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Veröffentlicht von Redaktion "PortfolioJournal" am 18.08.2009

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 18.08.2009:

Börsenbrief PortfolioJournal
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Energie: Kleinwindrad für den Garten

Windräder stehen auf 100 Meter hohen Türmen und lassen selbst ausgewachsene Bäume wie Strohhalme aussehen. So oder ähnlich ist das Bild, das man sich typischerweise von einem Windrad macht. Doch es geht auch anders: Mini-Windräder für den Garten können einen Teil des privaten Stromverbrauchs stemmen.

Nur ein paar Watt

Auch bei Kleinwindrädern gibt es verschiedene Größenklassen: Minirotoren sind bisweilen kaum größer als eine Satellitenschüssel, manche haben aber auch schon Durchmesser von ein paar Metern. Typische Kleinwindräder haben eine Nennleistung ab 150 Watt, bei mehreren Kilowatt kann man eigentlich nicht mehr von einem Kleinwindrad, sondern bestenfalls von einem kleineren Windrad sprechen. Die Leistungsangaben sind jedoch immer mit Vorsicht zu genießen: Wie viel Strom ein Kleinwindrad tatsächlich produziert, hängt vor allem vom Standort ab.


Reif für die Insel

Eine Einspeisung des erzeugten Stroms in das allgemeine Stromnetz ist wenig sinnvoll, da es anders als bei Solarstrom keine hohe Einspeisevergütung gibt. Der erzeugte Strom sollte also selbst verbraucht werden. Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder der Strom wird in einer Batterie zwischengespeichert – eine solche Insellösung eignet sich zum Beispiel für Ferienhäusern, die nicht ans Stromnetz angeschlossen sind. Oder der Strom wird direkt ins Hausnetz eingespeist und kann so einen Teil des Grundverbrauchs abdecken, der immer anfällt (Kühlschrank, Standby).


Noch nicht wirtschaftlich

Bleibt die Frage nach der Wirtschaftlichkeit: Das Kleinwindrad „Flip 500“ beispielsweise kostet inklusive Netzeinspeisepaket und Mast rund 3.300 Euro. Bei einer Windgeschwindigkeit von 13 Metern pro Sekunde erreicht es eine Leistung von 500 Watt, bei sehr starkem Wind sind es maximal 800 Watt. Herstellerangaben zufolge ist ein jährlicher Ertrag zwischen 250 bis 750 Kilowattstunden realistisch – je nach Standort. Geht man von 750 Kilowatt im Jahr und einem Strompreis von 22 Cent pro Kilowatt aus, lassen sich jährlich 165 Euro einsparen. Eine hohe Rendite erwirtschaftet ein solches Windrad momentan zwar noch nicht. Sobald Strom allerdings teurer wird – was langfristig zu erwarten ist – könnte die Schwelle zur Wirtschaftlichkeit erreicht werden.


Baugenehmigung? Bei der Behörde nachfragen

Allerdings kann es baurechtliche Beschränkungen geben. In manchen Bundesländern sind Windräder mit einer Bauhöhe von weniger als zehn Metern genehmigungsfrei, in anderen ist immer eine Baugenehmigung nötig, selbst wenn es sich nur um ein Mini- Windrad handelt. Die Regelungen sind uneinheitlich; deshalb sollte man zuerst bei der Gemeinde nachfragen.


Solarmodule für die Fassade

Solarmodule zur Stromerzeugung werden meist auf einem Dach oder in freier Landschaft montiert. Doch auch andere Montagearten sind möglich, zum Beispiel die Anbringung der Module an der Fassade eines Hauses. Der Gesetzgeber hat sogar vorgesehen, dass diese Montageart mit einer höheren als der üblichen Einspeisevergütung belohnt wird: Fünf Cent je Kilowattstunde erhalten Fassadenmontierer mehr als Dachmontierer, schreibt das Erneuerbare- Energien-Gesetz (EEG) fest. Für normale Dachanlagen gibt es derzeit rund 43 Cent je Kilowattstunde Solarstrom. Eine Fassadenmontage kann allerdings auch Nachteile haben, die den Ertrag an Solarstrom mindern. Denn um möglichst viel Sonnenstrahlung einzufangen, ist eigentlich eine Dachmontage mit 20 bis 60 Grad Neigung und eine Ausrichtung gen Süden optimal, natürlich ohne Verschattungen. All dies ist bei der Fassadenmontage nicht gegeben. Gerade die Verschattungen können zum Problem werden. Denn der produzierte Solarstrom wird durch Wechselrichter von Gleich- in Wechselstrom umgewandelt. Strahlt aber unterschiedlich viel Sonne aufgrund von Verschattungsproblemen auf die einzelnen Module, verschlechtert sich der Wirkungsgrad der gesamten Anlage signifikant. Diesem Problem will jetzt die Firma Steca entgegentreten, indem sie Wechselrichter mit einer Vielzahl von MMP-Trackern (MPP = Maximal Power Point) anbietet, die miteinander verschaltet sind. Solche Tracker regeln die Spannung auf den optimalen Wert. Dadurch soll sich der Wirkungsgrad der gesamten Anlage erhöhen, wie der Anbieter verspricht.  
 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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