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Veröffentlicht von Redaktion "Aktien-Newsletter" am 14.01.2009

MorphoSys: Erfolgreich mit humanen Antikörpern

MorphoSys: Erfolgreich mit humanen Antikörpern

Während sich der TecDAX im vergangenen Jahr fast halbiert hat, legte die Aktie von MorphoSys um gut 16% zu und war damit der einzige Wert im deutschen Technologieindex, der 2008 Gewinne verbuchen konnte. Das stabile und konjunkturresistente Geschäft mit Antikörpern sollte dafür sorgen, dass sich die positive Tendenz fortsetzt. Der Biotechwert bleibt mittelfristig eine aussichtsreiche Investition.

Aktie stemmt sich gegen den Trend

Ein Minus von rund 48% verbuchte der TecDAX im abgelaufenen Jahr 2008. Verantwortlich für dieses katastrophale Ergebnis waren vor allem die im Index stark gewichteten Solartitel, deren Kurse sich im freien Fall befanden. Beachtliche relative Stärke zeigten dagegen Biotechwerte. Während die Papiere von Qiagen und BB Biotech nur moderate Verluste hinnehmen mussten, verbuchte MorphoSys sogar ein Plus von gut 16%. Damit war die Aktie des Antikörper-Spezialisten der einzige TecDAX-Titel, der das Krisenjahr 2008 gegen den allgemeinen Trend mit einem Kursgewinn abschließen konnte.

Konjunkturresistentes Geschäft

Die Stärke der Biotechnologie-Papiere kommt nicht von ungefähr. Die Branche ist weniger von der Konjunktur abhängig und somit vom Wirtschaftsabschwung kaum betroffen. Angesichts des stabilen Geschäfts sind auch die Gewinne der Biotechunternehmen relativ gut vorherzusagen. Dies gilt auch für MorphoSys. Das Unternehmen aus der bayerischen Biotech-Hochburg Martinsried bei München gehört zu den weltweit führenden Gesellschaften im Bereich der humanen Antikörper. Der Konzern verfügt über eine der dominierenden Technologien in diesem Bereich, die sowohl für Forschungszwecke und in der Diagnostik als auch für die Herstellung von präzise wirkenden Medikamenten eingesetzt werden kann.

Renommiertes Klientel

Die dominierende Position von MorphoSys im Bereich der Antikörper sorgt dafür, dass die weltweit größten Pharmakonzerne Aufträge an das Unternehmen vergeben: Für die Konzerne sucht MorphoSys nach Antikörpern für die gewünschten Ziele. Ein Teil der Rechte an den Antikörpern bleiben später bei den Münchnern. Neben den Lizenzgebühren, welche die Pharmaunternehmen für den Zugang zur Antikörperbibliothek "HuCAL" bezahlen, erhält die Gesellschaft je nach Fortschritt der klinischen Entwicklung entsprechende Prämien. Erreicht ein auf Basis der Antikörper entwickeltes Medikament die Marktreife, kommt noch eine Umsatzbeteiligung dazu. Ein profitables Geschäft. So hat MorphoSys derzeit 55 Projekte in der Pipeline. Allein das Abkommen mit dem Schweizer Pharmariesen Novartis kann MorphoSys in den nächsten Jahren Einnahmen von bis zu 1 Mrd. US-Dollar bescheren.

Solide finanziert

Zusätzlich zum Auftragsgeschäft hat MorphoSys inzwischen auch damit begonnen, selbst Medikamente zu entwickeln. Dieser Bereich steckt derzeit zwar noch in den Kinderschuhen und es befinden sich im Augenblick gerade einmal zwei Medikamente in der Forschungspipeline. Dennoch birgt dieses Segment für die Zukunft zusätzliche Fantasie. Wichtig ist jedoch, dass MorphoSys vom Erfolg der eigenen Entwicklungen nicht abhängig ist. Denn durch die langfristigen Partnerschaften mit den großen Pharmakonzernen ist das Geschäft von MorphoSys auf Jahre hin gut abgesichert. Hinzu kommt, dass das Unternehmen – im Gegensatz zu vielen anderen Biotechfirmen – ausgesprochen solide finanziert ist. Neben einem Cash-Bestand von rund 120 Mio. Euro glänzt der Konzern mit einer hohen Eigenkapitalquote von nahezu 79%.

Weiter auf Wachstumskurs

Dank der zahlreichen Kooperationen und der daraus zu erwartenden Einnahmen dürfte MorphoSys den positiven Trend fortsetzen und trotz Wirtschaftskrise weiter wachsen können. Der Umsatz, der im Jahr 2003 gerade einmal 15 Mio. Euro betrug und bis 2007 mehr als vervierfacht wurde, soll Analystenschätzungen zufolge bis 2010 auf rund 94 Mio. Euro anwachsen. Der Gewinn je Aktie soll in diesem wie auch im kommenden Jahr um mehr als 20% vorankommen. Angesichts dieser Wachstumsaussichten erscheint auch die mit einem KGV von 23 etwas höhere Bewertung durchaus gerechtfertigt.

Fazit

Das durch die langfristigen Partnerschaften sehr stabile Geschäft und das zu erwartende dynamische Wachstum sprechen für eine Fortsetzung der positiven Kursentwicklung. Zudem ist die MorphoSys-Aktie nach dem Aktiensplit im Verhältnis 3:1, der kurz vor Weihnachten durchgeführt wurde, optisch noch attraktiver geworden. Das erste Kursziel stellt der Bereich um 20,00 Euro dar. Hier lauert ein massiver charttechnischer Widerstand. Sollte diese Hürde übersprungen werden, sind mittel- und langfristig deutlich höhere Notierungen realistisch.

Derivate-Trading

Investoren, die sich der Risiken bewusst sind, können versuchen, mögliche Kurssteigerungen mit Derivaten zu hebeln. Auf den Basiswert MorphoSys gibt es dazu auch eine gute Auswahl an Hebelzertifikaten. Interessant ist davon der WAVE XXL-Call der Deutschen Bank ( WKN: DB1Q08 ). Ausgestattet mit einer theoretisch unbegrenzten Laufzeit liegt die Knockoutschwelle aktuell bei 11,70 Euro und damit ein gutes Stück unter unserem bevorzugten Stop-Loss auf Aktienkursbasis im Bereich von 14,00 Euro. Der Hebel beträgt aktuell rund 2,6.

Anleger sollten sich generell über die erhöhten Risiken beim Handel mit Optionsscheinen bzw. Knockout-Produkten bewusst sein und eine adäquate Limittechnik verfolgen. Sie sollten verstehen, dass der Handel mit Derivaten unter anderem durch die höhere Reagibilität wesentlich risikoreicher ist als der physische Aktienhandel und vornehmlich der gezielten Nutzung von zeitlich fest definierten Marktchancen dient. Aufgrund der Hebelwirkung ist im Vergleich zum physischen Erwerb der Aktie ferner lediglich ein wesentlich geringerer Kapitaleinsatz erforderlich.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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