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Veröffentlicht von Performaxx-Anlegermedien GmbH am 11.01.2010

Fundamentaler Jahresrückblick 2009: ...und die Welt drehte sich trotzdem weiter

Fundamentaler Jahresrückblick 2009:  ...und die Welt drehte sich trotzdem weiter

Erinnern Sie sich noch an die weit verbreitete Trübsal vor genau einem Jahr? An das Jahr 2008 mit seinen schwerwiegenden Verlusten durch praktisch sämtliche Aktienindizes? Wie weggeblasen ist diese Trübsal zum Jahreswechsel 2009/10. Doch erst nachdem sich die weltweiten Börsen bis in den März 2009 hinein auf neue Zehnjahres-Tiefststände herunter geknüppelt sahen, war es genug des zeitgeistkonformen Pessimismus: Seither haben sich viele Indizes in ihrem Wert praktisch verdoppelt. Auch zu recht?

Dazu schauen wir im traditionellen Jahresrückblick etwas genauer hin und beantworten die Frage, ob Sie mit unseren Empfehlungen (Empfehlungen des Performaxx-Anlegerbriefs) mehrheitlich auf der positiven Seite lagen. Um es vorweg zu nehmen: ein klares Ja! Und das, obwohl der Januar-Indikator zunächst ein eindeutiges Baisse-Jahr für Aktien anzeigte und damit viele Anleger in eine unfreiwillige Sackgasse manövriert haben könnte. Wer jedoch aktiv handelte und sich den neuen Gegebenheiten ab März anzupassen in der Lage war, für den dürfte 2009 eine reichhaltige Wiedergutmachung für die rund 18 Monate währende Verluststrecke – seit den Hochs vom Sommer 2007 – beschert haben.

25 % Minus, um am Ende 30 % Plus zu bringen

So musste der deutsche Leitindex Dax im ersten Quartal 2009 erst auf unter 3.600 Punkte fallen – noch mal weitere 25 % Minus gegenüber dem Jahreswechsel 2008/09 –, bevor die Trendwende einsetzte. Und die hatte es in sich. Andere Börsen verzeichneten praktisch durch die Bank weg ähnliche Kursaufschläge (z.B. Nasdaq Composite fast +50 %, Hongkong ebenfalls +50 %), ohne dass hier das eine oder andere Prozentpünktchen heraus gehoben werden soll. Am Ende des Jahres jedoch steht ein Plus von fast 30 % gegenüber dem 31.12. vergangenen Jahres beim Dax. Fast punktgenau zum Jahresschluss wurde die Marke von 6.000 Zählern wieder erreicht. In unserem 10-Punkte-Ausblick für 2009 hatten wir zutreffenderweise „deutlich höhere Indexstände“ von mindestens 15 % zum Jahresende prognostiziert. Nicht nur diese Vorhersage traf ins Schwarze.

Wirtschaft flau, Aktien top

Schauen wir fundamental zurück auf das vergangene Jahr. Die Weltwirtschaft schlingerte in die schlimmste Krise seit 1929, ein Flächenbrand – der jedoch keineswegs im Vorhinein völlig auszuschließen war – konnte dank konzertierter Aktionen von Notenbanken, Politik und Wirtschaft verhindert werden. Regierungen und Zentralbanken haben die Märkte quasi mit Geld geflutet. Man sieht dies nicht zuletzt an den weltweit gestiegenen Aktienindizes, obwohl die Wirtschaftsleistungen wie auch Unternehmenszahlen Erholungen dieses Ausmaßes eigentlich nicht gerechtfertigt hätten.

Doch greifen wir nicht zu weit voraus. Historisch ist es nicht ungewöhnlich, dass Aktienindizes schon während einer Rezession wieder zulegen. So geschehen und gesehen beim deutschen Index schon 1967, 75, 82, 93 und zuletzt auch 2003. In der Regel erfolgten die Kursverluste ja auch bereits im Vorjahr bzw. Vorfeld der eigentlichen Rezession/Flaute. Inkonsistent dagegen war stets, wie es im Anschluss weiterging. In vielen Fällen hatten die Börsen die Erholung schon eingepreist, also komplett vorweggenommen, teilweise sogar bereits wieder übertrieben.

