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Veröffentlicht von Redaktion "PortfolioJournal" am 15.10.2009

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 15.10.2009:

Börsenbrief PortfolioJournal
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kurs plus GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Februar 2005

Direktinvestition in Agrarrohstoffe

Agrarrohstoffe sind ein lukratives Investment und werden es auch in Zukunft bleiben. Die knappe landwirtschaftliche Nutzfl äche und die weiter steigende Weltbevölkerung wird auch in Zukunft die Preise in die Höhe treiben. Anleger können sich mit speziellen Fonds schon an der Quelle des Wertschöpfungsprozesses beteiligen, nämlich bereits ab der Produktion. Schauen wir uns das Konzept eines geschlossenen Fonds für Agrarrohstoffe näher an.

Rohstoffe sind als Anlagethema in den letzten Jahren zum Renner geworden. Doch Investments in Rohstoffe erfolgen über die Börsen – sei es über Aktien von Rohstoffe produzierenden Unternehmen oder über Zertifi kate, die sich an der Preisentwicklung bestimmter Rohstoffe orientieren. In jedem Fall ein Investment, dass durch hohe Volatilität geprägt ist. Die Idee, sich als Anleger direkt an der „Quelle“ zu beteiligen, ist als, naheliegend. Ich hatte Ihnen bereits in der Ausgabe 10-08 des Portfolio Journals einen entsprechenden Fonds vorgestellt. Aktuell befi ndet sich ein weiterer Fonds in der Platzierung, im Konstrukt einer unternehmerischen Beteiligung emittiert, der Anlegern genau dies ermöglicht: Die Investition in den Produktionsprozess, und zwar im Agrarsektor.


Die Hintergründe des Konzepts: Die Preise für Nahrungsmittel werden weiter steigen.

Ausschlaggebend dafür wird schon allein das weiterhin dramatische Bevölkerungswachstum sein. Die OECD errechnete, dass 50 % der Preissteigerungen allein durch das Bevölkerungswachstum verursacht werden. So ist der Anteil der Menschen in den Entwicklungsländern, der von $1 pro Tag leben muss, ist von 32 % in 1990 auf 19 % in 2004 gefallen – und steigendes Einkommen fl ießt im untersten Einkommenssegment zu 90% in den Nahrungsmittelkonsum“ (UNO Millennium Development Goals Report 2007). Ganz anschaulich gesagt. Wenn z.B. eine Milliarde Chinesen und Inder in den nächsten Jahren nicht mehr von der sprichwörtlichen „einen Hand Reis am Tag“ leben müssen, bedeuten dies schon eine dramatisch steigende Produktionsnotwendigkeit. Die zunehmende Einkommenssteigerung auch in den mittleren Schichten verändert zunehmend die Essgewohnheiten der Menschen, insbesondere in den Entwicklungsländern. So wird der Bedarf an Getreide, Fleisch und Milch explodieren. Damit ist schon heute klar, dass die aktuelle Weltproduktion ebenfalls gesteigert werden wird. Dabei ist geeignetes Ackerland und Weideland aber nicht beliebig vermehrbar, langfristig werden die Getreidepreise, sowie die Preise für Fleisch und Tierfutter steigen. Auch der ökologisch motivierte Wechsel von fossilen Energieträgern zu Biokraftstoffen wird weiter zunehmen – die steigende Nachfrage wird langfristig zu steigenden Preisen der notwendigen Basisrohstoffe, wie etwa Raps, führen. Die folgenden Abbildungen ver anschaulichen die Situation. Es ist also schon heute absehbar, dass die bebaubare landwirtschaftliche Fläche nicht mit der Explosion der Weltbevölkerung wird schritthalten können. Preissteigerungen auf Seiten der Nutzfl äche und der darauf produzierten Agrarrohstoffe werden die Folge sein. Die folgende Graphik stellt die erwartete Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten dar. Insbesondere die Nachfrage von Rohstoffen zur Herstellung von Biotreibstoffen wird stark zunehmen. Stark steigend wird auch die Nachfrage nach Tierfutter sein, im Zuge der erwarteten Steigerung der Fleisch und Milchproduktion. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich schon heute die Preise für Agrarrohstoffe wesentlich stabiler verhalten als etwa Edelmetalle, Industriemetalle oder Energieträger. Die folgende Abbildung verdeutlicht dies. Von Januar bis Dezember 2008 haben sich einige Agrarrohstoffe gegen den Trend sogar verteuert, andere sind deutlich weniger gefallen als andere Rohstoffklassen. Insgesamt zeigten die Agrarrohstoffe damit ein vergleichsweise stabiles Preisverhalten in den Krisenjahren.


