion bleibt. Analysten von Autoliv haben deshalb ihre Prognose für den weltweiten Automobilabsatz im Zeitraum erstes Quartal zum zweiten Quartal 2011 von zuvor +12,9% auf -9,9% revidiert.

Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Im Jahr 2010 wurden bereits 26% mehr Autos verkauft, als 2009 – die Verkaufszahlen erreichten einen neuen Rekordstand. Bis zum Jahresende wird die Schwächephase aus Japan fast ausgeglichen sein und Autoliv schätzt, dass die Autoabsätze weltweit im Gesamtjahr 2011 gegenüber 2010 um 4-4,5% wachsen werden. Das wäre erneut ein Rekordwert.

Es scheint, als würden sich die Märkte zu sehr auf die kurzfristige Schwächephase aus Japan konzentrieren. Sollte sich herausstellen, dass die Platinnachfrage aus der Automobilindustrie wieder anzieht, so könnten sich die bislang eher schwachen ETF-Käufe auch wieder erholen. Das nährt zumindest die Hoffnungen auf stärkere Platinpreise in der zweiten Jahreshälfte. 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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