Die Welt dreht sich noch

Die sogenannte ansteckende Phase der Wirtschaftskrise wurde überwunden. Das ist ganz zweifellos die gute Nachricht. Eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale konnte man dagegen noch bis März 2009 hinein beobachten. Stützend wirkte dann jedoch der Umstand, dass die Industrienationen zwar die gravierendsten Wirtschaftseinbrüche seit der Großen Depression durchlebten, die wichtigen Schwellenländer China und Indien aber als stabilisierende Faktoren ins Spiel kamen. So verzeichnet China selbst im „Krisenjahr“ 2009 kaum einen Rückgang bei seinen enorm hohen BIP-Wachstumsraten, die weiterhin fast zweistellig sind. Kein Wunder, kann das Reich der Mitte auch in punkto Stützungs- und Stimulierungsmaßnahmen aus dem Vollen schöpfen. Nicht zu vergessen das nach wie vor hohe Aufholpotenzial im Binnenkonsum. Waren die USA früher einmal die Konjunkturlokomotive, so ist es heute eindeutig China. Die US-Wirtschaft präsentierte sich seit 2007 eher als Belastung – und nicht zu vergessen auch als das Keimzentrum der jüngsten Weltwirtschaftskrise.

Lehman-Debakel und was sonst noch verendete

Mit der Lehman-Pleite am 15. September 2008 nahm der Niedergang eine Eigendynamik an, die plötzlich nicht mehr aufzuhalten war. Während Lehman Brothers nicht aufgefangen wurde, warf die US-Regierung einen rettenden Finanzschutzschirm über den Versicherer AIG, die halbstaatlichen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac und nicht zuletzt die einzigen noch verbliebenen, einst klangvollen Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley aus, die Citigroup wurde zwischenzeitlich praktisch verstaatlicht. Vor allem Goldman Sachs und JP Morgan gehören jetzt zu den Profiteuren. Es liegt nahe, davon auszugehen, dass Lehman und Bear Stearns notwendige Bauernopfer waren, von denen sich die vermeintlich Stärksten im Anschluss nähren mussten. Schauen Sie sich die Kursentwicklung von JP Morgan, Goldman Sachs und der anderen Übriggebliebenen seit März 2009 an. Auf Kosten der Steuerzahler sind nunmehr Finanzungetüme entstanden, die noch schwerer zu beherrschen sein werden als vor der Krise. Und nach der Krise ist ja bekanntlich vor der Krise. So gesehen stehen wir jetzt nicht sicherer da als vorher, sondern das Gegenteil ist der Fall.

Januar-Indikator mahnte zur Vorsicht

Der bekannte „Januar-Indikator“, dem zufolge sich die Börsen im Gesamtjahr in derjenigen Richtung entwickeln wie der erste Monat des Jahres, leistete im Jahr 2008 noch exzellente Dienste – im Jahr 2009 versagte er auf ganzer Linie. Aber tat er das wirklich? Wer sich daran hielt und Ende Januar aus dem Markt ging, hat ca. 5 % Minus realisiert und sich die weiteren 20 % bis Anfang März erspart! Erst Ende April erklommen die Börsen wieder ihre End-Januar-Stände. Eine solch schlechte Idee wäre das also keineswegs gewesen. Und noch eine Statistik-Anomalie durften wir 2009 erleben: Wer sich an „Sell in May and go away“ hielt, der hat sich praktisch zu besagten End-Januar-Ständen verabschiedet und die seither erlebten rund 30 % Plus an den weltweiten Börsen liegen lassen. Jede Börsenweisheit funktioniert so lange, bis sie irgendwann komplett versagt. Der Mai-Indikator tat’s anno 2009 auf jeden Fall, der Januar-Indikator mit Einschränkungen. Es zeigt uns aber auch, dass 2009 – wie schon 2008 und wie von uns unisono im Ausblick vor einem Jahr an dieser Stelle prognostiziert – ein in jeder Hinsicht ungewöhnliches Börsenjahr sein sollte.