Das Investitionskonzept

Der Fonds der Australischen Großbank Macquarie (Macquarie 9, Agrar Direktinvest) liegt zurzeit als unternehmerische Beteiligung auf, ist also nicht börsennotiert. Das bringt Vor- und Nachteile mit sich. Im Gegensatz zu offenen Fonds unterliegt dieser Fonds nicht den täglichen Börsenschwankungen, allerdings ist er auf die Haltedauer bis Laufzeitende ausgelegt, ein liquider Zweitmarktm also die Möglichkeit des zwischenzeitlichen Verkaufs, ist nicht garantiert. Macquarie legt bei seinem Investitionskonzept aus Gründen der Diversifikation vier unterschiedliche Schwerpunkte, wobei Wein mit 56 Prozent des Portfolios die wichtigste Rolle spielt, 23 Prozent entfallen auf die Milchwirtschaft, 16 Prozent liegen im Getreideanbau, und 2,5 Prozent des Kapitals werden in eine Mandelplantageinvestiert. Alle Objekte befi nden sich in Australien. Macquarie verfügt vor Ort in der Tochtergesellschaft Macquarie Alternative Assets Management Limited über 28 Mitarbeiter, die sich mit der strategischen Planung, Umsetzung von Investitionen und der Veräußerung von Betrieben beschäftigen. Darüber hinaus werden die einzelnen Betriebe durch externe Berater und Spezialisten unterstützt. Geplanter Kapitalrückfluss: Die Prognoserechnung sieht bei einer Laufzeit von zehn Jahren Gesamtausschüttungen in Höhe von rund 200 Prozent. Wichtig: Die tatsächliche Gesamtausschüttung und Rendite kann von der dargestellten Prognose abweichen. Der Fond ist auf eine Laufzeit von zehn Jahren ausgelegt. Die Beteiligung ist ab 10.000 Euro möglich. Das Agio beträgt fünf Prozent.


Kurz zu Macquarie:

Der australische Finanzdienstleister Macquarie beschäftigt rund 12700 Mitarbeiter in 26 Ländern, mit etwa 70 Büros u.a. in Frankfurt und München. Das Unternehmen verwaltet etwa 130 Milliarden Euro. Macquarie ist in Deutschland unter anderem bekannt als Pionier im Bereich der Infrastrukturfonds.


Mein Portfolio Tipp:

Das Konzept ist durchaus vielversprechend und stimmig. Die Rendite lässt sich sehen, vorausgesetzt, diese wird wie prognostiziert erwirtschaftet. Allerdings muss der Anleger der Kompetenz der beteiligten Partner vertrauen, da Investitionen naturgemäß erst nach dem Einsammeln des Kapitals getätigt werden können, also ein so genanntes Blind Pool Konzept. Dies ist daher kein „Garantieinvestment“ für konservative Anleger. Trotzdem diversifi ziert dieses Investment bereits vorhandene, aber börsenabhängige Rohstoffi nvestments sinnvoll, gerade auch, weil die Risiken anders gelagert sind. Daher kann dieser Fonds als Beimischung eines Rohstoffdepots geeignet sein. Wichtiger Hinweis: Vor einem Investment müssen Sie aber unbedingt den Emissionsprospekt mit den detailliert dargestellten Risiken, Chancen und Konstruktionsmerkmalen der Beteiligung lesen, da ich an dieser Stelle nur einen konzeptionellen Überblick geben kann. Für Fragen stehe ich aber auch gerne zur Verfügung.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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