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Veröffentlicht von Redaktion "Aktien-Newsletter" am 11.06.2010

Donaldson: Gegen dicke Luft!

Donaldson: Gegen dicke Luft!

Aktuell herrscht dicke Luft an den internationalen Aktienmärkten. In diesem derzeit äußerst unsicheren und nervösen Umfeld interessante Werte zu finden, ist nicht einfach.

Es gibt sie aber, langfristig aussichtsreiche Unternehmen, die einen näheren Blick wert sind. Dazu gehört einer der weltweit führenden Spezialisten für Filtrationssysteme, der zuletzt sehr gute Quartalszahlen vorlegte. Die Geschäfte im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2009/10 (bis Ende Juli) liefen sogar so gut, dass Donaldson Rekorde erzielen konnte. Zudem gab es zum Vorjahreszeitraum deutliche Steigerungen, auch wenn das Vergleichsquartal besonders heftig von der weltweiten Wirtschaftsflaute belastet wurde und somit die signifikanten Verbesserungen in diesem Kontext zu betrachten sind. Nach dem heftigen Einbruch aufgrund der Rezession erholte sich das Geschäft nämlich wieder deutlich. Die Gesellschaft verbesserte ihren Umsatz im Zeitraum Februar bis April um 20,4% auf 497,6 Mio. US-Dollar. Aber nicht nur binnen Jahresfrist gab es Zuwächse, auch zum Vorquartal legten die Einnahmen um 14% zu. Firmenchef Bill Cook erläuterte, dass Donaldson von einem weltweit verbesserten wirtschaftlichen Umfeld, Produkteinführungen sowie dem kräftigen Wachstum in Schwellenländern profitierte. Daneben halfen positive Währungseffekte, die etwa 5% zum Umsatzplus binnen Jahresfrist beitrugen. Rekordgewinne Angesichts der höheren Nachfrage wurden ferner die Fabriken und der Vertrieb besser ausgelastet, was sich bei den Erträgen positiv bemerkbar machte. Zudem setzte Donaldson die Kostensenkungen fort und realisierte Einsparungen aus der Restrukturierung. Alles zusammen sorgte dafür, dass die operative Marge mit 14,5% einen neuen Spitzenwert erreichte und deutlich über dem Vergleichswert von 9,1% lag. Und auch absolut gab es beim operativen Ergebnis ein kräftiges Plus von 91,4% auf 72,1 Mio. US-Dollar. Unter dem Strich verdiente der Konzern 49,5 Mio. US-Dollar, 85,9% mehr als im Vorjahreszeitraum. Positive Währungseffekte steuerten hier 8,5 Prozentpunkte zum Wachstum bei. Das Ergebnis je Aktie (EPS) kletterte von 0,34 auf 0,62 US-Dollar und erreichte somit einen neuen Spitzenwert. In den Ergebnissen sind Sondereffekte von 3,7 Mio. US-Dollar aus den Aufwendungen für die Restrukturierung sowie Wertberichtigungen enthalten, was den Gewinn je Aktie um 0,03 US-Dollar minderte. Im Vorjahreszeitraum waren es 6,8 Mio. US-Dollar oder 0,06 US-Dollar je Anteilsschein. Die Erholung der Geschäfte zeigt sich auch in den Neunmonatszahlen: Zwar lag der Umsatz mit 1,36 Mrd. US-Dollar noch um 5,9% unter dem Vorjahresniveau, das operative Ergebnis konnte aber um 21% auf 135,2 Mio. US-Dollar zulegen. Und auch der Überschuss verbesserte sich um 6,1% auf 115 Mio. US-Dollar. Das EPS stieg von 1,37 auf 1,45 US-Dollar. Sondereffekte drückten den Gewinn je Aktie dabei um 0,09 US-Dollar, nach 0,10 US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Prognosen angehoben Bei Vorlage der Ergebnisse erläuterte der Vorstand, dass Donaldson nun die geplanten Restrukturierungen abgeschlossen hat. Kosten in diesen Zusammenhang dürften somit nicht mehr anfallen. Sie resultierten beispielsweise aus dem Stellenabbau. Wie der Firmenlenker jüngst noch einmal betonte, waren die Einschnitte zwar heftig und nicht einfach, aber nötig, um die Kostenstruktur an das wirtschaftliche Umfeld mit deutlich geringeren Absatzzahlen anzupassen. Nur so konnte man in der Rezession profitabel bleiben. Außerdem ist man nun schlanker, stärker und besser positioniert, um den strategischen Wachstumsplan umzusetzen. Der Konzern hob zudem die Ziele für das Gesamtjahr 2009/10 an. Bislang von etwa 1,8 Mrd. US-Dollar Umsatz ausgehend, sollen es nun 1,83 