Investieren in Marktanomalien

Sowohl nach oben als auch nach unten identifizierten wir aufgrund der internationalen Verwerfungen Marktanomalien. So hatten wir Ihnen beispielsweise die deutschen Immobilienunternehmen noch im November 2008 (es folgten regelmäßige Updates im gesamten Jahr 2009) dringend empfohlen, da sie gehandelt wurden, als wären sie schon übermorgen pleite. Basierend auf diesen Empfehlungskursen – bis zum 9. März 2009 konnten Sie sogar noch günstiger einsteigen, Entwicklung prozentual jeweils in Klammern – waren Gewinne von 149 % (172 %) bei Gagfah, von 105 % (173 %) bei DIC Asset und von 184 % (159 %) bei alstria office REIT zu realisieren! Wer bis heute ausgehalten hat, kann sich sogar über steuerfreie Gewinne etwas mehr freuen als diejenigen, die im ersten Quartal 2009 die noch tieferen Einstiegspunkte erwischt haben.

Fundamentale Kaufempfehlungen 2009: Eine erfreuliche Bestandsaufnahme

Werfen wir einen Blick auf unsere fundamentalen Kaufempfehlungen (außerhalb von Musterdepots und Empfehlungsliste), die wir Ihnen im vergangenen Jahr nahegelegt hatten. Es ist leicht nachzuvollziehen, dass die Besprechungen aus dem Zeitraum Januar bis März auch die beste Performance aufweisen können, teilweise hoch dreistellig prozentual. Spätere Besprechungen (Q3, Q4), als der Markt schon voll in seiner Aufschwungphase war, liegen naturgemäß weniger deutlich im Plus – aber machen Sie sich selbst ein Bild. Nur sechs Titel liegen unter Empfehlungskurs – jedoch mit Minuszeichen, die vor allem angesichts der ihnen gegenüber stehenden dicken Pluszeichen bei den übrigen 29 Titeln verkraftbar erscheinen. Unsere Trefferquote lag damit bei über 80 %.



Unternehmen / Analyse-Monat / Performance
Bauer / Januar / +40 %
Bertrandt / Januar / +34 %
Manz Automation / Januar / +131 %
HHLA / Januar / +34 %
Marseille Kliniken / Februar / -16 %
Demag Cranes / Februar / +29 %
Asian Bamboo / Februar / +314 %
Audi / Februar / +47 %
Fuchs Petrolub / März / +164 %
DIC Asset / März / +125 %
Lukoil / März / +41%
Gagfah / März / +64%
Eckert & Ziegler / April / +142 %
Magix / April / +23 %
Gerresheimer / April / +44 %
Eurokai / April / +17 %
Centrotherm / Mai / +33 %
ZhongDe / Mai / -17 %
Atoss / Mai / +37 %
Strateg. Metalle / Juni / +48 %
Best Entry-Zert. / Juni / +11 %
flatex * / Juni* / +9 %
Goldcorp / Juni / -3 %
Fabasoft / Juli / +45 %
ElringKlinger / Juli / +15 %
Aixtron / August / +43 %
Geratherm / August / +22 %
Fraport / August / +117 %
König & Bauer / August / -9 %
Wacker Neuson / September / -8 %
UMS Medical / September / +8 %
SMA Solar  / Oktober / -4 %
Wacker Chemie / November / +33 %
GK Software / November / +17 %
Gildemeister / Dezember / +2 %
*) bei Update jedoch +34 %

Was wurde aus unseren 10 Prognosen für 2009?

Schauen wir nun konkret zurück auf unsere Makroprognosen von vor einem Jahr, die wir für 2009 gemacht hatten. Zugleich kündigten wir wie schon im Vorjahr an, dass die Börsen unvermittelt in einen Baisse-Modus wechseln könnten, wonach sämtliche zuvor gemachten Prognosen hinfällig sein müssten – tatsächlich traf dies bis Mitte März zu. Anschließend galt es „nur noch“, wieder den Mut für einen Wiedereinsteig zu sammeln. Zugegeben, das war alles andere als einfach. Unsere 10 Punkte trafen in einem historisch abermals markanten Jahr 2009 ins Schwarze:

(1) „Aktienindizes stehen in einem Jahr höher als zum Jahreswechsel“: Trifft auf ganzer Linie zu. Beachten Sie bei dieser Prognose bitte noch Punkt (10)! Dafür schreiben wir ein „+“ gut.

