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Veröffentlicht von Redaktion "BetaFaktor" am 18.06.2010

Intershop: wird immer stärker

Intershop: wird immer stärker

Die Kapitalmaßnahme im Mai ging ganz glatt über die Bühne. Knapp zwei Mio. neue Aktien wurden zu je 1,42 EUR ausgegeben, was dem ECommerce- Unternehmen Intershop Coomunications AG (DE000- A9EPUH1; 1,71 EUR) rund 2,7 Mio. EUR brutto in die Kassen spülte. Die KE war aber kein Kunststück, der US-Milliarden-Konzern GSI Commerce Inc, der bereits 15% besaß, garantierte die Abnahme nicht bezogener Stücke.

Da Intershop-Aktionäre nur 68,6% zeichneten, erhöht sich damit der GSI-Anteil auf runde 17%. Eine – unserer Meinung nach – hochinteressante Meldung ging in den letzten Tagen vollständig unter: Der ehemalige Intershop-Aufsichtsratsvorsitzende Michael Sauer, der auf der letzten HV noch 3,7% der Stimmen hielt, meldete vor wenigen Tagen 0%! Sauer und das Management rund um den neuen CEO Peter Mark Droste lagen sich quer. Das heißt für Sie: Droste kann nun seiner Strategie, aus einem (fast) 1-Produkt-Unternehmen einen etwas breiter aufgestellten Softwarelösungskonzern zu formen, forcierter nachgehen. »Wir sind bereits sehr gut unterwegs zu einem Geschäftsanbieter«, sagt Droste im Gespräch mit BetaFaktor.de. Man ist so gut unterwegs, dass sich eben nun die amerikanische GSI scheibchenweise einkauft. Es würde uns nicht wundern, wenn Sauer sein Paket an GSI weitergereicht hätte. GSI ist ein Milliarden-Konzern – und hat zum strategischen Ziel, den Platzhirschen Amazon im E-Commerce- Geschäft anzugreifen. Dieses Ziel ist es, warum Droste überhaupt zu Intershop wechselte. Droste war nämlich früher mal im Topp- Management von Compaq – und der PC-Emporkömmling fabulierte in den 80er Jahren das seinerzeit illusorische Unternehmensziel, IBM die Marktführerschaft streitig zu machen. Wie man heute weiß: es gelang tatsächlich. Compaq wurde später von HP übernommen, IBM verkaufte das PC-Business entnervt an die chinesische Lenovo. GSI betreibt in den USA extrem viele Internet-Shops im Kundenauftrag. Eingesetzt wird hier ständig wechselnde Shop-Software, die zugekauft werden muss. Hier kommt nun Intershop ins Spiel: GSI möchte weltweit auf die Software aus Jena setzen. Das funktioniert jetzt schon. Aber so richtig kommt der strategische Zug erst ins Rollen, wenn Intershop entsprechende Schnittstellen zu sonstigen GSI-Softwarepaketen programmiert hat. Das wird erst mit einer neuen Intershop-Version richtig flutschen, die voraussichtlich Anfang nächsten Jahres kommt. »Version 11 in 2011«, nennt Droste das. Der Fokus von GSI ist derzeit noch sehr auf die USA beschränkt, aber mit der neuen Intershop-Sofware will man sich ganz klar stärker in Europa und Asien ausbreiten. Dann klingelt bei Intershop die Kasse. »Mein Ziel ist eine EBITDA-Marge von 15% bis 17%«, verrät uns Droste. Aktuell kommt man knapp auf um die 10%. Mit einem finanziell starken Großkunden wie GSI sollte das kein Problem sein. Abgesehen von den fundamental guten Aussichten sieht es auch charttechnisch gar nicht so schlecht aus. Der Kurs läuft in ein Dreieck hinein. Ein Ausbruch demnächst nach oben wäre unserer Meinung nach die chancenreichere Variante. Wer weiß: Die nächste Schwellwertüberschreitungsmeldung von GSI könnte ein Auslöser sein. Positionieren und Abwarten mit Kursziel 2.50 EUR lautet deshalb die Devise. Denn vielleicht will GSI das Softwarehaus endgültig vereinnahmen.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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