bis 1,86 Mrd. US-Dollar sein. Im Vorjahr setzte er 1,87 Mrd. US-Dollar um. Beim EPS will die Gesellschaft inklusive Sondereffekten 2,01 bis 2,11 US-Dollar verdienen, nach 1,67 US-Dollar im Vorjahr. Bislang hatte Donaldson 1,77 bis 1,97 US-Dollar in Aussicht gestellt. Um Sondereffekte bereinigt, wird ein Anstieg von 1,82 auf 2,10 bis 2,20 US-Dollar erwartet, nach bislang 1,89 bis 2,09 US-Dollar. Solides Wachstum Damit dürfte Donaldson seinen profitablen Wachstumskurs der vergangenen Jahre fortsetzen. Im Zeitraum 1989/90 bis 2008/09 erzielte das Unternehmen, ausgehend von 423 Mio. US-Dollar, ein jährliches Umsatzwachstum von durchschnittlich 8%. Der Gewinn je Aktie legte um durchschnittlich 13% pro Jahr zu. Gleichzeitig kletterte die Dividende jährlich um durchschnittlich 14%. Für das Geschäftsjahr 2008/09 zahlte der Konzern 0,46 US-Dollar je Anteilsschein. Überzeugend ist ferner die Kursentwicklung. In den vergangenen 20 Jahren kletterte der Aktienpreis um 1.480%. Die Papiere von Donaldson schlugen sich damit deutlich besser als der S&P 500, der im selben Zeitraum um 190% zulegte. Viel wichtiger ist jedoch der Vergleich mit dem S&P 400, der die nach Marktkapitalisierung mittelgrößten US-Werte abdeckt. Der Index wird jedoch erst seit Juni 1991 berechnet. Legt man diesen Zeitpunkt als Basis zugrunde, schlug sich die Aktie seither mit rund 1.300% ebenfalls deutlich besser als die Benchmark mit 620%. Breit diversifiziert Bleibt noch die Frage, was die Firma eigentlich genau macht? Angefangen hat sie im Jahr 1915 als Dreimannwerkstatt. Damals erfand Frank Donaldson Sr. einen einfachen Luftreiniger, um Probleme landwirtschaftlicher Traktoren zu beheben. Erntebrände, verursacht durch fliegende Motorfunken, veranlassten die Gesellschaft Ende der 20er Jahre ferner zum Einstieg in den Bereich Abluftprodukte. Die innovativen Erzeugnisse kamen an, und der Erfolg in den Landwirtschaftsmaschinen wurde genutzt, um das Portfolio in weitere Bereiche wie den Bau und den Bergbau sowie später auch den Lkw-Markt auszudehnen. Daneben verstärkte man sich durch Übernahmen, beispielsweise im Entstaubungsmarkt. Heute ist Donaldson einer der weltweit führenden Anbieter von Filtersystemen und Ersatzteilen für eine Vielzahl unterschiedlicher Anwendungen. Das Portfolio an Luft- und Flüssigkeitsfiltern ist breit gefächert, und der Konzern bedient die Märkte für industrielle Motoren und Dieselmotoren, einschließlich Luftreinigung in Anlagen, Reinigung von Druckluft und Gas, Rauch- und Staubentfernung, Energieversorgung, Datenträgerfilterung, Geländemaschinen und Lastwagen. Donaldson ist dabei nicht nur bei den Abnehmern, sondern auch regional sowie durch ein ausgewogenes Neu- und Ersatzteilgeschäft breit diversifiziert. Fazit: Filter für alle erdenklichen Einsatzgebiete sind das Geschäft von Donaldson. Klingt nicht sonderlich spektakulär, die Erzeugnisse des Konzerns sind jedoch für eine Vielzahl von Anwendungen nötig, darunter auch äußerst zukunftsträchtige Bereiche wie die Verringerung von Emissionen von Fahr- und Flugzeugen oder die Energieerzeugung. Mit ihrem Geschäftsmodell konnte die Gesellschaft in den vergangenen Jahren gute Ergebnisse abliefern. Selbst die letzte Rezession hat sie gut überstanden und geht nun dank einer erfolgreichen Restrukturierung gestärkt daraus hervor. Angesichts der technologischen Führung und der fortschreitenden Entwicklung neuer Produkte, kombiniert mit einem großen Sortiment, Kunden aus vielen verschiedenen Branchen sowie der starken globalen Präsenz, sollte Donaldson somit auch künftig profitabel wachsen. Alles zusammengenommen ist das Unternehmen somit langfristig interessant. Die aktuell dicke Luft mit kräftigen Korrekturen an den Aktienmärkten könnte somit eventuell eine "saubere" Gelegenheit für einen Einstieg sein.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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