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Veröffentlicht von Redaktion "Klimawandel & Investments" am 15.10.2010

Größter Windpark der Welt geht ans Netz

Größter Windpark der Welt geht ans Netz

Stromriese Vattenfall hat vor der englischen Küste den größten Offshore-Windpark der Welt in Betrieb genommen.

Zwölf Kilometer vor der Küste der englischen Grafschaft Kent rotieren seit Ende September auf rund 35 Quadratkilometern 100 imposante Windräder – jedes ragt 115 Meter aus dem Meer empor. Die Gesamtleistung der Turbinen von Thanet, größter Offshore-Windpark der Welt, reicht mit bis zu 300 Megawatt aus, um den Strombedarf von 200.000 Haushalten zu decken. Vattenfall hat für die Errichtung rund 1,38 Mrd Euro investiert, innerhalb von nur eineinhalb Jahren wurde die Anlage ins Meer gestemmt. Weiterer Rekord: Großbritannien produziert seit der Inbetriebnahme mehr Offshore-Windenergie als der gesamte Rest der Welt. Die Offshore- Windparks des Vereinigten Königreichs zusammengenommen haben nun eine Kapazität von 1340 Megawatt – 240 Megawatt mehr als an weltweiter Kapazität zur Verfügung steht. Der schnell fertig gestellte Zuwachs kommt nicht von ungefähr: Die britische Labour-Regierung hatte Anfang 2010 zweistellige Milliardensubventionen für den Ausbau der Offshore-Energie ange - kündigt, um das Land im europäischen Vergleich nach vorne zu bringen: Bislang werden nur sechs Prozent des britischen Stroms aus Sonne, Wasser und Wind erzeugt – in Deutschland etwa sind es mehr als dreimal so viel. Spitzenreiter Dänemark deckt 20 Prozent des Energiebedarfs durch Windkraft ab – soviel wie in keinem anderen Land der Welt. Die Briten müssen sich anstrengen, wenn sie das EU-Ziel von 20 Prozent erneuerbarer Energien am Energiemix bis 2020 erreichen wollen. Sie sind dabei auf einem guten Weg: Die Hälfte der 16 Offshore-Windparks, die derzeit in europäischen Gewässern errichtet werden, entsteht in Großbritannien. Ins Hintertreffen geraten ist das Land, weil die enormen Kosten und hohen technischen Anfor - de rungen gescheut wurden, die weitaus höher ausfallen als bei Windparks auf dem Festland: Derzeit betragen die Investitionskosten 3,5 Millionen Euro pro Megawatt Kapazität. Erschwerend kommt hinzu, dass wegen der schwankenden Windverhältnisse in dreimal so viel Kapazität investiert werden muss, als eigentlich gebraucht wird. Dennoch ist die Stromausbeute in den oft sturmgepeitschten Gewässern vor der britischen Insel lukrativ. Eine britische Offshore- Turbine erzeugt rund 50 Prozent mehr Strom als ihr deutsches Pendant vor der ruhigeren Küste Schleswig Holsteins. Und die Bau- und Entwicklungskosten sind im Vergleich zu deutschen Offshore-Anlagen, die außerhalb der Sichtweite in mindestens 30 Kilometer Entfernung vor der Küste errichtet werden müssen, deutlich geringer. Weil sich auf lange Sicht die ungeheuren Investitions summen auszahlen, sind bereits zahlreiche weitere Projekte geplant. Thanet als weltgrößter Windpark soll schon 2012 vom Mega- Projekt London Array in der Themsemündung abgelöst werden: Dann gehen die ersten 175 Turbinen ans Netz. Mit insgesamt geplanten 340 Windrädern wird London Array fast dreieinhalbmal so groß wie Thanet in Kent. Nach kompletter Fertigstellung soll die Anlage 1000 Megawatt leisten – soviel wie ein mittelgroßes Atomkraftwerk. Die Ziele britischer Investoren sind auch darüber hinaus ehrgeizig. Insgesamt 32.000 Megawatt Leistung sollen auf lange Sicht installiert werden, teils in Kooperation mit deutschen Stromkonzernen. Zum Vergleich: Vor deutschen Küsten sind bis 2030 zusätzliche 25.000 Megawatt geplant. Deutschland strebt bis 2020 einen Anteil der erneuerbaren Energien bei der Strom versorgung auf über 30 Prozent an. 22 Windparks in der Nordsee und drei in der Ostsee haben bereits die Genehmigungsphase durchlaufen. Anleger können an dem möglichen Aufschwung der (Offshore-)Windenergie vor allem mittels des Zertifikatemarkts partizipieren. Windenergie ist in den meisten Indizes enthalten, die zum Thema Alternative Energien aufgelegt werden. Indizes mit Windenergiebeimischung: Société Générale führt ein Open End Index-Zertifikat auf den „European Renewable Energy Index“ (WKN: SG1ERX), in dem Unternehmen der Windenergiebranche einen Anteil von mehr als 40 Prozent ausmachen. Im „DAXglobal Energy Index“, den neben der Commerzbank (DR4QFB) auch Deutsche Bank (DB6GHS) und Goldman Sachs (GS0HHU) für Zertifika - te heranziehen, beläuft sich der Anteil nur auf 19 Prozent. Reine Windenergie-Indizes: Die Stuttgarter Börse fasst im „S-BOX Global Wind TR Index“ ein knappes Dutzend Unternehmen der Branche zusammen. Das zugehörige Index zertifikat wurde von der Deutschen Bank (DB1WND) aufgelegt. Auf den reinen Windindex „ABN AMRO Wind TR Index“ hat die Royal Bank of Scotland ein entsprechendes Zertifikat emittiert (AA0WND). • Zertifikatemarkt zu einzelnen Windanlagenherstellern: - REpower Systems: Zu REpower hält die Commerz bank ein Knock-Out-Zertifikat (ISIN: DE000CB74E10/WKN: CB74E1) bereit. - Nordex: Die Royal Bank of Scotland Nordex hat mehrere Mini Future Zertifikate aufgelegt, z.B. das Nordex MINI Long (ISIN: NL0009422393 / WKN: AA2CE6) mit einem Hebel von 4,15. - Zum Weltmarktführer der Windenergie, die dänische Aktiengesellschaft Vestas Wind Systems, sind bei der Royal Bank of Scotland ebenfalls Mini Futures erhältlich, z.B. das Vestas Wind MINI Long (ISIN: NL0006508293/ WKN: AA1GHW)

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