(2) „Bodenbildung in Q1/Q2, Besserung in zweiten Halbjahr“: Ebenfalls ziemlich exakt getroffen, nur dass die Bodenbildung schon im März erfolgte und es seither praktisch an einem Stück voran geht. Dies ist die Gegenreaktion auf die horrenden Verluste seit den Höchstkursen Mitte 2007 („Zurückschnellen“). Ergibt ebenfalls ein klares „+“.

(3) „Beachten Sie den Januar-Indikator“, allerdings in der von uns modifizierten Weise: Unser Hauptszenario („Wende zum Besseren“) müsste im Falle eines schlechten Januars zeitlich nach hinten versetzt oder ggf. verworfen werden, orakelten wir bereits in unserem Jahresausblick. Auch das war richtig. Wer bis März den Märkten fern blieb, dürfte 2009 sogar noch deutlich besser abgeschnitten haben als diejenigen mit Buy-and-Hold. Sehen Sie hierzu bitte auch unseren Kommentar in der Einleitung zum Rückblick. Klares „+“.

(4) „Dollar schwächer, Richtung 1,60 zum Euro“: Vor einem Jahr stand der Dollar bei 1,40, jetzt bei 1,44 zum Euro. Zwischenzeitlich schwankte er zwischen 1,25 im März und 1,53 Anfang Dezember. Hintergrund ist, dass der Dollar zuerst weiter gesucht wurde im Zuge der Liquiditätskrise, anschließend nahm er seinen seit acht Jahren intakten Abwärtstrend wieder auf. Die kürzliche Erstarkung von über 1,50 auf knapp über 1,40 zum Euro dürfte nicht nachhaltig sein – es sei denn, der Euro bricht aufgrund des Griechenland-Debakels seinerseits ein. Von daher stimmte unsere Währungsprognose zum allerwesentlichsten Teil durchaus. („+“)

(5) „Rohstoffe sind historisch billig, CRB-Rohstoffindex wird wieder zulegen“: Bei einem Plus von 33 % im Jahresverlauf hat der CRB-Index einige Aktienindizes sogar outperformt. Wir hatten nie daran geglaubt, dass das Jahrzehnt der Rohstoffe schon beendet sein könnte – wie sollte es auch angesichts einer wachsenden Weltwirtschaft, die auf ein limitiertes Angebot trifft (Rohstoffe reproduzieren sich schließlich nicht). Klares „+“.

(6) „Deflationäres Umfeld nur temporär, später inflationäre Tendenzen aufgrund Nullzinspolitik von Regierungen und Notenbanken“: Okay, diese Prognose scheint auf den ersten Blick unspektakulär. Aber da möchten wir widersprechen: Die Vernichtung von Schulden, Insolvenzwellen, Horten von liquiden Mitteln etc. – all das läuft parallel, während wir eine Asset Price Inflation erleben! Diesen wichtigen Punkt verstehen viele Anleger nicht. Man kann deflationäre und inflationäre Tendenzen gleichzeitig haben, dann nämlich, wenn überschüssige liquide Mittel zu wenige Anlagemöglichkeiten jagen (Angebot und Nachfrage). Genau das ist derzeit der Fall. Deswegen steigen Aktien, vielerorts auch besonders wert-unhaltige Aktien, Anleihen und die Krisenanlagen (Gold und Silber) alle gleichzeitig bzw. fallen gleichzeitig. Das wäre normalerweise völlig unnatürlich und nicht zu erklären. So aber schon. Überall wo der Staat die Finger drin hat, wird alles teurer – da werden Ihnen sicherlich genügend passende Beispiele einfallen, vor allem wenn Sie eingehender drüber nachdenken (Krankenkassen, „Altersvorsorge“, Sozialsysteme usw. usf.). Ein Wirtschaftskreislauf, dem künstlich Geldmengen zugeführt werden, denen keine Produktion oder Dienstleistungen gegenüber stehen (Rettungsmaßnahmen sind fast immer unproduktive Gelder), wird unvermeidlich in eine breite Geldentwertung hineinlaufen. Doch dazu mehr im Ausblick. („+“)

