Das unabhängige Börsenbriefportal
Dummy user
Veröffentlicht von M.G. Börsen-Service am 06.07.2012

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 06.07.2012:

Börsenbrief Cleverselect Investments
Cleverselect Investments

M.G. Börsen-Service - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit August 2008

Nike – verfehlt Erwartungen

Der Sportartikelhersteller Nike musste im Schlussquartal (Geschäftsjahr endete 31.05.12) überraschend einen Gewinnrückgang hinnehmen. In Sachen Umsatzentwicklung konnten die Amerikaner wieder glänzen – der Umsatz konnte um 14% auf 6,50 Mrd. $ gesteigert werden, was einen neuen Rekord darstellt.

Allerdings fiel der Gewinn von 594 auf 549 Mio. $. Dies entspricht 1,17 $ Gewinn je Aktie – der Markt rechnete jedoch mit 1,37 $ Gewinn je Aktie.
Nike verfehlte somit seit über zwei Jahren erstmals wieder die Markterwartungen.

Nike gelang es nicht die gestiegenen Materialkosten an seine Kunden weiterzugeben. Um die gestiegenen Lagerbestände in China und Westeuropa abzubauen, gewährte Nike großzügige Rabatte, was sich negativ auf die Margen auswirkte.
Die Bruttomarge sank im Schlussquartal um 1,50% auf 42,80%. Somit arbeitet Nike deutlich unrentabler als die Konkurrenz. Bei Adidas und Puma lag die Bruttomarge im jüngsten Quartal bei 47,70 bzw. 51,20%.
Die Fußball-EM 2012 lief für Nike nicht besonders gut. Nike rüstete zwar die meisten Teams aus, aber diese schnitten relativ schlecht ab. So schieden Polen, Niederlande und Frankreich überraschend früh aus. Nur Portugal schaffte es ins Halbfinale. An der Börse wird Nike aktuell mit 39 Mrd. $ bewertet. Der Jahresgewinn ist mit ca. 2,50 Mrd. $ anzusetzen. Daraus resultiert ein KGV von 15,60. Die hier neulich besprochen deutsche Adidas AG arbeitet profitablere und der Chart ist nicht angeschlagen – diejenigen, die in diese Branche investieren wollen, ziehen Adidas Nike vor.

Fossil – massiver Kurseinbruch

Der Uhrenhersteller Fossil löste mit seinen jüngsten Quartalszahlen einen massiven Kurssturz aus.
Vor allem die Aussichten auf dem schwächelnden Markt in Europa verstärkten den Verkaufsdruck – die Aktie brach in der Spitze bis zu 40% ein. Im ersten Quartal legte der Umsatz in Europa nur minimal zu. Insbesondere in Deutschland, Spanien und Italien lagen die Umsätze unter den Erwartungen.

Laut Fossil-Chef Kosta Kartsotis ist keine Besserung in Sicht: "Da wir davon ausgehen, dass die wirtschaftliche Schwäche in Europa anhält, reduzieren wir unsere Wachstumserwartungen für das Jahr vom Bereich um die 15 Prozent auf den unteren bis mittleren einstelligen Bereich."
Insgesamt setzte Fossil im ersten Quartal 589,5 Mio. $ um und verfehlte somit die Erwartungen der Analysten um 5%. In den letzten zwei Jahren habe das Unternehmen seine Umsatzziele immer um 5 bis 7% übertroffen:

Der Gewinn lag mit 58,1 Mio. $ 1% über den Erwartungen.
Bei den aktuellen Aussichten ist ein Jahresgewinn von über 200 Mio. $ unwahrscheinlich. Nach dem Kursrutsch wird das Unternehmen an der Börse noch mit 4,90 Mrd. $ bewertet. Bei einem Jahresgewinn von ca. 200 Mio. $ errechnet sich ein KGV von 24,50. Von einem Schnäppchen kann noch keine Rede sein. Der Chart macht auch keinen Mut hier einzusteigen. Wir setzen den nur auf unsere Watchlist.

VW übernimmt Porsche

Nach einem jahrelangen hin und her hat die Volkswagen AG am Donnerstag den Rest der Porsche-Anteile erworben.
Für beiden Unternehmen ist der Zusammenschluss von Vorteil.
VW gelang es die Übernahme formaljuristisch als eine Umstrukturierung zu verkaufen, imdem VW eine einzelne Stammaktie auf die Porsche Holding SE übertrug. Dies hat zur Folge, dass andere Gesetze als bei einem regulären Kauf gelten. Während bei einem Kauf Körperschaft-, Gewerbe- und Grunderwerbsteuer anfallen würden, ist die Umstrukturierung nach dem Umwandlungssteuergesetz von der Steuer befreit.

Dadurch sparte VW ca. 1,50 Mrd. € Steuern. Nach den Worten von VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch zahlte VW letztendlich nur rund 100 Mio. € Steuern.

Durch die Übernahme/Zusammenarbeit können künftig beide Unternehmen in den Bereichen Forschung u. Entwicklung, Einkauf, Produktion und Vertrieb jährlich mindestens 700 Mio. € einsparen. Synergieeffekte können jetzt im vollen Umfang und ohne rechtliche Hürden genutzt werden.
Nach dieser Übernahme gehören inzwischen zu VW, Audi, Skoda, Seat, Porsche, Bentley, Bugatti, Lamborghini und die beiden Lkw-Bauer Scania und MAN.
Wie den übrigen Marken-Töchtern sicherte VW-Chef Winterkorn auch der neuen Tochter Porsche ihre Eigenständigkeit zu. "Am Führungsmodell von VW ändert sich nichts", so Winterkorn.
VW will mit Porsche weiter wachsen, das Ziel bis 2018 größter Autohersteller zu werden, wurde von Winterkorn nochmals betont.

Vor Steuern und dem „Porscheeffekt“ gelang es VW im Jahr 2011 ein EBIT von 16 Mrd. € zu erzielen. Nach Steuern und dem „Porscheeffekt blieben rund 9 Mrd. € über.
VW wird aktuell mit 61 Mrd. € bewertet. Wir sind vorsichtig und gehen davon aus, dass die EU-Schuldenkrise sich weiter negativ auf die Unternehmensgewinne auswirken werde und kalkulieren mit einem Nettogewinn von nur 7 Mrd. €. Daraus resultiert ein KGV von sehr fairen 8,71.
Volkswagen ist sehr interessant. Dem allgemeinen Trend kann sich aber auch diese Aktie nicht entziehen. Sobald wir m Aktienbereich wieder aktiv werden, ist VW neben BASF, K+S und Daimler dabei.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


Börsenbrief Cleverselect Investments
PDF
Kostenlose Leseprobe- Ausgabe als PDF
Jetzt downloaden

© Lettertest.de - Alle Rechte vorbehalten. Datenschutz Impressum Gütesiegel