(7) „Rohöl bei 40 USD ist ein Geschenk des Himmels, Öl kann eigentlich nur steigen“: Nun steht das Fass wieder bei ca. 80 USD, also eine glasklare Verdopplung. Bitter ist, dass aufgrund der zwischenzeitlichen Niedrigpreise Investitionen in alternative Energien, Exploration und Infrastruktur en masse zurückgestellt wurden, ganz zu schweigen von den notwendigen Sparmaßnahmen. Das wird sich natürlich in späteren Jahren in Form von Preisanstiegen rächen (müssen). Rohöl stand 1998 mal bei 10 USD im Zuge der damaligen Krise – schauen Sie sich die nachfolgende Entwicklung an. („+“).

(8) „Gold und Silber erreichen neue Höchststände“: Gold war mit +5 % schon 2008 einige der ganz wenigen, wenn nicht die einzige Anlageklasse, die wenigstens Kapitalerhalt garantierte. 2009 legte Gold um 26 % in USD und um 24 % in Euro zu, war damit im Prinzip auf einer Linie mit Aktienindizes. Zwischenzeitlich (Anfang Dezember 2009) betrug das Plus 40 % auf Dollar-Basis und 30 % auf Euro-Basis. Bei Silber sieht die Entwicklung mit +52 % sogar noch deutlich besser aus, zwischenzeitlich 73 % seit Jahresanfang. Allerdings ist Silber deutlich volatiler als Gold, so dass wir entgegen der meisten anderen Börsenpublikation als Krisenanlage weiterhin Gold empfehlen, nur in begrenztem Maße Silber – trotz vermeintlichen Outperformance-Potenzials. Und wissen Sie was? Auf 5-Jahres-Basis steht es +167 % zu +164 % zugunsten von Gold, also komplett unentschieden, bei aber deutlich weniger Volatilität („Sharpe Ratio“). Überlassen Sie die überflüssigen und ständig wiederkehrenden Outperformance-Debatten also in Ruhe denjenigen, die etwas davon zu verstehen glauben. Klares „+“.

(9) „Vergessen Sie Saisonmuster – investieren Sie statt dessen in Marktanomalien wie aktuell den Ölpreis, den Goldpreis sowie den deutschen Immobiliensektor“: Hätte kaum richtiger sein können. In Bezug auf die deutschen Immobiliensektor war es so, dass mehrere Fonds liquidieren mussten bzw. liquidiert wurden, d.h. die Aktientitel wurden ohne Rücksicht auf Verluste einfach ausgeschüttet. Wer die Nerven behielt, musste nur einsammeln. Im Gesamtjahr 2009 gehörte der deutsche Sektor für Immobilienaktien zu den besten. Über Edelmetalle und den Ölpreis haben wir in den vorhergehenden Punkten schon etwas gesagt. Dass die Saisonmuster 2009 nicht funktionieren würden, hatten wir richtig erahnt. Übrigens hat noch ein weiteres, aber weniger bekanntes Saisonmuster als Sell-in-May sowie der Januar-Indikator versagt: Normalerweise fällt der US-Dollar im Dezember überproportional, was bislang mit Repatriierungen von Anlagegeldern jeweils zum Jahresende erklärt wurde. Bis in die erste Dezemberwoche, als der Dollar bis auf 1,53 zum Euro nachgab, schien dies auch erneut zutreffend. Weshalb das Muster danach komplett zusammenbrach und sich in sein Gegenteil verkehrte, bleibt – zumindest für uns – bis dato ein Geheimnis. Vielleicht hat ja einer unserer aufmerksamen Leser eine plausible Theorie? „+“

(10) „Vergessen Sie alles zuvor Gesagte, wenn die Märkte wie schon 2008 komplett auf Baisse drehen. Dann gilt nur noch Kapitalerhalt“. Dies jedenfalls deutete sich im Januar an. Wer sich daran hielt, dürfte sich schmerzliche zwischenzeitliche Verluste bis in den März hinein erspart haben. Das große Fragezeichen ist vielmehr, ob Sie im April den Mut zum Wiedereinstieg auch tatsächlich aufgebracht haben. Oder haben Sie vielleicht ins fallende Messer gegriffen, bis in den März hinein? Wie auch immer: Man kann nicht durchgehend nur richtige Anlageentscheidungen treffen mit optimalen Ein- und Ausstiegszeitpunkten. Insofern war 2009, trotz seiner nominellen Aktienperformance von rund 30 %, alles andere als ein Selbstläufer-Jahr. Freuen Sie sich, wenn Sie die Marktrendite (wie unsere Musterdepots) mitgenommen haben, aber seien Sie nicht allzu sehr betrübt, falls nicht. Es hätte weitaus schlimmer kommen können: Erinnern Sie sich nur zurück an das verheerende erste Quartal 2009, als die Finanzwelt beinahe still zu stehen drohte. Natürlich kam’s so nicht – aber es fühlte sich genau so an. Für unsere gegebenenfalls zu große Vorsicht im Jahresausblick in Bezug auf Punkt (10) geben wir uns dann auch ausgleichsweise ein Minus (-).

Fazit zum Jahresrückblick 2009

Damit steht es, basierend auf einem fairen und nachvollziehbaren Fazit, 9 mal „+“ und nur ein einziges Mal „-“, macht in der Summe 90 % richtige Vorhersagen in unserem traditionellen 10-Punkte-Ausblick. Das ist übrigens neuer interner Rekord. Im chaotischen Jahr 2008 kamen wir auf 55 % (aber besser ungefähr richtig als 100 % falsch!), für 2007 auf rund 70 %, für 2006 auf 85 % und für 2005 auf 80 %. Fairerweise muss man aber hinzufügen, dass die Jahre 2007, 08 und 09 weitaus anspruchsvoller analytisch in den Griff zu kriegen waren als ihre Vorgänger. Zur Erinnerung: Von Mitte 2003 bis Mitte 2007 gab es nur einen einzigen Trend und der lautete „aufwärts“. Genau genommen müsste man betonen, dass ein Anleger in diesen vier Jahren eine solche Rendite erzielt haben sollte, die es gestattete, davon Abschläge im Zeitraum von Mitte 2007 bis Anfang 2009 hinnehmen zu können, also beispielsweise plus 100 % bis 2007 und dann minus 20 % in der Folge – die Gesamtperformance wäre dann immer noch sehr ansehnlich und diese Betrachtung genügt dem Umstand, dass der Planungshorizont eines einzelnen Jahres an der Börse oftmals zu kurz ist.

Für den Inhalt dieses Artikels ist die Redaktion des Performaxx-Anlegerbriefs verantwortlich. Der Performaxx-Anlegerbrief zählt mit einer Musterdepotperformance von über 717 % seit 1.1.2001 zu Deutschlands erfolgreichsten Börsenbriefen.

Themen des aktuellen Performaxx-Anlegerbriefs:
- Fundamentaler Jahresausblick 2010: Ein Jahr des Übergangs - doch zu was?

- Empfehlungsliste: Rückblick/Ausblick zu Amadeus Fire, Catalis, Renk, Schaltbau, SinnerSchrader, Sto Vz. und WMF Vz.

- Langfristdepot: Rückblick/Ausblick Demag Cranes, Gesco, Homag, ItN Nanovation, Klöckner & Co., Krones, KSB Vz., Lobeck Medical, Porsche und Sixt

- Kurzfristdepot: Tradingrückblick zu Balda, Escada, Biofrontera, Euro-Long und Eurokai; Depotausblick 2010

- Charttechnischer Jahresausblick 2010:
Die globale Perspektive
Indizes: S&P 500, Dax und Nikkei 225
Staatsanleihen und Devisen: US-T-Bond und Euro/US-Dollar
Rohstoffe: Rohöl, Gold, Palladium und Natural Gas

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